Dovas drum channel - Knirps spielt coole Stücke

  • Wir glauben, dass es für niemanden beschämend oder schädlich sein kann, Fähigkeiten zu demonstrieren. Aber ich würde zustimmen, wenn es ein Schönheitswettbewerb oder so etwas wäre


    Also ich bin ja alt und nicht modisch, also schon altmodisch, und ich finde, es ist exakt das gleiche.


    Gut, die individuelle Leistung eines jungen Drummers/Drummerin schätze ich höher ein, aber Eltern, die auf diesem Weg ihren Kindern von klein auf vermitteln, dass das wichtigste Ziel im Leben die öffentliche Aufmerksamkeit ist, haben in beiden Fällen eine Haltung mit Gefahrenpotenzial. Alleine schon, wenn du von "Euch" statt von deinem Kind sprichst, offenbart das in meinen Augen eine starke väterliche Motivation hinter der Geschichte, und das empfinde ich (Achtung, meine subjektive Wahrnehmung!!!) als potenziell missbräuchlich. Dein Filius wird mit 3 wohl kaum aus Eigenantrieb Ziele für die nächsten 13 Jahre formulieren.


    Sorry, wenn ich das so scharf formuliere, aber du wirst mit Sicherheit argumentieren, "mein Sohn will das ja auch und ich zwinge ihm nichts auf". Pädophile argumentieren teilweise genauso. Na, klingelt's?


    Und nun, lasset den Shitstorm beginnen...


  • Also ich bin ja alt und nicht modisch, also schon altmodisch, und ich finde, es ist exakt das gleiche.


    Gut, die individuelle Leistung eines jungen Drummers/Drummerin schätze ich höher ein, aber Eltern, die auf diesem Weg ihren Kindern von klein auf vermitteln, dass das wichtigste Ziel im Leben die öffentliche Aufmerksamkeit ist, haben in beiden Fällen eine Haltung mit Gefahrenpotenzial. Alleine schon, wenn du von "Euch" statt von deinem Kind sprichst, offenbart das in meinen Augen eine starke väterliche Motivation hinter der Geschichte, und das empfinde ich (Achtung, meine subjektive Wahrnehmung!!!) als potenziell missbräuchlich. Dein Filius wird mit 3 wohl kaum aus Eigenantrieb Ziele für die nächsten 13 Jahre formulieren.


    Sorry, wenn ich das so scharf formuliere, aber du wirst mit Sicherheit argumentieren, "mein Sohn will das ja auch und ich zwinge ihm nichts auf". Pädophile argumentieren teilweise genauso. Na, klingelt's?

    lol was? Ich bezweifle, dass du selbst Kinder hast, sonst würdest du keinen solchen Unsinn reden. Kinder würden heutzutage, wenn sie sich selbst überlassen würden, nur hirntote Fernsehsendungen sehen und Computerspiele spielen. Jedes Kind braucht eine Richtung im Leben, dafür sind die Eltern da, um ihre eigenen Talente zu finden. Ein Dreijähriger ist zu jung, um zu wissen, was er kann oder nicht. Es liegt an den Eltern, ihre Stärken zu bemerken und zu entwickeln.

  • Ich habe auch einen Kurzen in etwa dem Alter. Er trommelt auch gerne, wann er möchte und was er möchte. Dabei unterstütze ich ihn, wie er möchte. Zwischendurch möchte er mal nen Ball treten gehen, das machen wir beide auch sehr gerne. Ob er am liebsten mal Schlagzeuger oder Fußballer oder doch etwas ganz anderes werden möchte - das wissen wir beide noch nicht. Ich bin raus hier.

    Einmal editiert, zuletzt von krupa ()

  • Sorry, wenn ich das so scharf formuliere, aber du wirst mit Sicherheit argumentieren, "mein Sohn will das ja auch und ich zwinge ihm nichts auf". Pädophile argumentieren teilweise genauso. Na, klingelt's?


    Netter Strohmann, aber ein bisschen zuuuu offensichtlich ;) . In der Sache stimme ich aber zu, dass man nicht zu viel elterlichen Ehrgeiz in Kinder projizieren sollte. Aber das kann und muss wohl jeder selber entscheiden, denn wie viel Spaß der Kleine dabei hat kann man von hier ja nun nicht beurteilen.

    Nix da.

  • Es liegt an den Eltern, ihre Stärken zu bemerken und zu entwickeln


    Natürlich, da hast du völlig recht. Darum geht es mir auch nicht. Nur die öffentliche Zurschaustellung finde ich bedenklich. Dein Sohn spielt genauso herausragend Schlagzeug, wenn ihn keiner auf Youtube sieht, du würdest dich ohne Kamera deiner Verantwortung nicht entziehen.


    Mit deiner Präsentation rückst du die Mediennutzung, die du angeblich damit unterbinden willst, von klein auf in den Mittelpunkt der Wahrnehmung deines Sohnes, weil er schon mit der Muttermilch aufsagt, dass YT-Likes wichtig sind im Leben. Gehört das zu den Grundwerten, die du deinem Sohn vermitteln willst? Ein Wertesystem gehört nämlich m.E. auch zu den Dingen, die Kinder von ihren Eltern lernen sollten. Für mich macht es wenig Unterschied, ob ein Kind den ganzen Tag hirntote Fernsehsendungen schaut (TV ist bei den meisten Kids heute übrigens überhaupt kein Thema), oder sich mit seinen Youtube-Vorbildern beschäftigt.


    Und weshalb sollten Eltern ständig nach öffentlichem Applaus für ihre Kinder suchen, wenn nicht, um die Talente irgendwann mal monetarisieren zu können? Meist steckt doch das dahinter, ob es nun um Schönheitswettbewerbe, Schauspielerei oder Musik geht. Klar, Youtube ist inzwischen ein realistisches Geschäftsmodell, egal was man von den Protagonisten hält. Sich als lebende Werbetafel zu vermarkten, sollte aber jeder Mensch für sich selbst entscheiden dürfen, statt schon von den Eltern auf dieses Gleis gesetzt zu werden.


    Gut, lassen wir's, da werden wir vermutlich kaum auf einen Nenner kommen. Ob meine Ansichten Unsinn sind, wirst du schlimmstenfalls irgendwann von deinem Sohn erfahren, wenn er anfängt, sich seinen eigenen Kopf um die Dinge zu machen und sich seinen eigenen Ziele zu setzen. Dass man allerdings nicht nur als kinderloser Zeitgenosse diese kruden Ansichten vertreten kann, versichere ich dir hiermit ;)


    Netter Strohmann, aber ein bisschen zuuuu offensichtlich


    Haha, wusste ich nicht, arbeite in einem systemrelevanten Beruf (=schlechte Arbeitsbedingungen gegen miese Bezahlung), da sitzt man selten in Rhetorikseminaren.

  • da sitzt man selten in Rhetorikseminaren.


    Sorry fürs kurze OT: das sind Tricks ganz tief aus der schmutzigen Rhetorikkiste und die kann man natürlich auch ganz intuitiv anwenden ohne die Begriffe zu kennen. Einen Nachteil haben sie aber: mit ihnen erreicht man zwar einen gefühlten Sieg in einer Diskussion, aber wenn das Ziel ist, den anderen wirklich zu überzeugen, sind sie kontraproduktiv. Der Gegenüber wird sich schwarz ärgern und vermutlich schon aus Prinzip niemals von seiner Meinung abrücken. Was einem wichtiger ist (Sieg oder Wirkung) kann man aber natürlich selbst entscheiden. Am Ende sind wir ja alle nur Menschen... ;)

    Nix da.


  • Mit deiner Präsentation rückst du die Mediennutzung, die du angeblich damit unterbinden willst, von klein auf in den Mittelpunkt der Wahrnehmung deines Sohnes, weil er schon mit der Muttermilch aufsagt, dass YT-Likes wichtig sind im Leben. Gehört das zu den Grundwerten, die du deinem Sohn vermitteln willst?

    Das Unterhaltungsgeschäft ist nichts ohne Marketing, besonders in der heutigen Zeit. Musiker sind in gewisser Weise wie Clowns, die ihr Publikum unterhalten müssen. Und ein arbeitender Musiker muss sein Publikum entwickeln. In gewisser Weise ja - Unterhaltung und Marketing sind ein großer Teil des Berufs. Dies gilt für so ziemlich jeden Beruf, besonders aber für die Musik. Du kannst für immer in deinem Keller spielen, aber wenn niemand es hört, wirst du niemals ein professioneller Musiker, egal wie gut du bist. Und wir müssen hier nicht einmal über die Fachwelt sprechen. Ihr Publikum zu haben und mit ihm zu interagieren, ist für jede Ebene der Musikalität wichtig. Heute ist das publikum weitgehend "virtuell", daher youtube.

  • Das Unterhaltungsgeschäft ist nichts ohne Marketing, besonders in der heutigen Zeit. Musiker sind in gewisser Weise wie Clowns, die ihr Publikum unterhalten müssen. Und ein arbeitender Musiker muss sein Publikum entwickeln. In gewisser Weise ja - Unterhaltung und Marketing sind ein großer Teil des Berufs. Dies gilt für so ziemlich jeden Beruf, besonders aber für die Musik. Du kannst für immer in deinem Keller spielen, aber wenn niemand es hört, wirst du niemals ein professioneller Musiker, egal wie gut du bist. Und wir müssen hier nicht einmal über die Fachwelt sprechen. Ihr Publikum zu haben und mit ihm zu interagieren, ist für jede Ebene der Musikalität wichtig. Heute ist das publikum weitgehend "virtuell", daher youtube.


    Das würde ich gerne aufgreifen und (zusammenhangslos) fragen, warum? :)

    SUCHE:

    - Sonor Designer Toms in Birdseye Maple/Birdseye Amber

    - Zildjian K Sweet 19" Crash


    "Wenn man das Knie sieht, ist die Bassdrum zu klein!", Ballroom Schmitz (RIP)

  • Das Unterhaltungsgeschäft ist nichts ohne Marketing, besonders in der heutigen Zeit.


    Bin ich auch wieder deiner Meinung, selbst wenn ich es manchmal eher mit einer gewissen Skepsis betrachte.


    Aber einen Dreijährigen in Beziehung zum Unterhaltungsgeschäft zu stellen, beschreibt eben genau die Verantwortungslosigkeit, die ich dir unterstelle.
    Kinder und Geschäft sind zwei Welten, die nicht zusammen gehören. Zumindest nicht, wenn das Kind das Produkt ist. Da schließt sich in meiner Sichtweise der Kreis zum Missbrauch.


    Fördere seine Trommelei, wie du es bisher tust, und unterstütze ihn beim Marketing, wenn er selbst den Wunsch äußert, ins Business einzusteigen. Das wäre in meinen Augen eine verantwortungsbewusste Herangehensweise, die dem Sohn alle Wege offen hält.


    Oder ist es Teil deiner Weltsicht, dass man die Kuh melken muss, solange sie noch jung ist? Nicht dass der SuperGAU eintritt und der Filius plötzlich mehr Spaß am Fußball oder an Mädels und Parties hat.

  • Fördere seine Trommelei, wie du es bisher tust, und unterstütze ihn beim Marketing, wenn er selbst den Wunsch äußert, ins Business einzusteigen. Das wäre in meinen Augen eine verantwortungsbewusste Herangehensweise, die dem Sohn alle Wege offen hält.

    Word! :thumbup:

  • Das wird jetzt gerade eine recht allgemeine Diskussion, die eventuell in diesem Thread nicht ganz angebracht ist.
    Eventuell ist es sinnvoller, insbesondere, wenn der Threadstarter da lieber eine Trennung hätte, das woanders zu diskutieren.


    Falls das aber ok ist, auch von mir ein kleiner Kommentar.
    Prinzipiell kann ich den Einwand verstehen, dass so kleine Kinder vielleicht besser nicht ins digitale Rampenlicht gestellt werden sollten. Natürlich sollte wohl der Spaß im Vordergrund stehen und nicht die Vermarktung.
    Auf der anderen Seite hatte ich zu meinen Musikschulzeiten auch regelmäßig Vorspiele und Konzerte. Mit meiner ersten Band haben wir auch versucht, so viele Gigs wie möglich zu spielen, um bekannter zu werden und noch mehr Gigs spielen zu können. Weil das Auftreten Spaß gemacht hat, aber auch um damit Geld zu verdienen.
    Die Zeiten ändern sich, Vieles verlagert sich ins Internet. Das Prinzip ist aber ähnlich geblieben: Man möchte in die Öffentlichkeit, zeigen, was man kann, freut sich über Zuspruch/Applaus und ist Bezahlung gegenüber nicht abgeneigt. Als Musiker möchte man präsent sein und sich eine "Fanbase" aufbauen (als Berufsmusiker ist man oft daruaf angewiesen). Natürlich gibt es auch Musiker, die das nur für sich machen oder in reinen Proberaumbands spielen, ich gehe aber einfach mal davon aus, dass es zumindest dem Großteil so geht.
    Die Frage ist natürlich, wann das anfängt / anfangen darf. Im analogen Zeitalter gab es da eigentlich keine Begrenzung. Wenn jemand Talent hatte, hat er als Kind auf Familien- und Dorffesten gespielt, durfte sich mal bei der auftretenden Partyband bei einem Lied ans Instrument setzen und so weiter. Sollte das in der digitalen Welt anders sein, nur weil die Reichweite größer ist? Keine Ahnung.
    Was für mich aber immer schon Voraussetzung war, ist dass das Kind das im Wesentlichen aus eigenem Antrieb gemacht hat. Wobei das recht schwierig zu definieren ist. Ich hatte als Kind sicher auch einige Durchhänger und habe nicht geübt. Was sollten Eltern dann tun? Macht nichts, wenn du keine Lust hast, such dir eben ein anderes Hobby oder Lernen ist auch immer mal Arbeit, reiß dich zusammen und tu was dafür, du wirst dich darüber freuen, wenn du es durchziehst und was erreicht hast?
    Ich tendiere zu Letzterem, aber wie bei Allem liegt die Wahrheit vermutlich irgedwo dazwischen und ist prinzipiell nicht einfach und pauschal erst recht nicht zu finden.


    Zu dem vorgestelleten Video: Ich bin wirklich beeindruckt, das ist extrem gut. Soetwas erreicht man nicht mit Zwang von außen allein, dein Kleiner hat jede Menge Talent. Das ist wirklich toll. Und es ist super, wenn du das Talent förderst. Da du selbst kein Schlagzeuger bist (wenn ich das richtig verstanden habe), solltest du vielleicht darüber nachdenken, ihm einen guten Schlagzeuglehrer zu suchen, der Erfahrung im Umgang mit Kindern hat. Du wirst da sicher bald an deine Grenzen stoßen und seine Entwickling damit verlangsamen. Besonders, wenn es an besondere Spieltechniken geht.
    Wie gesagt, würde ich meinen Sohn auch unterstützen, wenn er in irgendetwas ein solches Talent zeigt. Mir persönlich gefallen allerdings auch einige von deinen Formulierungen bzw. die Herangehensweise, die in meinem Verständnis dahinter steckt, nicht.
    Es klingt, als hättest du die Karriere und den Lebensweg deines Sohnes schon vorgeplant und würdest jetzt mit ihm auf dieses Ziel, professioneller Schlagzeuger zu werden, hinarbeiten. Dafür ist es für mich persönlich noch viel zu früh. Meine Herangehensweise wäre, das Talent zu fördern, ihn bei dem tollen Hobby zu unterstützen und ihm damit für die Zukunft alle Möglichkeiten offen zu halten. Man käme ja auch nicht auf die Idee, einem mit Zahlen begabten Kind auf die Karriere als Matheprofessor vorzubereiten und sein Leben darauf auszurichten. Nur wenn man den Fokus auf etwas legt, kann man darin sehr gut werden. Wenn man es übertreibt, ist es am Ende aber sehr eindimensional. Damit ist man auf das richtige Leben dann auch nicht ideal vorbereitet.
    Und am Ende noch die philosophische Frage: Ist eine Karriere als Profimusiker denn überhaupt erstrebenswert? Den Sprung zum Superstar schafft kaum einer, auch die meisten Wunderkinder nicht. Der Arbeitsalltag sieht dann eher so aus, dass man sein Einkommen durch Unterrichten, Touren mit regionalen Bands und Youtube-Videos bestreitet. Das möchte ich nicht schlecht reden, ganz sicher nicht, nur fragen, ob du diese Realität vor Augen hast, wenn du deinen Sohn in 20 Jahren siehst?


    Das ist allerdings jetzt alles sehr persönlich und meine Einschätzung beruht nur auf den paar geschriebenen Zeilen von dir (und meinen Erfahrungen mit ähnlichen "Fällen"). Wie es tatsächlich bei euch aussieht, weiß natürlich keiner von uns. Deshalb: Nimm unsere "Kritik" bitte nicht persönlich, sondern vielleicht als Anlass, über den Werdegang und den Umgang damit nachzudenken. Wenn das Ergebnis dann ist, dass ihr auf einem guten Weg seid, ist doch alles bestens. Wenn du aber das Gefühl hast, dass ihr doch zu sehr lenkt und vorherbestimmt, dann ist es doch eine gute Gelegenheit, das Schlagzeugspielen wieder von Berufung auf bestes Hobby der Welt zu schieben. Von da hat er ja immernoch alle Möglichkeiten der Welt.

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • All dies ist sehr klug, und du hast es viel beredter ausgedrückt als ich, danke :) Es gibt nichts, dem ich in deiner Einschätzung vernünftigerweise widersprechen könnte. Ich kenne die Fallstricke eines professionellen Musikers gut und bin mir nicht sicher, ob ich es meinem Sohn wünschen möchte. Wir sind auch keine Jackson-Horrorfamilie :) Am Ende des Tages wird es seine Wahl sein und seine allein. Aber es wird eine informierte Entscheidung sein, mit etwas Erfahrung.

  • Also auf jeden Fall ist es doch Hammer, wenn man so einen süßen Knirps so performen sieht. Würden die bedenkenden und moralischen Einwände das verhindern, hätten viele Leute diesen heftigen Spaß jedenfalls nicht (als Halbstarker/Jugendlicher ist es nämlich schon viel unspektakulärer...).


    An der Choreographie könnte man arbeiten, also nicht ständig in die Kamera guggen.

    Ich find's gerade geil, wenn er in die Kamera guckt!

  • Hallo
    Herzlich Willkommen hier im DF. Musik mit seinen Kindern zu machen finde ich klasse.
    Musste leider feststellen,dass die Diskussion eine herbe Kehrtwende erhalten musste. Weil ich eigentlich was ganz anderes fragen bzw. diskutieren würde.
    Hab auch überlegt zu diesem Thema überhaupt etwas zu schreiben,weil es doch,wie man sieht,doch ein heiß umstrittenes Thema ist
    Zum einen werden..sollten..die eigenen Eltern wissen was sie ihrem Nachwuchs zutrauen können und was nicht.Auf der anderen Seite steht klar der Stolz dem man empfindet,wenn die Kinder etwas schon sehr früh können und anderen Gleichaltrigen etwas voraus sind.




    So jetzt aber zu dem was ich eigentlich diskutieren wollte.



    Spielt dein Sohn nur nach Musikstücken oder kann er sich auch dransetzen und frei spielen. Meine Enkelin,bald 3,setzt sich gerne auch mal an meine Rumpelkiste und trommelt so vor sich hin.Stilrichtung ist zwar noch nicht erkennbar,aber sie weiß sich im Set zurecht zu finden. Die Cowbell ist ihr Lieblingsteil,dicht gefolgt von der Bassdrum,wobei sie da immer vom Hocker springt. Nach 5 Minuten konsequenten jammen ist dann aber erstmal wieder Pause angesagt.
    Ich persönlich finde es da schwer den Zeitpunkt zu erwischen,wo man dem Nachwuchs gezielt was beibringen kann. In dem Alter machen die Kleinen es einem auf der einen Seite leicht,weil sie alles nachmachen wollen.Zum anderen ist es schwer die Knirpse bei der Stange halten zu können,weil sie immer was anderes im Kopf haben. Ich halte es immer so,dass man seine Kinder an dem teilhaben lässt was man tut. Ne,dass muss ich anders formulieren. Man muss selbst an dem Leben der Kinder teilnehmen,da sie diejenigen sind,die die Spielregel aufstellen. Kommt mir jedenfalls manchmal so vor ;)


    Dazu eine kleines Beispiel:
    Ich habe in meinem Schlafzimmer ein Practice Pad auf den ich gelegentlich oft spiele und übe. Muss mir jedoch von der kleinen immer sagen lassen,dass ich das völlig "falsch" mache. Schwubb werden mir die Sticks entwendet und ich werde einer Belehrung unterzogen. Sie erklärt mir dann auf ihrer weise,wie es sich mit "Takadimidi" verhält. Weiß gar nicht von wem sie das hat. :rolleyes: Spiele dann den Unwissenden. Plötzlich nimmt die Geschichte eine andere Fahrt auf.
    Das Pad wird kurzerhand zum Lenkrad eines Busses umfunktioniert. Liegt doch klar auf der Hand oder etwa nicht? Ich werde zum Fahrgast und muss mich ganz hinten im Bus hinsetzen. Und schon geht es los die wilde fahrt.
    Dabei bleibt es natürlich nicht aus,dass durch die waghalsige Fahrmanöver das Gewinde des Ständers mal zu ende ist und das Pad zu Boden rumpelt. Klar handelt es sich dabei um ein schwerwiegenden Unfall. Der sofort notärtliche Hilfe benötigt. Wer der Arzt in diesem Fall ist brauch ich ja nicht zu erwähnen....usw...
    Ich mache an dieser Stelle mal Schluss,weil ich hier keine lang widrige Geschichte erzählen möchte,sondern mal aufzeigen möchte wie Kinder in diesem Alter so ticken.


    Habe in einigen Threads schon mal über diese kindliche Phantasie gesprochen,die wie ich finde ein bedeutender Teil des Kind Seins beinhaltet. Wie geht man nun als Erwachsener damit um? Man selbst hat ein klares Ziel vor Augen,nämlich dem Kind etwas beizubringen. Was natürlich nicht falsch ist,dafür sind wir schließlich da.Kinder weichen aber oft von dieser Linie ab. Viele unterdrücken dies jedoch,weil sie der Meinung sind,dass es hinderlich ist für das Vorankommen. Aber gerade dieses Phantasie behaftete Verhalten ist,wie ich finde so wichtig. Da muss man als Eltern einfach mitmachen,sonnst klemmt es irgendwann mal. Es kann natürlich auch dazu führen,dass das Kind auch mal einen anderen Weg gehen wird und auch da muss man als Eltern die Weichen stellen.


    Bei den Videos auf youtube von Kindern ist es als Außenstehender immer schwer zu beurteilen,wie das Kind dazu steht. Also was es da gerade tut. Bei Kindern mit 3 Jahren ist der Entwicklung-Radius auch enorm unterschiedlich.


    Wie stehe ich zu dem gezeigtem Video?
    Erstmal fehlt der Papa auf dem Video.Dies nimmt dem Ganzen ein wenig das Schöne am gemeinsamen musizieren.Nimmt auch das Kind etwas aus dem Fokus des Geschehen ohne dabei die gezeigte Leistung zu schmälern.
    Mich "stört" auch etwas,dass der Stöpsel etwas unnatürlich an dem Set sitzt und spielt.Die Sitzposition kann auch wegen der Kamera Perspektive so wirken.
    Für mich sieht es so aus,dass er etwas schief nach rechts gedreht vor dem Snarepad sitzt. Was mich allerdings wirklich wundert,warum er Cross handed spielt. Welches Kind mach das von sich aus, ohne das man da Hand angelegt hat?
    Kann man mal diskutieren :evil: Nimmt dem Ganzen auch ein Hauch der Natürlichkeit des Kindes. Auch der Abgang,so cool er auch erscheinen mag bzw. sollte,passt nicht so wirklich. Ein Kind in dem Alter macht sowas halt eben nicht.
    Es fehlt das typische kindliche in diesem Video.Die kindliche Phantasie,die Dinge zu sehen,fehlt oder kommt zu kurz.


    Ich habe jetzt nichts gegen Aufnahmen von Kindern,die im Netz musikalisch unterwegs sind. Man muss halt sehen wer es sehen kann und was gezeigt wird.
    Dann aber bitte von Kindern in "freier Wildbahn" und nicht von Eltern manipulierte und in Szene gesetzte Kinder. Und setzt euch dann aber auch selbst daneben. Macht die Videos für Leute uninteressant,denen die Musik egal ist.
    Muss man leider auch in betracht ziehen. Finde es schön,dass Kinder,wenn sie noch klein sind schon Musik machen oder sich für Musik interessieren. Wenn jemand dies mit anderen teilen möchte ist es doch auch ok. Nur wie ist entscheidend.
    Viele Erwachsene,die sich filmen,zeigen sich doch meist auch nur von hinten,oben oder die Beinarbeit wird beleuchtet.


    Finde es auf jeden Fall interessant,dass sich die kleinen Menschen auch für außergewöhnlicher Musik begeistern lassen. Zur Schlafenszeit werden bei uns zuhause nicht nur Kinderlieder geschmettert.
    Meine Enkelin hört gerne beim einschlafen Groove-und Death Metall oder Sachen von Dave Weckl. Ok,kann man jetzt auch von zwei Zeiten beleuchten. Entweder wirkt es auf sie beruhigend oder sie findet es gähnend langweilig ;(
    Werden sehen,wenn sie älter wird und mit welcher Musik sie dann ihre Eltern nerven wird. Hab da noch Hoffnung :D


    Noch was in eigener Sache. Musik machen ist für die Kleinen toll. Jedoch sollte es nicht nur bei einem Instrument bleiben. Kann ja auch auf einen Bereich beschränkt bleiben. Sollen es Schlaginstrumente sein,können Bongos,Xylophon,Percussion-Instrumente,außerhalb vom Schlagzeug durchaus sinnvoll sein.

  • Hab lange darüber nachgedacht, ob ich dazu überhaupt was schreiben soll, denn es scheint, dass es überzeugten Menschen schwer fällt, andere Sichtweisen neutral und sachlich zu betrachten, darüber vorurteilsfrei nachzudenken und die neuen Erkenntnisse in ihr Leben zu integrieren. Muss ja auch nicht sein, kann ja jeder machen wat er will.


    Somit gebe ich hier nur meine persönliche Auffassung wieder.


    Als Vater von drei Kindern ist es mir von Anfang an zuwider gewesen, wenn sich andere Eltern über die Eigenschaften und Fähigkeiten ihrer Kinder zu profilieren versuchen (und das leider auch oft erfolgreich zustande bringen). Genau das passiert gerade m.M.n. mit sämtlichen Kleinkinder Videos, die man auf YouTube usw. finden kann. Solange ein Mensch nicht von sich aus wünscht, dass er sich in der Öffentlichkeit präsentiert bzw. auf einen Vorschlag mit Abneigung reagiert und man ihn trotzdem dazu bringt, ist immer Zwang im Spiel. Das ist nicht immer zu merken, denn vieles läuft bei solchen Geschichten im Unterbewusstsein ab. Zwang ist niemals gut für die Kinderseele!
    Jetzt könnte man argumentieren, dass ein dreijähriges Kind daran Freude hat sich auf Video zu betrachten, nur leider fehlt einem Kind in diesem Alter die Fähigkeit sich über die Konsequenzen klar zu sein. Bei Videos, die nur für private Zwecke gemacht werden, finde ich das auch überhaupt nicht schlimm.


    Ich finde das Zurschaustellen von Kindern in der Öffentlichkeit nicht gut. Ein Kind ist genauso ein würdevoller Mensch wie ein Erwachsener. Bevor Ihr mit Euren Kindern was anstellt, überlegt mal, wie es Euch ginge, würde man das gleiche mit Euch machen. Die Oma hat schon gesagt: Was Du nicht willst, was man Dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.
    Die Arroganz, zu meinen, dass man schon weiß, was richtig für sein Kind ist, hat im Laufe der Geschichte schon für viel Mist gesorgt. Jetzt klink' ich mich aus, sonst klink' ich noch aus (ich sollte mich in so Kram nicht so hineinsteigern, is nich jut für die Pumpe!) Ist ja eigentlich sowieso o.t. Eins noch: Wie unsere Gesellschaft im allgemeinen mit Kindern umgeht, halte ich für bedenklich, das "herrschende" Schulsystem, sowie unser Wirtschaftssystem auch. Da ist noch viel zu tun! Ab dafür...

  • Das sehe ich ähnlich.


    Einem Kind in jungem Alter ein Instrument beibringen ist prima, ein Video zum Dokumentieren davon machen auch, es Oma und Opa zeigen. Ich denke sogar, dass es ok ist, den Rat von anderen Musikern zum Fortschritt einzuholen, solange es sich um einen einigermaßen geschlossenen Kreis handelt. Aber was Du hier machst, sieht nach dem Aufziehen eines "professionellen", an die Öffentlichkeit gerichteten Youtube-Kanals aus. Vieles spricht dafür: die Einrichtung im Namen Deines Sohnes, das gezielt gestaltete Thumbnail nach den angesagten Richtlinien zur Maximierung der Sichtbarkeit, die Ankündigung weiterer Videos mit der Aufforderung dem Kanal zu folgen, die Präsentation hier im Drummerforum (und auch auf anderen Kanälen?), etc.
    Das sieht mehr nach einer Profilierungsmaßnahme für DICH aus, allerdings auf Kosten Deines Sohnes. In seinem Alter kann er dafür nicht ernsthaft um Zustimmung gebeten worden sein, und er kann auch die Folgen nicht abschätzen. Damit werden seine Persönlichkeitsrechte verletzt, und damit überschreitest Du eine Grenze.


    Übrigens - ich weiss nicht ob es echt ist oder eine Photoshop-Montage, aber das Kanalinfo-Bild deutet an, dass Dein Sohn nicht nur auf Youtube sondern auch im "richtigen Leben" der Öffentlichkeit vorgeführt wird...

  • hm... ich bin hier nicht ganz so skeptisch wie die meisten.


    Ich hab bei den Rockin'1000 das jüngste Bandmitglied (im Herbst war er noch 4, jetzt ist er 5) kennengelernt. Er stand mit seinem Vater hinter mir in der Schlange zur Leihinstrumentenausgabe und wir haben ein bisschen geplaudert. sein Vater hat mir erzählt, dass der Knirps mit 2 noch ein Kinderschlagzeug hatte und mit 3 dann auf ein "Erwachsenenschlagzeug" umgestiegen ist.


    Der kleine scheint die Aufmerksamkeit voll zu genießen und findet es richtig cool! Imdirekten Dialog mit mir als für ihn Fremde war er zwar schüchter, aber ok, ich hab auch nicht seine Sprache gesprochen, aber unter einer Masse von Leuten hate der kleine überhaupt keine Scheu und schon gar nicht, wenn er hinter den drums sitzt. Er hat auch in einer Probenpause mal ein Solo hingelegt, dass einem die Ohren schlackern. Wir sind ca. zu 30 um ihn rumgestanden und haben gejubelt und applaudiert. Ich will hier jetzt keine Werbung für ihn machen, aber schreib trotzdem den Link zu seinen Seiten her, damit ihr euch ein Bild machen könnt, wo der überall "vorgeführt" wird (ich schreib das unter Gänsefüßchen, weil ich das Wort nicht verwenden würde, hat einen negativ kritischen Charakter für mich und ich bin ja eben nicht so gegen das Veröffentlichen von Kindern).
    https://www.facebook.com/alessandrosmalldrummer/ seine FB-Seite
    und hier noch ein Video von seinem Youtube Kanal, wo er in Mailand (wo ich auch war im Herbst) mit R1000 Learn to fly spielt.


    Ich hatte jedenfalls keine Sekunde den Eindruck, als würde der das machen, weil sein Papa das von ihm fordert.


    Wenn ich mir den Kanal von dem Avery anschau, dann ist der selbst wohl auch ned unglücklich darüber, dass er als Kind veröffentlicht wurde. Der ist jetzt alt genug (ich glaub, er ist 13) um selbst zu entscheiden und ich denke, der verdient jetzt (über Patreon) schon sein eigenes Geld damit. Ich denke auch, dass er seine jetzigen Videos schon selbst hochlädt.

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

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