Musikmesse 2017 wer geht wann hin und wo? Außerdem: Berichte in Wort und Bild

  • Ich war seit fast 10 Jahren dieses Jahr mal wieder dabei und war schwer enttäuscht. Das hat mit dem was ich als Musikmesse in Erinnerung habe nichts mehr zu tun.


    Von den großen Namen fast niemand da, dafür alles voll mit Noname Herstellern aus Fernost. Die Vorstellung von Jost Nickel war allerdings sehr cool.


    Nichts desto trotz war das wohl mein letzter Besuch der Musikmesse - in Zukunft muss man wohl zur NAMM fliegen... :(

    Mein Set

    Zitat

    Ich wollte eine schreube nach ziehen an meiner fußmaschiene.Als ich sie fest drehen wollte hat es knak gesagt und der schraubenzieger is abgebrochen.

  • Nichts desto trotz war das wohl mein letzter Besuch der Musikmesse - in Zukunft muss man wohl zur NAMM fliegen...


    Entweder das oder du kommst im Oktober zur Crashit nach Mannheim...gibt im Herbst immer günstige Flüge vun Määnz noch Mannem ;)
    Fand die Musikmesse auch nicht so berauschend dieses Jahr, auch unsere Gitarristen kamen nicht auf ihre Kosten.


    Gruß
    Bruzzi

    Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

  • Zitat

    a war eine chinesische Beckenschmiede (alles handgemacht, was ich bei dem, was ich über China weiß sogar glaube), die damit werben,

    dass sie hunderte von Jahren Erfahrung haben in der Herstellung von Becken. Äh - ja, nee, is klar. 8o




    Zildjian soll angeblich 2017 394 jahre Erfahrung haben im Beckenbau..ja nee is auch klar

  • redsnare schnorrt sich durch...


    Ich hatte es ja bereits angekündigt, ich gehe nur zur Messe, wenn ich irgendwie umsonst reinkomme und mein Besuch nicht in die offiziellen Besucherzahlen einfließt. Das hat geklappt. Ein netter Bandkollege von mir gab mir seine Dauerkarte weiter (macht man nicht, ich weiß) und so fuhr ich am Samstag als letztem Messeöffnungstag einmal hin, um mir selbst ein Bild zu machen. Ich muß dazusagen, dass ich in den letzten 5 - 7 Jahren (genau weiß ich es nicht mehr) jedes Jahr auf der Messe war und auch in den 1990er Jahren schon ein paar Mal das Vergnügen hatte.


    Ich mag / mochte (?) die Messe immer, weil ich das Ambiente mit den vielen Musikern, auch Promis!, und Darbietungen genoss. Ja, ich stehe da schon ein bissl drauf, auch mal den ein oder anderen Promi aus nächster Nähe zu sehen und vielleicht ein gemeinsames Foto oder gar Autogramm (oder beides) abzustauben. In dieser Hinsicht gab es in den letzten Jahren so einiges Highlights: Bobby Kimball, Lee Sklar, Chester Thompson, Curt Bisquera, Bertram Engel, Chris Coleman, Jost Nickel... und ganz viele mir nicht bekannte Musiker, die hier und dort einen coolen Auftritt hinlegten...


    Ich mag / mochte (?) die Messe auch, weil ich immer mal gerne etwas abgreife. Kataloge, Sticks, Stoffbeutel, Schlüsselbänder, mal ein Freibier hier, mal einen Keks da...


    Und zu guter Letzt mag / mochte (?) ich die Messe auch, weil ich einfach wahnsinnig gerne Instrumente ansehe. Nicht im Detail, nicht aus der absoluten Lupenperpektive, sondern eher so im Gesamten, in einer geilen Präsentation an einem geilen Stand. Oder auch mal selbst testend mit einem Stick auf Becken oder Snare. Selbst Gitarren und Pianos, Kontrabässe und Celli... sehe ich mir gerne an.


    Dieses Jahr wurden mehr oder weniger alle meine Vorlieben enttäuscht.
    Es gab nur sehr wenig zu sehen, die Hallen waren - im Vergleich zu den Jahren vor 2016 - auffallend leer. Und die vielen Big Names fehlten einfach. OK, TAMA und SONOR waren mit kleinen Ständen vertreten und die ausgestellten Sets wirklich hübsch und man durfte (bei TAMA) sogar ohne groß zu betteln mal ran... aber wo waren all die anderen (schon letztes Jahr?)??? Wirklich schade, sie waren nicht da! Vor allem Pearl, Paiste und Zildjian fehlten mir sehr! Tamburo waren da. Ich wollte DIR, trommeltom, gerne einen Katalog mitbringen, aber es gab keine.
    Es gab auch irgendwie keine mich ansprechenden Vorführungen (OK, für die Schlagzeuger waren u.a. Jost Nickel, Chris Coleman und Will Hunt da - sehr cool) und wenn, dann so überfüllt, dass man keine Chance hatte, mit hineinzukommen (z.B. Chris Coleman) - da war mir das Warten einfach irgendwann zu dusselig... Auf der Main Stage / Center Stage sagte mir niemand an Namen etwas (liegt nur an mir selbst, ich weiß!), auf der Acoustic Stage holte mich die Darbietung nie so richtig ab, andere Bühnen fand ich nicht, AUSSER die Beck`s Wood & Brass Stage, die war geil. Ich sah mir gleich mehrere Combos an, die um einen Auftritt beim Festival "Woodstock der Blasmusik" kämpften. Vor allem die Truppe "Babaloda Brass Band" gefiel mir richtig gut. An dieser Bühne war einfach Stimmung. Die Sonne lachte, die Leute genossen ihr Bierchen und ihre Bratwurst und die Brass Bands gaben alles, um die Jury von sich zu überzeugen. Das hatte was, das gefiel mir!
    Dann war da so ein Typ irgendwo vor Halle 11, der hatte - ähnlich wie Ed Sheeran - mit einem Looper rumgespielt und sich so seine klanglichen Welten selbst zusammengebastelt und meist auch irgendwas von Typen wie Sheeran gespielt. War auch sehr cool, die Leute genossen das, für mich auf Dauer aber etwas eintönig. Doch der Typ konnte echt was!
    Und dann war da eine LEA bei drums.de, die zwei Liedchen singen durfte. Die war echt aufgeregt und hat es toll gemeistert! Auch sehr nett...
    Als Produktneuheit fiel mir dieses Mikrostativsystem von "Triad-Orbit" auf. Dieses Orbit 2 System finde ich sehr innovativ und praktisch!


    Bin ich jetzt irgendwie doch abgeschweift? Oder liest es sich gar so, als sei der Messebesuch richig cool gewesen? Nö, war er nicht. Ich war relativ schnell wieder weg.
    Immerhin: ein GRATIS Wasser bei beyerdynamic (plus Kekse), 2 Kugelschreiber, ein Schlüsselbändchen, ein Paar ungleiche Sticks (5a und 7a), die aktuelle STICKS Ausgabe plus 2 drums&percussion Hefte aus 2016. redsnare schnorrte sich irgendwie durch... Und ich habe auch Fotos mit Chris Coleman (Chaka Khan) und Will Hunt (Evanescence, die mag ich gerne... gibt es die noch? Seit 2011 kein neues Album, wie schade) abgestaubt. Fein!


    Ich will jetzt nicht behaupten, ich gehe da nie wieder hin, aber es ist wirklich schade, wie diese wichtige Messe sich selbst "vernichtet". Oder ist dem gar nicht so? Da rannten genug Leute rum. Vielleicht rechnet sich das neue Konzept viel mehr? Laut Messewebseite waren 892 Aussteller vor Ort. Hört sich doch gut an. Auf die Zuschauerzahlen und das "offizielle" Fazit der Betreiber darf man gespannt sein.*** Es fällt mir sicherlich auch viel leichter, die negativen Dinge herauszustellen als die Positiven, aber so richtig geil war es einfach nicht... eher langweilig... wenn ich nicht so viel Bock auf Rumlaufen gehabt hätte, wäre ich sicherlich nach einer Stunde wieder gegangen. So war ich am Ende dann doch 2 Mal in Halle 11, 2 Mal in Halle 8, mehrmals an der Wood & Brass Stage, der Acoustic Stage und bei drums.de (Freibier gab es leider keins) und trotzdem nach knapp 4 Stunden wieder weg vom Gelände.


    Ein persöniches Highlight des Messebesuchs haue ich zum Schluß noch raus: bei den Pianos spielte ein Mädchen, ca. 14 Jahre alt, sehr schön Klavier. Die Mutter (?) stand daneben und zerfloss vor Stolz und Bewunderung. Sehr schön anzusehen!
    Generell fiel mir auf, dass überall mehr vom Publikum gedudelt wurde... grundsätzlich begrüßenswert!


    In diesem Sinne, haudu gaudi und LEBEN UND LEBEN LASSEN... redsnare


    *** Beim Gehen sprach mich eine Dame nett an, ob ich an einer Besucherumfrage zur Messe teilnehmen wolle. Als ich entgegnete, dieses fiele eher negativ aus, wünschte sie mir noch einen schönen Tag und ersparte mir die Teilnahme.



    ...Edit fügte noch die Produktinnovation ORBIT 2 ein...
    ...Edit 2 fügte noch Tamburo ein...

    ...ich...

    2 Mal editiert, zuletzt von redsnare ()

  • Ich kann auch nur festhalten, dass man nicht fragen sollte, wer war nicht da, sondern lediglich, wer da war...
    Sehr zusammengestaucht, kein Vergleich zu früheren Jahren. Ich war zuletzt allerdings auch 2008 oder 2009 dort, lange her...

  • Also ich war zum ersten mal da, und kann nur positives berichten!
    Die 20 € haben sich sehr gelohnt! Die großen Firmen kannst du auch
    in jedem Musikgeschäft sehen und testen. Sie haben mich gar nicht so Interessiert!
    Dafür die kleinen, innovativen, wie zum Beispiel:
    MANIC, ADORO, LOOTA Percussion, SCHLAGWERK, Santafe.............
    Und das sind alles europäische Firmen!


    Der Samstag war definitiv zu kurz, da ich die Workshops
    mit Anika Nilles, Mike Jonston und Jost Nickel alle mit gemacht habe!
    Habe jetzt zwar sicher einen Gehörschaden, aber egal!
    Nachmittags dann noch auf der Center Stage das Helmut Hattler Trio! ( Genial)


    Zwischendurch habe ich noch einige Sessions gemacht und dann war es plötzlich 18 Uhr! :(
    Ich war gerade mal in Halle 11 und im Aussenbereich, den ich auch richtig klasse fand!


    Leider war die Besucherzahl, zumindest in Halle 11 nicht so toll. Das wird dazu führen, das
    einige Firmen nächstes Jahr nicht mehr dabei sind!

  • Wirkt sich möglicherweise die Digitalisierung auch hier aus?
    Ich blättere z.B. durch die "Keys": gefühlt 90 Prozent Software.


    Außerdem glaubt man ja, durch das
    Internet mehr als genug informiert zu sein. Oft ein
    Trugschluß, was Optik und Klang betrifft, aber dieses
    "Ich muss da hin" schwächt sich fast zwangsläufig ab.
    Das gilt für Anbieter wie Konsumenten.

  • diekoh zeigt auf, dass nicht alles nur schlecht gewesen sein kann.
    Auch ich hatte überlegt, auf den ein oder anderen Workshop zu gehen. Z.B. Trommelstimmung mit Manni von Bohr. Am Ende war ich zugegenermaßen zu faul überhaupt diese Räumlichkeiten zu suchen... shame on me.


    Ob die Digitalisierung eine Rolle spielt, wage ich zu bezweifeln.
    Tama hat übrigens im Fratzenbuch einen lustigen Post von der Messe veröffentlicht. "Wie es sich anhört, wenn mehrere Drummer gleichzeitig reinhauen" oder so ähnlich und dann ein Video von deren Stand. Mein Eindruck vom Tama Stand war vielmehr, dass die vor Ort befindlichen Mitarbeiter eher genervt von dem vielen Gekloppe waren. Was mich übrigens nicht wundert. Da sind schon echt ein paar Ego-Typen unterwegs gewesen, die meinten, mit ihrem Getrommele mal so richtig im Mittelpunkt stehen zu müssen. ;-)

  • diekoh zeigt auf, dass nicht alles nur schlecht gewesen sein kann.
    Auch ich hatte überlegt, auf den ein oder anderen Workshop zu gehen. Z.B. Trommelstimmung mit Manni von Bohr. Am Ende war ich zugegenermaßen zu faul überhaupt diese Räumlichkeiten zu suchen... shame on me.


    Ob die Digitalisierung eine Rolle spielt, wage ich zu bezweifeln.


    Ich glaube auch nicht, dass hier jemand behauptet hat, dass wirklich ALLES schlecht war.
    Aus Drummerperspektive war ja dieses Drumcamp mit den vielen Vorführungen bzw Classes das exklusive Angebot überhaupt auf der MuMesse.
    Dahinter steckt wohl, dass die Messebetreiber erkannt haben, dass es eine starke Drumcommunity gibt, die man als Zielgruppe für sich nutzen kann.
    Eine Community, wie wir Trommler sie unter uns haben, gibt es nämlich sonst bei anderen Instrumentalisten nicht (bei Sängern sowieso nicht).
    Nimmt man die Aktivitäten um das Thema Drums mal weg, bleibt von der MuMesse nicht mehr viel übrig...
    Aber so ein Drumevent kann es auch ohne die MuMesse geben, was ich begrüssen würde, eben weil Drummer viel mehr eine Community bilden als alle anderen Musiker.
    Zum Thema Digitalisierung:
    Natürlich spielt die eine Rolle undw wirkt sich auf vielen Ebenen auf das Erscheinungsblid bzw die Existenzberechtigung einer solchen Messe aus.
    Zunächst mal kann man sich heutzutage 24/7 über alle Neuerungen, jegliches Equipment im Netz informieren. Das geht heute nicht nur mit Text und Bild sondern eben auch mit Video und in Top Bild und Tonqualität. Über social Media und diverse Foren etc kann man sich austauschen und sogar teilweise direkt in Kontakt zu Herstellern treten. All das gab es noch vor wenigen Jahren nicht.
    Über den Online Musikinstrumentehandel kann man sich alles und jedes nach Hause schicken lassen und bei nicht Gefallen postwendend zurück schicken.
    Auch das ging so früher nicht und machte ein Hands on auf Musikmessen wesentlich bedeutender.
    Und zuguterletzt hat sich die Musikszene bzw die Art Musik zu machen drastisch verändert. Ein nicht unerheblicher Teil der aktuellen Musik wird mehr ider weniger ausschließlich auf Computern oder zumindest in Homerecordingstudios oft ohne Bandhintergrund produziert.
    Die Bands, die in Proberäumen proben, die allerorten in kleinen Kneipen und Clubs auftreten, werden weniger und stattdessen läuft alles via Internetverbreitung oder als Elektronik/DJ Performance.
    Diese wachsende Musikszene braucht keine Musikmesse. Software checkt man via Internet, Musikhardware erscheint über das ganze Jahr verteilt, nicht explizit zur Messe, und kann in ausgiebigen Tests im Web studiert und am Ende bei Thomann/Musicstore &Co zur Ansicht geordert werden.
    "Klassische" Instrumente werden weniger gebraucht und auch das "soziale" Element, sich mit anderen Menschen zum Musizieren verbinden zu müssen, nimmt ab, weil elektronische Musiker, Homerecording DAW based Musikproduzenten keine/kaum anderen Musiker brauchen.
    Zeigt mir die Bands, in denen ein Felix Jaehn oder David Guetta gespielt haben?
    Wenn man die gesamte Entwicklung des Musikmarktes mit Streaming & Co anschaut, wird sich das alles in Zukunft noch verschärfen.
    Eine Musikmesse ist ein Event aus einer Zeit, als Musik noch nicht aus Computern kam. Je mehr die Musikproduktion in den Computer wandert und industrialisiert wird, um so weniger braucht man eine Musikmesse, auf der Musiker aufeinander treffen.
    Man sieht es ja auch daran, wie wenig live Musik auf der MUSIKmesse stattfindet.
    Der Prozess läuft schon über viele Jahre...

    Einmal editiert, zuletzt von drumdidi ()

  • drumdidi: Traurig aber wahr. Vielleicht liegt es nicht nur an meinem fortgeschrittenen Alter, sondern auch an dieser Art zu "produzieren", dass die allermeiste heutige Musik mich emotional nicht mehr erreicht und ich sie nur noch als belanglos wahrnehme.

    Am Schlagzeug hängt DAS Tom. DER Tom heißt mit Nachnamen Sawyer und wohnt am Mississippi. Und über DIE Tom rede ich erst gar nicht...

  • Redsnare: Grade das "Drum Camp" war mit noch eins, wenn nicht "das" Highlight für mich dieses Jahr. Ich hab den Raum auch eher durch Zufall gefunden und war nur mal bei Mike Johnston drin, das war aber ziemlich cool. Wenn man bedenkt, dass dort vier Tage am Stück fünf, sechs Trommler einstündige Workshops mit wechselnden Themen geben rechnet sich das eigentlich, wenn man eben nur in der Butze hockt. War dort auch nicht überfüllt, es war klimatisiert und es war ruhig (also...verhältnismäßig).


    Für nächstes Jahr wohl meine Option, sollte ich wieder hingehen: Livebands ansehen und Workshops besuchen.
    Denke einfach, dass das Konzept der Messe nicht mehr das Präsentieren der neuesten Instrumente im Kern beinhaltet, sondern vielmer eben auch an die breitere Zielgruppe gerichtet ist und als Event an sich zu sehen sein muss, in dem das Entertainment an vorderster Stelle steht. Und Foodrucks (der Boka-Stand war übrigens sehr empfehlenswert - Pulled Pork Brötchen mit Mango-Chutney zusammen mit Pommes und Avocado-Süßkartoffelsalat für 15€ :wacko: ).

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