• Na super... dann scheint das ja eine weltweite Krankheit zu sein :D


    Ich frage mich nur, ob das jetzt daran liegt, dass man bei Gitarre spielen generell anders denkt oder ist das ein "Problem", das sich ergibt, wenn die Saitler sich das Zeugs selber beibringen und keine Noten lesen können? :/


    Der neue der hinzu kommt hat auch schon geschrieben, dass er sich alles selbst beigebracht hat... und den Bassisten den ich ganz an Anfang kennen gelernt habe konnte auch nur Tabs.

    Ich bin wahrscheinlich dann die einzige die da Noten lesen kann oder was? :/


    Dann wird das ja ein fröhliches Rumgerunde :rolleyes: 8o

  • Hehe, kenn ich auch alles. Man lernt dadurch, sehr eindeutige Fills zu spielen, um die Übergänge anzuzeigen oder im schlimmsten Fall alle wieder einzufangen. Leider ist unser Bassist aber von der gnadenlos zählenden Sorte, der dann ohne Hemmungen den Rest des Songs um einen Takt versetzt spielt, wenn es die anderen zwischendurch rausgehauen hat.

  • wir spielen das 4x“ - „wieviele Takte sind 4x?“ - „na 4 Takte“ …. In Wahrheit sind’s 8 Takte, weil 1x sind 2 Takte 😝

    Oder:“wieviele Takte spielst du dein Gitarrensolo?“ - „weiß ich nicht, hör einfach zu, wenn ich das hier [dudelt so ca. 7 hohe Töne] gespielt hab, ist es aus“ - „und du meinst, ich kann dieses Gedudel von deinem restlichen Gedudel unterscheiden? Wenn ich floortom spiel, hör ich gerade mal noch, dass du überhaupt herumdudelst“ - „sie nennt mein Solo herumdudeln!“

    Erstellt man sich in diesem Fall dazu nicht einfach mal gemeinsam ne Roadmap? Und dazu schreibt sich der Drummer seine Move´s auf. Oder sehe ich das falsch?

    Bei mir ist das einfach schon zu lange her. Finde es aber schön, dass ihr unzensiert von euren Erfahrungen berichtet.


    Hört sich für mich auf jeden Fall so an, dass jeder in etwa die gleiche Karte-Skizze hat, um von A nach B zu kommen.

    Der Gitarrist, 2m groß, orientiert sich an seiner Schrittlänge und wieviel Schritte er gehen soll, wenn er abbiegen muss.

    Der Bassist, Gärtner, weiß, dass er an einer Eiche rechts abbiegen und sich an einer Linde links halten muss. Damit jeder weiß wo der Unterschied liegt hat er jeweils ein Blatt mitgebracht.

    Der/Die Schlagzeuger/in, 1,56 groß, hat keine Ahnung wie lang ein Schritt ist, wenn man 2m groß ist. Zum Glück hat er/sie die Blätter von dem Bassisten. Dummerweise ist gerade Winter.

  • Leider ist unser Bassist aber von der gnadenlos zählenden Sorte, der dann ohne Hemmungen den Rest des Songs um einen Takt versetzt spielt, wenn es die anderen zwischendurch rausgehauen hat.

    :D Da bin ich ja jetzt wirklich beruhigt, wenn das bei anderen auch so ist!

    Erstellt man sich in diesem Fall dazu nicht einfach mal gemeinsam ne Roadmap?

    Eigentlich schon. Es gibt aber Kollegen, bei denen ändern sich Größe und Schrittlänge nach Tagesform. Alles schon erleben. An einem der schlechten Tage hat es dann keinen Sinn, das Problem zu erörtern, sondern es heißt "komm, noch mal von vorne", oder "das machen wir nächste Woche nochmal."

    Im Amateurbereich ist das auch nicht ohne Streit zu lösen, wenn die Motivation nicht von jedem selbst kommt.

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 16" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash, 8" Alpha Splash, 18" 602ME China

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  • Tja, jetzt wird dann interessant, weil nun 2 neue Songs dazugekommen sind, die ich gar nicht kenne... hab mir bei dem einen auch schonmal den Grundbeat angeschaut... omg... den muss ich sogar vereinfachen, wenn ich den am Sonntag spielen will... fast keiner der Schlagzeugtakte gleicht dem anderen... es sind nur kleine Variationen in den Ghostnotes und mal in der Bassdrum... wie kann man sich da die Reihenfolge merken... der Drummer scheint da echt unterfordert zu sein.

    Dazu hätte ich mal ne Frage.

    Ghostnotes sind ja dazu da, um dem Rhythmus mehr Fülle und Tiefe zu verleihen. Einem aber auch eine Möglichkeit bieten, vorher unbetonte (Ghostnotes) im Verlauf des Stückes zu betonen. Quasi ohne eigentlich etwas anderes zu spielen, dem Stück mehr Dynamik oder sogar eine Wendung zu geben.

    Werden diese "leisen Schläge" eigentlich mehr gezielt gesetzt oder einfach nur nach Gefühl gespielt?

    Sollte man sich die Mühe machen und mal herauszufinden, warum diese kleinen Veränderungen in dem Stück gespielt werden?

    Kann ja auch sein, dass der Drummer wirklich nur lange Weile hatte und es eigentlich egal ist, ob man Note für Note exakt nachspielt.

    Oder es gibt eine Art Thema. Passt jetzt nicht so ganz hier rein, aber Benny sagt einige interessante Dinge Simple Ideen ganz groß (irgendwo hatte ich dieses Video schon mal als Beispiel aufgeführt)


    Um welche Songs geht es denn?

    2 Mal editiert, zuletzt von Lexikon75 ()

  • Hach das kenne ich zu gut :D Ich habe einfach alle solange angeschrien bis jetzt alle in Takten reden. Mit Riffs, Parts, Teilen und sonstwas können mich alle jagen. :P Das hat soviel Aussagekraft wie "gehn wir in der Woche ein Bier trinken". Ist zwar schön umrissen, aber nichts genaues weiß man dann halt nicht.


    lg

  • Hi

    Hab mir das Stück mal angeschaut. Dafür brauch mal wirklich ein Navi. Nichtdestotrotz müsste man mal schauen warum die Notation so unterschiedlich ist.

    Gerade da wo die Takte ein Fill beinhalten sollte man vielleicht mal genauer hinschauen. Bin da leider auch ein Greenhorn. Daher sind meine Anmerkungen eher fragend, als richtungsweisend zu betrachten. Mal die Frage in die Rund, wie geht man mit so einem Song um? Auswendig lernen wird wohl schwierig, was jetzt nicht heißen soll, dass es nicht geht. Vielleicht haben die einzelnen Groove-Figuren ja einen Sinn. Beispiel aus dem Stück.

    Takt Nr. 64 mit dem kleinen Fill auf der 4. Ein sich wiederholendes Muster. Wie werden die Fill vorbereitet. Wahllos oder gezielt eingeleitet?

  • Imho würde ich nicht mal ansatzweise versuchen das so wie notiert auswendig zu lernen. Denk dir eine 2 oder 4 taktige Phrase für den Vers aus, was gut mit dem Gitarrenriff geht und dann noch eine ähnliche Phrase für den Chorus die halt mehr aufmacht. Fürs Solo mischt den Chorus und Vers Groove zusammen und fertig ists.

    Meiner Meinung ist das komplett egal ob da alle Ghosts wie im Original da sind, bzw müssen nicht mal alle Verschiebungen von Snare, BD oder sonstwas gespielt werden. Ich behaupte dem Zuhörer ists komplett egal solange ein Groove da ist. Ich bin aber so oder so kein Fan etwas 1:1 zu lernen. Ich bin keine Kopiermaschine, ich interpretiere Lieder und ich packe da überall etwas von meiner Persönlichkeit rein. Speziell bei Grooves wie diesen sind die Ghosts nur ein persönlicher Ausdruck. Wichtiger ist das man weiß welche Grooves man für Vers, Chorus, Solo, etc. verwenden möchte und das dann auch durchzieht. Den Rest einfach fühlen, und sich vielleicht fragen, was würde ich in dem Moment im Lied vom Schlagzeug hören wollen.


    lg

  • Mal die Frage in die Rund, wie geht man mit so einem Song um?

    Ich spiele kompliziertere Stücke die ersten Male vereinfacht (siehe oben: Money Beat und irgendwelche Fills die mir spontan von der Hand gehen). Dann hört man meist im Zusammenspiel, dass manche Stellen nicht so gut klingen (weil ein Fill im Original mit den anderen Instrumenten abgestimmt ist, oder ein Teil ohne Ghostnotes nicht grooved). Die lerne ich dann fürs nächste Mal, wo dann vielleicht die nächsten Stellen auffallen. Am Ende bleiben oft Teile übrig, die nicht original sind, aber auch nicht stören. Die lass ich dann so, außer mich packt der Perfektionsfimmel ^^ .

  • erinnert mich an "sunday bloody sunday", das haben wir im unterricht mal durchgenommen, aber nur als übung für hihat 16tel. da hab ich mir sofort gedacht "oida? das kann sich ja keiner merken??" die "eingeworfenen" snareschläge haben kaum system. hab mir dann ein paar live videos von U2 angeschaut und tatsächlich kann sich auch der drummer selbst das original offenbar nicht merken. die ersten takte sind zwar immer gleich, aber im laufe des songs spielt er es immer anders ;)

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Mal die Frage in die Rund, wie geht man mit so einem Song um? Auswendig lernen wird wohl schwierig, was jetzt nicht heißen soll, dass es nicht geht. Vielleicht haben die einzelnen Groove-Figuren ja einen Sinn. Beispiel aus dem Stück.

    Hab mir die >> Noten hier mal angesehen. Tja gut... ^^ Erst mal, über den Sinn und Zweck von Noten haben wir hier an anderer Stelle schon zu genüge diskutiert. Das rolle ich besser nicht noch mal auf. Auf der einen Seite bin ich immer sehr froh, wenn ich für einen Song eine solche Transkription bekommen kann. Es nimmt einem viel Arbeit ab. Gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen oder so ein Gefühl, dass ich mir zu wenig Mühe mit einem Song gebe, weil ich nichts mehr raushören muss. ^^ Gerade wenn man bedenkt, wie unsere Vorgänger das gemacht haben, als es noch kein Internet gab oder wenigstens die Möglichkeit, einen Song ohne viel Aufwand immer wieder an eine bestimmte Stelle "zurückzuspulen". Das kratzt dann manchmal ein bisschen am eigenen Selbstbewusstsein. Noch dazu bin ich ein Perfektionist, und wenn ich einen Song covere, dann möchte ich ihn möglichst originalgetreu spielen oder mindestens zum grooven bringen (hatten wir auch schon irgendwo...). Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass die allerwenigsten Schlagzeuger einen Bon Jovi Song richtig zum grooven kriegen. Tico Torres spielt ja recht wenige Noten, aber diese mit einer Schwere, die ich bei Festzelt-Versionen von It's my life oder Bed of roses schmerzlich vermisse und immer am liebsten selber hoch auf die Bühne wollte...bei meinen Covers bemühe ich mich also so gut wie immer, auch die originalen Fills zu treffen. Das schafft automatisch die Moves, die einen als "den Drummer" für den Song fühlen lassen.


    Es ist eigentlich amüsant, dass sich Leute immer wieder die Mühe machen, (ich nenne es mal) "Popsongs" so detailliert zu transkribieren, weil wohl die allermeisten Drummer dieser Songs im Original eher nicht nach Noten in dieser Detailtiefe spielen (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Ich kenne es von Songs, denen ich aus meist subjektiven Gründen nicht so viel Aufmerksamkeit schenke und dann doch "meine Version" spiele. Da ergeben sich dann nach einiger Zeit Grooves und Fills, die ich immer spiele, weil sie für mich so gehören und meiner Meinung dem Song guttun. Und so denke ich, haben das auch die meisten original Drummer gemacht, und dann kommen eben solche Notenblätter raus, wenn sich ein außenstehender die Mühe macht, das Zeug alles rauszuschreiben. Das heißt nicht, dass die original Drummer sich meistens nicht mehr drum scheren, was sie da aufgenommen haben. Im Gegenteil: Viele können zu mindestens 99% wiedergeben, was sie sich da einmal ausgedacht haben. Todd Sucherman ist so ein Beispiel. Er behauptet von sich, dass er mindestens 99% immer gleich spielt. Das kann er aber wohl nicht, weil er mit Noten arbeitet, sondern weil er bei der Entwicklung des Songs dabei war und es seine Drumparts sind. Ähnlich ist es bei Hena Habegger (Gotthard) und seinem "Drumbook of Bang!". Diese Noten sind nach der Album-Produktion entstanden, weil er für einen Song mit Orchesterbegleitung tatsächlich Noten brauchte. Wenn man sich die Noten so anschaut, überlegt man wirklich, ob er das alles so bewusst gespielt hat!? Aber er ist wohl in der Lage, es immer wieder so zu spielen.


    Ich behaupte dem Zuhörer ists komplett egal solange ein Groove da ist.

    Ja, größtenteils schon. Wenn man nicht We will rock you als Bumm-Tschak mit Offbeat-HiHat spielt. :D Also wenn man nicht bewusst eine Offbeat-Version machen möchte.


    Um zur eigentlichen Frage zurückzukommen:

    Ich denke, es gibt 2 Möglichkeiten. Die erste ist, es tatsächlich auswendig zu lernen oder sich sogar Teile spickzettelmäßig irgendwo hin zu kleben, um möglichst wenig an den Noten zu hängen. Die zweite ist so eine schrittweise Annäherung der ersten, nämlich es erst einmal ruhig anzugehen. Jenachdem, wie firm man im Noten lesen ist, also ob man wenigstens Takte zählen kann oder bis auf die 32tel genau lesen kann, was in jedem Takt passiert, kann das vorliegende Notenblatt eine echte Hilfe sein. Man kann zum Beispiel mal mitlesen, während man sich den Song anhört und schauen, ob es irgendwelche größeren Blöcke wie z. B. 4-taktige Einheiten oder so gibt. Das kann man auch evtl. in den Noten sehen. Ich erkenne da z. B. einige "4-Takter". Nehmen wir mal die Takte 5-8: der erste und dritte Takt (also Takt 5 und 7) sind gleich. Der zweite und vierte sind Variationen davon, wobei sie auf den ersten Blick eher nichts mit dem Rest zu tun haben. Bei Takt 6 bleit aber wenigstens die Bassdrum Figur gleich. Spätestens ab Takt 13 sind es offensichtliche 4-Takter mit identischen Takt 1 und 3. So kann man sich den Song nach und nach erarbeiten...

    Ich würde mich da erstmal auf die Bassdrum Patterns und die betonten Snares (also nicht die Ghosts) konzentrieren und den Song so zum Laufen bringen. Ich würde auch immer den Song als Ganzes betrachten und z. B. nicht 4 Wochen an den ersten 8 Takten rumdoktern. Und immer im Kopf behalten: Der original Drummer hat das sehr wahrscheinlich nicht nach Noten gespielt!

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12" TT; 14", 16" FT
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    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

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  • Das heißt nicht, dass die original Drummer sich meistens nicht mehr drum scheren, was sie da aufgenommen haben. Im Gegenteil: Viele können zu mindestens 99% wiedergeben, was sie sich da einmal ausgedacht haben. Todd Sucherman ist so ein Beispiel. Er behauptet von sich, dass er mindestens 99% immer gleich spielt. Das kann er aber wohl nicht, weil er mit Noten arbeitet, sondern weil er bei der Entwicklung des Songs dabei war und es seine Drumparts sind. Ähnlich ist es bei Hena Habegger (Gotthard) und seinem "Drumbook of Bang!". Diese Noten sind nach der Album-Produktion entstanden, weil er für einen Song mit Orchesterbegleitung tatsächlich Noten brauchte. Wenn man sich die Noten so anschaut, überlegt man wirklich, ob er das alles so bewusst gespielt hat!? Aber er ist wohl in der Lage, es immer wieder so zu spielen.

    Das ist relativ interessant, wie ich finde. Ich bin natürlich keine Referenz, weil ich mich da eher in der Holzklasse bewege, aber tatsächlich änder ich Lieder bei deren Entstehung ich dabei war auch immer wieder mal. Klar, es sind dann nur Kleinigkeiten, die Struktur wird dann nicht mehr verändert, aber mir ist es wichtig das Ganze dynamisch zu halten. Ich möchte zB das ein Lied live anders klingt wie auf der Platte, auch als Zuhörer. Wenn es perfekt wie auf der Platte ist, kann ich mir das zuhause auf der Couch auch anhören, das ist gemütlicher und ich kann auf Pause drücken, live möchte ich was anderes haben. Vielleicht ist das auch meine Einstellung, das sich Lieder auch mit den Bands mit entwickeln dürfen, und ich behaupte, dass das auch recht oft vorkommt. Vielleicht wird teilweise eine eins zu eins Kopie verlangt, ich kann damit aber nix anfangen.

    Und das eigene Zeug notieren musste ich im Zuge des Studiums meines Gitarristen auch mal, das macht auch keinen Spaß. :D


    lg

  • ....und zu Guter Letzt wenn mann es rein theoretisch, notentechnisch ablaufmässig, notentechnisch

    drauf hat, bleibt ja auch - "NUR" noch - sie spielerische Ausführung/Umsetzung. 8|     :) ;)

  • Naja, der Original-Drummer scheint den angeblichen Original-Drum-sheet auch nicht so gut zu kennen: 😂

    Fine Again - Seether Live in Studio - YouTube

    Also der spielt jedenfalls nicht das, was da notiert ist. Die Notation höre ich auch nicht in der Studio Version, sorry.


    In solchen Fällen - wie beim Covern allgemein - dürfte im übrigen der Standard-Tip von Beatdown Brown helfen: "Don't overthink this - its no rocket-science".


    In Fragen des Coverns sollte man sich immer zunächst ganz simpel vergegenwärtigen, was die Essenz des Rhythmus' ist, D.h. was ist das spezielle an diesem einen Rhythmus. Und im Regelfall ist es das, was man auch absolut klar hören kann. (Lediglich in Ausnahmefällen kommt das spezielle zuweilen durch intelligent-wirkende, aber eben fast unhörbare "Ghosts" zustande oder durch im Hintergrund unmerklich werkelnde rhythmische Zusatzeffekte.)


    Und hier ist es eindeutig hörbar neben dem allgemeinen Boom-Tschak - Boom Boom-Tschak die 16tel vor der 3, die turnusmäßig - alle vier Takte glaube ich - wiederkehrt und wo dann die BD auf der 3 auch noch oft weggelassen und nur die 3+ Dazu gespielt wird. Das ist das Thema, das Gerüst, alles andere ist mehr oder weniger Beiwerk.


    Zu den Fills:


    Das menschliche Leben ist endlich. Wer meint, für ihn gelte das nicht, kann selbstverständlich bei jedem Song versuchen, alle Fills bis ins kleinste rauszufuchsen und nachzuspielen. Viele finden das auch Ausdruck einer wie auch immer gemeinten "Professionalität": bitte sehr, wem's Spass macht.


    Alle anderen sollten Fills nur dann zwingend Nachspielen, wenn diese für das Stück in ihrer musikalischen Wirkung entweder unerlässlich sind, also auch von potentiellen Zuhörern identifiziert werden, oder aber einfach super-geil bzw. Einfach Drum-Legende sind.


    Bsp.: Wer schon den Frevel begeht, "Stairway to Heaven" Nachzudödeln, sollte den berühmten Herta-Drum-Fill im Gitarren Solo dann schon spielen, andernfalls sich das ganze irgendwie bescheuert ausnimmt. Das gleiche gilt für signifikante Breaks bei "in the Air tonight", "easy Lover", "Smells like teen spirit" und wie sie alle heißen. Wer Police nachspielt, sollte Copeland-typische HH-Licks schon drauf haben, ansonsten wirken halt die ganzen Stücke nicht. (Andererseits kann man sich auch mal vom gesamten Original lösen und was eigenes draus machen. Seven Days spielt Manu Katche völlig ohne Colaiuta'sche Licks, aber irgendwie funktioniert's trotzdem.)


    Aber ansonsten ist es doch vollkommen Wumpe, welche Fills gespielt werden. Im Gegenteil: da kann doch ein Schlagzeuger endlich mal seine Fantasie und seine Kreativität spielen lassen und seine Persönlichkeit ausdrücken.


    Sicher macht es auch gerade in der Anfangsphase Sinn, sich auch mit den nicht so Stilprägenden Breaks von anderen Drummern auseinander zu setzen, allein schon um ein Gefühl für den entsprechenden Musikstil zu bekommen und das eigene Vokabular zu erweitern, aber unterm Strich ist es am Ende des Tages vollkommen egal, ob ich an irgendeiner Stelle zwei achtel oder 4/16 Spiele. Entscheidend ist nur, dass es musikalisch ist,

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

    2 Mal editiert, zuletzt von Seelanne ()

  • Imho würde ich nicht mal ansatzweise versuchen das so wie notiert auswendig zu lernen. Denk dir eine 2 oder 4 taktige Phrase für den Vers aus, was gut mit dem Gitarrenriff geht und dann noch eine ähnliche Phrase für den Chorus die halt mehr aufmacht.


    In Fragen des Coverns sollte man sich immer zunächst ganz simpel vergegenwärtigen, was die Essenz des Rhythmus' ist, D.h. was ist das spezielle an diesem einen Rhythmus. Und im Regelfall ist es das, was man auch absolut klar hören kann. (Lediglich in Ausnahmefällen kommt das spezielle zuweilen durch intelligent-wirkende, aber eben fast unhörbare "Ghosts" zustande oder durch im Hintergrund unmerklich werkelnde rhythmische Zusatzeffekte.)


    Und hier ist es eindeutig hörbar neben dem allgemeinen Boom-Tschak - Boom Boom-Tschak die 16tel vor der 3, die turnusmäßig - alle vier Takte glaube ich - wiederkehrt und wo dann die BD auf der 3 auch noch oft weggelassen und nur die 3+ Dazu gespielt wird. Das ist das Thema, das Gerüst, alles andere ist mehr oder weniger Beiwerk.


    Ja genau das ist mein Plan, das meinte ich mit kleinstem gemeinsamen Nenner.

    Es gibt zwar Dinge, wo ich tatsächlich den Anspruch an mich selbst habe, (nahe am) Original zu spielen, aber man muss es ja nicht übertreiben. Und als Anfänger ohne Banderfahrung hat man sowieso genug zu tun, wenn man eine vereinfache Version spielen will.

  • Es gibt zwar Dinge, wo ich tatsächlich den Anspruch an mich selbst habe, (nahe am) Original zu spielen, aber man muss es ja nicht übertreiben. Und als Anfänger ohne Banderfahrung hat man sowieso genug zu tun, wenn man eine vereinfache Version spielen will.

    Genau! Da ists viel interessanter den Haufen zusammenzuhalten und sich auf das gemeinsame Spiel zu konzentrieren. :)


    lg

  • Genau! Da ists viel interessanter den Haufen zusammenzuhalten und sich auf das gemeinsame Spiel zu konzentrieren. :)

    Eben. Noch interessanter wirds wenn man eigene Songs spielt, da ist man immer 100% am Original und muss sich nicht damit rumschlagen was andere mal gespielt haben.

    Mehr Spass machts außerdem mit anderen Musikern etwas neues zu schaffen.


    Die Tücke beim covern als Anfänger ist, das die Songs die leicht zu spielen sind entweder sehr öde sind, den eigenen Geschmack nicht treffen oder auf den zweiten Blick doch komplexer sind als es scheint und man sich daran aufreibt.
    Meiner Erfahrung nach bring es einen schneller voran, wenn man mit deutlich besseren Musikanten musiziert.

    don´t panic

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