• Hallo ihr Lieben,


    ich muss mich mal "ausheulen", bzw. hinterfragen ob bei mir noch alles in Ordnung ist 8o :rolleyes:


    Einerseits habe ich das Gefühl, wenn ich mir selber Aufgaben raussuche oder welche vom Lehrer bekomme, vor allem in Bezug auf Koordination und das Zeugs übe, dass ich das sehr schnell alles aufsaugen kann. Also erstmal schön langsam üben, ne Nacht drüber schlafen und am nächsten Tag ist der Knoten schon viel kleiner. Das mache ich dann noch 3, 4 mal so und meist ist der dicke Knoten dann auch weg. Einerseits das finde ich irritierend, dass manche Dinge so extrem schnell gehen, aber da gibt es ja keinen Grund sich zu beschweren :P


    Dann aber gibt es ein Thema, wo ich schon ganz schön an mir selber zweifel, ob das wirklich so noch normal ist. Und genau dafür brauche ich eure Erfahrungen.

    Ich habe ja eine ganze Zeit Playalongs geübt und auch die Tutorials für den Grand Jam nächstes Jahr . Alles schön artig nach Noten. Erst nur den Grundbeat geübt, sofern ich den nicht konnte, dann die Fills und dann das Ganze erstmal langsam abgespielt und zusammengesetzt. Das ist so meine Reihenfolge. Klappt auch so an sich ganz gut, aber ich finde, ich brauche dafür einfach zu lange. Ok, bei den ersten 3, 4 Liedern kann ich es verstehen... man muss ja auch erstmal checken, wie die Mukke so funktioniert.

    Aber jetzt habe ich z.B. was, wo der Grundbeat ganz einfach ist... diverse Übergänge auch... ich würde es auch sicher nach einiger Zeit zusammengebaut spielen können, aber ich finde, ich brauche dafür einfach zu lange, obwohl ich ja die Grundstrukturen kann.

    Mein Problem dabei ist, obwohl ich das Lied echt gut kenne (bin damit aufgewachsen) und auch wenn es läuft im Kopf genau weiss "jetzt kommt das Crash und jetzt dies und das", ich das nicht "mal eben" umsetzen kann.


    Der Gitarrist spielt ungefähr so lange wie ich und scheinbar üben wir ungefähr gleich viel... wir haben uns letzten Sonntag auf drei Songs geeinigt, die wir bis kommenden Sonntag üben wollen... er hatte einen dabei, den er Null konnte. Gestern (Montag) konnte er das Ding schon auf Gitarre spielen! Und ich eier hier rum mit meinen Sachen. Klar, kann ich auch erstmal NUR den Grundbeat spielen, aber ich möchte gerne auch am nächsten Sonntag etwas vorweisen können (und wenn es nur für mich ist).

    Ich weiss nicht warum ich Sachen so spielen kann, aber sobald ich zur Musik spielen will, klappt es ganz oft nicht. Ich dachfe ja einige Zeit, dass es am Tempo liegt. Dem ist aber nicht so. Zum Metronom in der entsprechenden Geschwindigkeit klappt es, aber im Song dann nicht :rolleyes:


    Und generell auch mal an die Anfänger hier (oder auch an die, die sich an ihre ersten 5 Jährchen noch erinnern können): Wie schnell bekommt ihr neue Songs hin, bzw habt sie hinbekommen?


    Sicher wird es nach mehr Erfahrung einfacher, aber vllt hat hier auch jemand eine Idee, die mir weiter hilft.

    Ich will ja weiter mit den Leuten musik machen, aber wenn die ihr Zeugs nach 3 Tagen Üben intus haben und ich ne halbe Ewigkeit dafür brauche, ist es ja irgendwo auch total banane (und vor allem könnte der Eindruck entstehen, dass ich zu faul zum üben bin).

  • Ich weiss nicht warum ich Sachen so spielen kann, aber sobald ich zur Musik spielen will, klappt es ganz oft nicht.

    Ich kenne das gut. Das liegt bei mir auch daran, dass ich viel entspannter bin wenn ich alleine übe, als wenn ich mit anderen Leuten, die ich noch nicht lange kenne, zusammen musiziere. "Leistungsdruck", mehr Aufmerksamkeit für die Mitmusizierenden = weniger Gehirnkapazität für die eigene Koordination, was wiederum bei frisch gelernten, noch nicht verinnerlichten Sachen zu Problemen führt.

    Der Kopf ist weniger frei.

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Hi,

    mein Eindruck ist, dass du zu viel von Dir erwartest. Selbst die Basics spielen macht Spaß. Lieber weniger und locker als immer nach dem Maximum gehen. Auch der Gedanke, was die Anderen davon halten, ist nicht zielführend. Du bist fleißig und kommst wie jeder Anfänger voran. Die Zeit um die Koordination zu verinnerlichen kann man nicht verkürzen. Das werden dir hier alle bestätigen. Ich habe meine Jobs nie durch virtuose Fills oder furcheinflößende Speed-Orgien bekommen. Ich habe versucht bei 80-90% meiner Fähigkeiten zu spielen und wenn ich ein Signature-Fill nicht konnte oder der Song technisch zu anspruchsvoll war hab ich ihn vereinfacht. Klang dafür solide, der Rest lässt sich gut kaschieren durch aufrecht sitzen und komisch schauen...

  • Mein Gott - entspann Dich doch mal ein bisschen! :D

    Das ist doch keine Leistungsschau, sondern nur gemeinsames Mucken! Und wenn Du halt nur zwei Songs kannst - na und? Oder mal einen nicht hinbekommst - so what? Dann spielst Du eben nur Bumm-Tschack und fertig - beim nächsten mal klappt's dann wieder. Wenn ich mir ständig so einen Kopf machen würde, dann wäre es bei mir mit dem Spaß am Spielen schnell vorbei!

  • Bei mir ist es zwar schon ziemlich lange her, dass ich angefangen habe, aber für mich hört sich das an, als ob Du Dich selbst blockierst, und zwar durch die Angst, das in der Musik auf Dich Zukommende (irgendein Break, Fill etc.) nicht richtig spielen zu können. Und sobald Du diese Befürchtung hast, verkrampfst Du. Das hört man am Mikrotiming, an verhaltenem Spiel, an Ungenauigkeiten etc.


    Aber weshalb solltest Du Dich blockieren? Zunächst kommt es darauf an, dass Du einen guten Groove spielst, viel mehr machen viele andere, aber durchaus berühmte Schlagzeuger auch nicht, und das ist musikalisch gesehen auch unsere Aufgabe. Ich habe auch lange Zeit gemeint, kompliziert spielen zu müssen, damit ich selbst und auch jeder andere weiß, wie gut ich irgendeine musikalisch anspruchsvolle Sache kenne. Doch das ist unklug. Durch eine Mitwirkung in einer Blues- und Funkband bin ich darauf gekommen, mich deutlich zu reduzieren und mich zu konzentrieren (und zurückzunehmen) auf den Groove, und siehe da, es funktioniert prima. Oft ist es viel besser, den Groove durchzuspielen, als komplizierte Figuren "mitzuklopfen", denn wenn alle daran Mitwirkenden auch nur eine Winzigkeit aueinanderliegen, fängt es an zu wackeln, und sofort ist der Groove weg.


    Was ich sagen will: konzentriere Dich auf die Begleitung, habe Spaß daran, werde sicher, habe keine Angst davor, etwas nicht zu können, spiele das, was Du gut kannst (es heißt ja auch Musik spielen, das ist viel besser als Musik machen). Mit der Zeit wirst Du immer sicherer und kannst Dich dann auch mehr trauen. Wenn Du Dich nicht traust, spielst Du nicht, dann hast Du keine Übung (und das ist das zentral Wichtige), dann klappt es nicht gut, dann traust Du Dich nicht .... Durchbreche den Teufelskreis. Ich drücke Dir die Daumen, lass Dich nicht entmutigen!

  • Prinzipiell wurde hier schon alles gesagt, ich möchte nur nochmal auf folgendes eingehen:


    Der Gitarrist spielt ungefähr so lange wie ich und scheinbar üben wir ungefähr gleich viel... wir haben uns letzten Sonntag auf drei Songs geeinigt, die wir bis kommenden Sonntag üben wollen... er hatte einen dabei, den er Null konnte. Gestern (Montag) konnte er das Ding schon auf Gitarre spielen! Und ich eier hier rum mit meinen Sachen. Klar, kann ich auch erstmal NUR den Grundbeat spielen, aber ich möchte gerne auch am nächsten Sonntag etwas vorweisen können (und wenn es nur für mich ist).

    Ich weiss nicht warum ich Sachen so spielen kann, aber sobald ich zur Musik spielen will, klappt es ganz oft nicht. Ich dachfe ja einige Zeit, dass es am Tempo liegt. Dem ist aber nicht so. Zum Metronom in der entsprechenden Geschwindigkeit klappt es, aber im Song dann nicht :rolleyes:

    Manche Songs sind für das eine oder andere Instrumente eben einfacher/schwerer. Das wird immer wieder vorkommen, und ist auch nichts ungewöhnliches. Du musst doch gegenüber Mitmusikern nichts vorweisen, versuch lieber gemeinsam Musik zu machen und sich danach wie ein Rockstar vorzukommen. :D ;)


    lg

  • Die Begabung, Dinge mehr oder weniger spontan spielen zu können ist auch ganz verschieden. Meine Schwester und ich haben z.B. beide gleich lang klassisches Klavier gelernt (sogar bei der selben Lehrerin) und haben somit die selben Voraussetzungen. Ich kann ganz gut Dinge nach Gehör und Gefühl nachspielen, was ihr schwerfällt. Sie kann dafür exzellent vom Blatt spielen, was ich überhaupt nicht hinbekomme.


    Du wirst mit der Zeit herausfinden, was Deine Stärken und Schwächen sind (und ja: man kann nicht nur Stärken haben ;) ). Das macht aber das Spielen in einer Band auch spannend: dass jeder unterschiedliche Begabungen einbringt!

  • Ich weiss nicht warum ich Sachen so spielen kann, aber sobald ich zur Musik spielen will, klappt es ganz oft nicht.

    Weil es sich einfach anders anfühlt und anders ist, und noch 100 andere Faktoren eine Rolle spielen. Stichwort wirklich verinnerlichen.
    Ich schreibe dir mal aus meiner Erfahrung heraus so von Anfänger zu Anfänger. Klar bei jeden ist es anderes und hat andere Gründe

    aber viell. gibt es parallelen worin du dich wieder findest.


    Ich übe u.a. Cowbell Patterns. 10 Aufg. an der Zahl, welche sich von Groove zu Groove und vom Schwierigkeitsgrad steigern.

    Die ersten Aufgaben kann ich relaitv gut. Dachte ok, das bindest du jetzt mal in einem Drumless Song mit ein und zwar im Refrain.

    und siehe Da ich schmiere ab. Zum Song das geübte anzuwenden ist immer was anderes als wenn man es langsam mit Metronom übt.

    Der Kopf die Gelenke alles muß erst mal verinnerlicht und gespeichert werden. Das dauert !!! auch wenn man meint ach, das kann ich schon

    kann man es viell, noch nicht wirklich ????. Hinzu kommt, das was man unbedingt können möchte kann manchmal stoppen und das was man nicht unbedingt braucht aber trotzdem mal so übt kommt einen zugeflogen.

    Es spielen innerlichen Druck, Psychologie, Übeverhalten, Erfahrung mit Band,und vieles andere eine Rolle.

    Mein Bsp. muß nicht zuteffend sein, kann aber. Bei jeden ist es anders.


    Hast du viell auch den Druck im Unterbewußtsein abliefern zu müssen ? Viell. hilft es auch es den Gitarristen zu sagen, und wenn er das locker auffasst wovon ich mal ausgehe kann manchmal so manchen Druck abfallen.


    Vor einen halben Jahr wurde ich gefragt ob ich einer einer Hardrock Band aushelfen kann. Der Gitarrist fing an und ich saß hinter dem Set

    und habe nix gemacht . Ideenlos war ich. Mir fiel nix ein. Alle schauten zu mir während die spielten , brachen ab und fragten

    Wat is los :

    Ich : Sorry Leute mir fällt nix ein was ich spielen soll. Ich dachte ich müsste aller Youtube Musikerpolizei genau wie es verlangt wird in diesen Genre

    spielen.

    Der Gitarrist sagte : Spiel einfach irgdenwas hauptsache es passt.

    Ich : bin aber nervös, Weiß nicht wie man zu so ner Hardrock Mucke spielen soll ?

    Gitarrist Lass laufen. Hauptsache, passt. Hast keine vorgaben !!


    Der hat mir echt den Druck genommen. was passierte : ich spielte ne Mischung aus Country, Ska Zeugs triolisch undefinierbar.

    Und nach der Probe bekam ich zu hören. Alter auf diese Art hats noch keiner gespielt aber klang cool.


    Dinge ansprechen und Mal die Ansgt kundtun kann das Eis brechen und den Knoten zum platzen bringen

    Offen über Druck und Ängste zu sprechen oder so wie man sich fühlt finde ich sehr mutig, ehrlich und wird (meistens jedenfalls)

    positiv wahrgenommen.



    Vor der Probe : Bevor du spielst mal ne min die Augen schließen, tief ein und ausatmen kurz die Arme schütteln und sich lockern.

  • zweifel, ob das wirklich so noch normal ist [...] ich finde, ich brauche dafür einfach zu lange

    Das scheint ja der Kern deines Grübelns bzw. dein Hauptärger zu sein und dazu kann ich dir aus jahrzehntelanger Erfahrung sagen: Ja, es nervt. Und gerade die Diskrepanz zwischen einer mental übersichtlichen / vermeintlich leichten Aufgabe und den Umsetzungsschwierigkeiten dabei, ist oft so höchst erstaunlich, dass man tatsächlich ins Zweifeln kommen kann. Aber lass dir versichert sein: Das geht so ziemlich allen so.

  • Hallo Miss_Mieze ,


    da ich mich auch zu den Anfängern zähle, die mit ein paar anderen versuchen, so etwas wie Musik zu machen, auch noch mein Senf zu deinem Thema.


    Grundsätzlich teile ich dein Grübeln, was Fortschritt oder die Umsetzung von Dingen, die man meint zu beherrschen, angeht. ABER:


    Meine Herangehensweise sowohl für Proben, als auch für Unterricht:

    Ich übe alles so gut ich kann. D.h. ich muss mir keine Vorwürfe machen, zu wenig oder falsch geübt zuhaben und deshalb etwas nicht zu können. Dann sage ich mir, muss ich auch nicht nervös sein, denn ich hätte nicht mehr für das Gelingen tun können. Basta.


    Und das funktioniert. :) Aber vielleicht bin ich da als Mann auch einfach genug gestrickt, um das so zu machen. :saint:


    Und was hier schon mehrfach anklang: vereinfachen, vereinfachen, vereinfachen.


    Wir haben in der Band auch ein Stück (Bossa und recht schnell) das ich gerne mit einem 2-taktigen Groove spielen möchte. Ich krieg' es ums Verrecken nicht hin und spiele immer nur den ersten Takt in Endlosschleife. Bisher hat das nur mich gestört. 8)

  • Man sollte auch nicht unterschätzen, dass es ein riesiger Unterschied ist, ob man zur Musik oder mit Band spielt. Mit Musik hast du immer eine kleine Unterstützung, was als nächstes kommt. Spielst du mit Band, gibt es keine Referenz - du bist dann die Referenz. Eigentlich muss man alles auch komplett alleine "runtertrommeln" können.

    +++ my heart beats in seven +++

  • Spielst du mit Band, gibt es keine Referenz - du bist dann die Referenz. Eigentlich muss man alles auch komplett alleine "runtertrommeln" können.

    Oh ja.


    Gitarre: "Wir machen noch mal ab dem Übergang von F auf G."


    Ich: "????"


    Gitarre: "Mach einfach, du kommst schon rein."


    Wer kennt es nicht und es klappt tatsächlich (meistens). :D

  • Wie schnell bekommt ihr neue Songs hin, bzw habt sie hinbekommen?

    Guten Morgen,


    das kommt darauf an.

    "Satisfaction" hat vielleicht fünf Jahre gedauert. Die "Black Page" kann ich wahrscheinlich morgen immer noch nicht.


    Hin-Bekommen ist eine sehr relative Sache.

    Oft meint man, etwas zu können und Jahre später meint man, dass das von damals irgendwie mehr so irgendwie hin-bekommen gewesen sein könnte, aber schön sei dann doch etwas anderes.


    Das Leben ist ein Fluss.


    Und beim Üben gilt: der Weg ist das Ziel.


    Omm.


    Grüße

    Jürgen

  • Auch das Lernen muss man üben. Sich neues Material draufzuschaffen ist ebenso ein Musikermuskel, wie Rudiments, Dynamik oder Fußtechnik. Ich hatte vor vielen Jahren einen Job in einer Tanz- und Showband mit ungefähr 500 Stücken im Programm. Damals habe ich gelernt, mir schnell viele Stücke zu erarbeiten. Alle paar Jahre nehme ich mal einen Aushilfsjob für einen anderen Trommler an, bei dem ich dann in wenigen Tagen ein ganzes Programm lernen muss, auch um diesen Muskel nicht verkümmern zu lassen.

  • Es ist ja bei jedem/r anders. Ich lerne zum Beispiel visuell. Wenn ich mir einen Song draufschaffen muss, dann höre ich ihn erstmal in Dauerschleife im Auto (und verliere dabei schnell den Fokus), bis er mir zu den Ohren rauskommt. Danach, oder auch gleich (wenn es wirklich schnell gehen muss), setze ich mich mit Papier und Bleistift hin und höre den Song


    - einmal: skizziere mir die grobe Struktur (Intro, Verse 1, Refrain 1, Verse 2, Refrain 2, Interlude....)

    - zweimal: zähle die Takte für jeden Teil aus (sind es 2-, 4-, 8-, 16-taktige Blöcke oder sogar was ungerades wie 7 oder 12 oder 14?)

    - dreimal: höre die Grundbeats raus und kennzeichne vielleicht auch schon Stellen mit Fills

    - viermal: höre die signifikanten Fills raus...das dauert manchmal länger

    - fünfmal: achte auf genaue Einsätze von Crashs oder gezielte Bassdrum-Figuren

    - sechsmal: höre noch mal aktiv, während ich meine "Not(iz)en" mitlese und schaue, was ich vergessen habe


    Üben:

    1. Grundbeats

    2. Fills, die ich nicht auf Anhieb hinbekomme

    3. Einzelne Abschnitte, bei denen ich denke, dass die nicht gleich fließen

    4. Spielen zur Aufnahme, wahrscheinlich erstmal nur rudimentär

    5. Verfeinern


    Proben:

    Bis zur ersten Probe habe ich den Song selten schon richtig "verstanden". Das braucht noch einige Hörschleifen (zum Beispeil auf der Fahrt zur Probe), aber auch den ersten Probeeindruck (wie klingt es im Proberaum und im Zusammenspiel mit den anderen)?. Meistens entwickelt sich das richtige Feeling sogar erst während/nach dem ersten Auftritt, bei dem der Song gespielt wird.


    Ich würde aber sagen, dass ich 60% des Songs bereits beim bewussten Hören und Skizzieren lerne. Das ist wie beim Spickzettel-Schreiben in der Schule! Ich habe oft beim Auftritt dann noch den allerersten Schmierzettel bildlich vor Augen, daher würde es mir auch nichts bringen, das Ganze nochmal "in schön" aufzunotieren. Dabei würde nämlich meine visuelle Kopie im Kopf durcheinander kommen. Ich hatte das Problem mal in einer Band, in der wir anfangs mit Noten gespielt hatten. In der Generalprobe haben wir einen Takt verändert, der Bandleader hat das zuhause gefixt und zum Auftritt jedem einen Ausdruck der neuen Version mitgebracht. Dabei hatte sich auch das Notenlayout geändert. Der Auftritt wäre bei mir beinahe in die Hose gegangen. Ich hätte gut daran getan, die neuen Noten wegzulassen und die Änderung handschriftlich in meine Originalnoten zu notieren.


    Aber wie gesagt, das ist bei jedem Mensch anders. Ich lerne aber extrem visuell.

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Hey, ich kenne zumindest Teile davon, da du einfach länger aktiv gespielt hast als ich, aber bei mir ist das so, dass ich mich oft mies fühle wenn ich so lange brauche um einen Groove spielen zu können, ungelogen, ich übe jetzt seit einem Monat an verschiedenen Basicbeats mit verschiedenen BD-Variationen und es geht immer noch nicht fehlerfrei, während andere auf meinem Spielniveau jede Woche mit neuen Grooves aus dem Unterricht kommen können. Ich übe mit System, ich übe 5x die Woche, ich habe Unterricht, aber ich komme mir was das angeht schon unnormal schlecht vor.


    Jetzt zum Thema Song… ich fange zusätzlich zum Unterricht auch an schon Songs zu lernen und da geht es mir genau wie dir, im Prinzip setzt sich der Song aus einem Intro zusammen, dass fast problemlos klappt, der erste Teil des Beats glänzt nur damit, dass man viel weglässt (und genau das macht es so schwer) und der zweite ist einer der Basics aus meinem Unterricht, klappt daher auch oft. Im Prinzip fehlt nur noch RLR RLRL als 16tel Snarefill und das dann immer an der richtigen Stelle, aber es läuft dann so, dass ich eine ganze 16tel früher dran bin und es nicht aufgeht und das Tempo des Songs… so schnell bin ich leider noch nicht.

  • Mein Vorgehen ist da nahezu deckungsgleich, wobei ich auch mal den 3., 4. und 5. Schritt auslasse, weil ich den Song ohnehin nicht 1zu1 nachspiele. Ich hab schon viele Gigs gespielt, da war dies die einzige Vorbereitung, also kein Üben der Songs am Set.

  • Im Prinzip fehlt nur noch RLR RLRL als 16tel Snarefill und das dann immer an der richtigen Stelle, aber es läuft dann so, dass ich eine ganze 16tel früher dran bin und es nicht aufgeht und das Tempo des Songs

    Wenn du das noch nicht im Gefühl hast, wie es sich anhören muss, wenn man eine 16tel weglässt, also in deinem Fall vermutlich 3e+ 4e+a, dann spielst du das fill mal am Pad langsam und machst alle 16tel, aber die, die man auslassen soll, machst du daneben auf einem Kissen oder am Oberschenkel. Dann hörst du schon das Muster, wie es klingen muss, weil du dann den „ausgelassenen“ am Kissen/Oberschenkel nur sehr leise und das Muster prägst du dir dann ein. Das hilft fürs Timing, find ich

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Ich habe versucht bei 80-90% meiner Fähigkeiten zu spielen und wenn ich ein Signature-Fill nicht konnte oder der Song technisch zu anspruchsvoll war hab ich ihn vereinfacht. Klang dafür solide, der Rest lässt sich gut kaschieren

    Jepp, genau so.

    Mach dich doch nicht rum mit komplizierten Fills, spiel was einfacheres an der Stelle.

    Nach und nach kannst du ja den Schwierigkeitsgrad erhöhen und dich dem Original annähern, falls dir oder den anderen danach ist.

    Erst mal (zusammen mit der Band) in die Rolle der Taktgeberin hineinwachsen, ist halt was anderes als nur dazuspielen zu Playalongs.

    Kopp hoch, wird schon.

    Lieben Gruß

    Bruzzi

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