Whiplash - Kinofilm über einen Drummer

  • Wäre ich der Regiesseur dieses Films, wäre ich spätestens jetzt stolz auf mein Machwerk.


    Wenn Menschen derart "leidenschaftlich" diskutieren, hat man etwas richtig gemacht - sollte man meinen :)

  • Ah, jetzt wo der Thread grade wieder hochploppt und die meisten den Film jetzt wohl gesehen haben dürften - hier eine schöne, sehenswerte Analyse von Adam Neely.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

  • Ich fand den Film gut aber sehr unrealistisch und fiktional. ich meine blutende Hände schnelle Grooves bis zum Kreislaufkollaps, ich bitte euch.

    Aber das cholerische agressive Verhalten vom Chef ist ja in manchen Branchen nicht unüblich, auch heute noch...

    .

  • Ich fand den Film gut aber sehr unrealistisch und fiktional. ich meine blutende Hände schnelle Grooves bis zum Kreislaufkollaps, ich bitte euch.

    Aber das cholerische agressive Verhalten vom Chef ist ja in manchen Branchen nicht unüblich, auch heute noch...

    .

    Naja, es war etwas zu viel Blut, aber dass Blutblasen vorkommen, weiß ich.

  • Travis Barker ist jetzt zwar nicht so repräsentativ für den Durchschnittsdrummer, aber Blutblasen hatte ich tatsächlich auch schon. Genauso hab ich mir beim Spielen live auch schon übel die Fingerknöchel aufgehackt. Das wurde dann schon recht blutig. Ich sehe auch immer wieder bei Rock- und Metaldrummern auf Tour, dass die Hände ziemlich am Arsch und da die oberen Hautschichten faktisch nicht mehr existent sind.
    Aber klar, im Film wird dieser Aspekt, wie einige andere auch, deutlich überdramtatisiert.

    Deswegen finde ich das Video von Adam Neely echt ganz gut, denn gerade Leute die mit Jazz nicht so viel am Hut haben, bekommen da ein paar interessante Infos mit auf den Weg gegeben :)

  • Travis Barker ist jetzt zwar nicht so repräsentativ für den Durchschnittsdrummer, aber Blutblasen hatte ich tatsächlich auch schon. Ich sehe auch immer wieder bei Rock- und Metaldrummern auf Tour, dass die Hände ziemlich am Arsch und da die oberen Hautschichten faktisch nicht mehr existent sind.
    Aber klar, im Film wird dieser Aspekt, wie einige andere auch, deutlich überdramtatisiert.

    Deswegen finde ich das Video von Adam Neely echt ganz gut, denn gerade Leute die mit Jazz nicht so viel am Hut haben, bekommen da ein paar interessante Infos mit auf den Weg gegeben :)

    Wodurch bekommt man Blutblasen eigentlich? Durch ständige Reibung vom Stick an der Haut?

  • OT:

    Und nein, Whiplash ist nicht realistisch

    Wenn Du damit den Film meinst, hab ich was anderes gehört

    Schlagzeug in der Rockmusik? ...ist doch nur verwirrend, nervig und bringt die anderen Bandmitglieder völlig aus dem Konzept 8o


    "Üb' erstmal langsam. Ungenau wird es von alleine." [Zitat Jiu Jitsu Trainer]


    "Schlagzeug spielen ist doch ganz einfach. Man muss einfach nur drauf hauen." :pinch:

  • Ich fand ihn ehrlich gesagt auch ziemlich "cineastisch überzeichnet". Drummer, die sich die Hände blutig üben, fliegende Becken, das alles gibt es hoffentlich nur in der Phantasie des Regisseurs.

    Ja, auf das bezogen magst du Recht haben... Ich war gedanklich ehr bei den "Methoden" des Dozenten.

    Da sind zumindest in der damaligen Zeit wirklich böse Sachen gelaufen.

    Fliegende Becken weiß ich grade nicht, aber Drumsticks die auf Rücken von Studierenden geschlagen wurden, das gab's definitiv (in den USA)

    Schlagzeug in der Rockmusik? ...ist doch nur verwirrend, nervig und bringt die anderen Bandmitglieder völlig aus dem Konzept 8o


    "Üb' erstmal langsam. Ungenau wird es von alleine." [Zitat Jiu Jitsu Trainer]


    "Schlagzeug spielen ist doch ganz einfach. Man muss einfach nur drauf hauen." :pinch:

  • also ich hab mir schon mal blutige Finger geholt, aber nicht vom Schlagzeug-Üben, sondern an der 5oktavigen Marimba mit, 4 Mallets.


    Wenn man da nur 1x pro Woche aus logistischen Gründen üben kann und dann ein Stück für eine Übertrittsprüfung einstudieren "muss" - tja, da gibt's eben erst mal Blasen an den Ringfingern. Die platzen dann, und dann lernt man mit Schmerzen zurecht zu kommen.

    War aber auch nur dieses eine Mal, wo ich selber blöd genug war, dann nicht rechtzeitig aufzuhören. Gezwungen hat mich nie irgendwer.


    Die Darbietung bei der Übertrittsprüfung war allerdings sehr gelungen.

  • Whiplash ist meines Wissens nicht nur unrealistisch, sondern zeichnet einfach ein falsches Bild. Ich glaube nicht, dass das junge Menschen zum Schlagzeugspielen bzw. generell zum Erlernen eines Instruments motiviert. Eher im Gegenteil.


    Der Jazzmusiker und YouTuber Adam Neely kritisierte in einer Video-Rezension auf seinem Kanal, dass der Film zwar gut erzählt und gedreht sei, allerdings Jazzmusik und insbesondere das Studium derselben völlig falsch dargestellt worden sei. Die Musik sei viel zu kompetitiv dargestellt, was den Film mehr wie einen Sport- als einen Musikfilm wirken lasse.[11] Er schloss sich dabei der Kritik des Drummers Peter Erskine an, der einwandte:

    “I’m disappointed that any viewer of the film will not see the joy of music-making that’s almost always a part of large-ensemble rehearsals and performances. Musicians make music because they LOVE music. None of that is really apparent in the film, in my opinion.”[12] „Ich bin enttäuscht, dass kein Zuschauer etwas von der Freude am Musikmachen, die fast immer Teil der Proben und Auftritte eines großen Ensembles ist, mitbekommen wird. Musiker musizieren, weil sie Musik LIEBEN. Davon ist meiner Meinung nach im Film nichts zu sehen.“

  • Musiker musizieren, weil sie Musik lieben. Das stimmt sicher. Das heißt aber nicht, dass ein Studium der reine Spaß ist und gerade Ensemblespiel nicht auch von massiver Konkurrenz betroffen ist. Bei klassischen Orchestern ist es zumindest so wie in dem Film beschrieben.

  • Whiplash ist meines Wissens nicht nur unrealistisch, sondern zeichnet einfach ein falsches Bild. Ich glaube nicht, dass das junge Menschen zum Schlagzeugspielen bzw. generell zum Erlernen eines Instruments motiviert. Eher im Gegenteil.

    Was in dem Film abgeht, erinnert mich mehr an die gute alte russische Schule im klassischen Bereich. Extreme Defizit- und Wettbewerbs-Orientierung und gewalttätige Methoden. Könnte auch Ballett sein.

  • . Bei klassischen Orchestern ist es zumindest so wie in dem Film

    Wage ich zu bezweifeln. Pardon, ich glaube da einem Peter Erskine mehr als dir. Der spielt ja nun seit Jahrzehnten in allen möglichen Orchestern und schult auch junge Drummer.


    Ich habe auch in allen Jazz-Workshops (auch mit Big Band) nie erlebt, dass ein Musik-Prof dermaßen Scheisse agiert. Ganz im Gegenteil. Da wurde positiv motiviert und Konkurrenz gefördert und nicht drangsaliert. Und wenn jemand was nicht gepackt hat, wurde ihm eine andere Rolle zugeteilt, wo er sicher war und sich wohl fühlte und weiterentwickeln konnte und eben nicht gequält wurde. "Du musst das jetzt aber hinkriegen!!!!"


    Sicher, es gibt harte Konkurrenz aber der Film ist überzeichnet. Hollywood eben.


    Zitat

    Was in dem Film abgeht, erinnert mich mehr an die gute alte russische Schule im klassischen Bereich.

    Mich erinnert es an Full Metal Jacket. Private Schneewittchen....

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

    2 Mal editiert, zuletzt von Moe Jorello ()

  • Bei den großen Symphonie Orchestern herrscht ein knochenharter Konkurrenzkampf. Da überlässt niemand dem Mitmusiker "aus Liebe zur Musik" freiwillig den Platz an der ersten Geige.

    Gewalttätig wird's da nicht zugehen, aber der Druck ist hoch.

  • Konkurrenzkampf ist in der Branche da, klaro. Wo denn nicht? Nur das Bild im Film wirkt doch extrem überzeichnet. Finde ich jedenfalls. Es zeigt wirklich nirgends, warum jemand Musik machen will, warum es ihm wichtig ist, was er daran liebt. Es zeigt nur, "ich lasse mich gerne foltern".

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!