Was-ist-Jazz-Diskussion (aus der Challenge)

  • Mich würde wirklich brennend interessieren, wie ein richtiger Jazzer das Ding gespielt hätte - kannst Du nicht doch nochmal nachträglich eine Aufnahme davon machen?


    Jetzt wär’s aber echt interessant, außer Konkurrenz, so als Beispiel, wenn sich im Nachhinein Leute wie ihr - Moe Jorello und trommla oder auch Hebbe und andere, die wirklich regelmäßig Jazz spielen - dransetzen und uns zeigen könnten, wie ihr das Ding gespielt hättet 🤓

    Sehe ich genauso :)


    Ansonsten wird alternativ eine Challenge im Zurückrudern ausgetragen 8o

  • Ich möchte niemand zu nahe treten, aber: Was ist schon ein Studium?


    Ich habe Elektrotechnik studiert. Was habe ich da 3 Jahre gemacht? Hauptsächlich geschaut, dass ich die Prüfungsleistungen gut meistere. Dafür bin ich gewissermaßen gezwungen, mich zu einem gewissen Grad mit der Materie zu beschäftigen. Dazwischen höre ich allerlei Dinge, die schon viele sich angehört haben und noch wichtiger sich mindestens in der Praxis, meist aber auch in der Theorie bewährt haben. In der Naturwissenschaft ist es wohl noch ein bisschen mehr abgesteckt als in den Künsten. Aber am Ende bleibt doch die Frage: Haben die alle Recht? Und ich werde doch auch nur zu einem guten Ingenieur oder eben zurück zum Thema guten Jazz-Musiker, wenn ich mich ausreichend selbstständig noch mit dem Zeug beschäftige, den Blick über den Tellerrand nicht scheue und vor allem: Biss habe! Und hin und wieder hinzufallen tut auch nicht ungut.


    Und da zitiere ich auch noch mal gerne den großen Jo...ähm Moe:

    Und lasst euch nicht entmutigen, wenn etwas nicht gleich "perfekt" für euch klingt. Erfahrung,, v.a. auch durch das Mitspielen mit anderen, ist das A und O und bringt ans Ziel. Jeder kann jazzen. Ob das aber jeder will, bleibt jedem selbst überlassen. Und ich finde es toll, wenn sich jeder an Jazz versucht - oder Reggae oder was weiß ich was. Hauptsache wir lernen dazu und werden dadurch insgesamt sicherer, relaxter, vielseitiger und damit: interessanter.

    Four on the floor sind zwei zu viel.

    SONOR Vintage Series: 20", 22" BD; 14" Snare-Drum; 10", 12", 13" TT; 14", 16" FT

    PAISTE 2002, 2002 Big Beat, 602 Modern Essentials, PstX

    Gigs: 23.01.26 Markthalle Freiburg, 21.03.26 Heimathafen Lörrach, 09.05.26 KiK Offenburg, 19.06.26 Haferkasten Kenzingen, 19.09.26 Mehlsack Emmendingen, 03.10.26 Private VIP Gig, 31.10.26 Durbacher Hof Offenburg, 21.11.26 Bierakademie VS, 28.11.26 Heimathafen Lörrach mit >> Blackwood Mary

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Sorry, das war nur auf das Zitat bezogen.

    Ich hab lange in Jazzgefilden Musik gemacht und würde mich von daher nicht als unqualifizierten Mitschreiber bezüglich Jazz Drumming ansehen. Das ist alles. Dave Grohl schätze jedenfalls fit genug ein um bei einer Jazz Session mit Standards mitspielen zu können ohne sich zu blamieren. Ein "richtiger" Vollblutjazzer wird er wohl nicht sein, aber technisch in der Lage einen Swing zu spielen, auch ohne in der Lautstärke alles wegzuhauen ist er mit Sicherheit.


    Von wem ich das z.B. auch sicher weiß, weil ich schon mal das Vergnügen hatte ist Angelo Kelly 😂😎 Aber das ist eine andere Geschichte...


    Und Jazz ist wie schon richtig festgestellt ein breites Genre. In diesem Sinne, keep on swinging oder so ähnlich. Liebe Grüße, Felix

  • aber technisch in der Lage einen Swing zu spielen, auch ohne in der Lautstärke alles wegzuhauen ist er mit Sicherheit.

    Ja, sicher. So wie die Challenge-Teilnehmer (mich eingeschlossen) hier auch. Aber das macht halt noch keine gute und wie auch immer "authentische" Jazz-Performance. Damit wurschtelt man sich eher nur durch bzw. sieht zu, keinen Mist zu bauen und nicht "gegen" die Band zu spielen.


    Das meinte Jan mit seiner Aussage in #1 hier. Weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

  • Ich möchte niemand zu nahe treten, aber: Was ist schon ein Studium?

    Unterschätze mal nicht, dass man für ein Musikstudium an einer staatlichen HS schon durch einen Aufnahmetest muss und nur sehr wenige genommen werden.


    3 Jahre ist halt auch nur Bachelor. Spannend wird es dann im Master (so bei mir). Und Musikstudis sind meist nicht die, die nach 3 Jahren schon fertig sind.


    Man ist halt nach einem Studium schon sehr früh sehr gut, weil man ja in jungen Jahren viel Zeit investiert hat. Kann man natürlich auch nachholen oder sich anderweitig draufschaffen

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • In seiner Biographie kann man nachlesen, dass er als 15jähriger bei einem Jazzdrummer Unterricht hatte.

    Das sagt meines Erachtens mal so gar nix aus. Hatte als Teenager auch Unterricht bei nem studierten tschechischen Jazz-Monster, seitdem weiß ich, wie Paradiddles, Doubles und andere Schweinereien klingen sollten.


    Jazz zu spielen kam bei mir erst mit Ü40 langsam an, aber auch das dauerte ne Weile, bis ich halbwegs begriff, wie es klingen sollte.


    Aber klar, man weiß es nicht 😀

  • 3 Jahre ist halt auch nur Bachelor.

    Bei uns hat der Bachelor 9 Semester gedauert. Bachelor +3

    Ich war mit 20 richtiggehend Jazz besessen, kannte jede wichtige Aufnahme inkl. Band von den 50ern bis in die 70er.

    Das Studium hat mir diese Leidenschaft ein bisschen verleidet und danach hab ich mich für andere Stile geöffnet.

  • [Provozier- und Grins-Modus an]


    Ich stelle mal fest: die Leute bei der Challenge waren alles Rocker, die keinen Jazz können - sagen die, die Jazz können. Die, die Jazz können, haben alle nicht teilgenommen, aber hinterher felsgestellt, dass es keiner der Teilnehmer richtig konnte, sondern Jazz nur gefaked wurde. Keiner der Jazz-Könner ist in der Lage, mit einer noch so mäßig klingenden Aufnahme zu zeigen, wie es richtig gewesen wäre. :D


    [Provozier- und Grins-Modus aus]


    Bitte bitte ein positiv-Beispiel von jemandem, der es kann! :P

  • Frag mich in ein paar Jahren nochmal :D

    Ich nehm gerade wieder Unterricht, gerade Schwerpunkt HiHat Technik. Viel zu lernen ich noch hab. Nur weil ich weiß wie es klingen soll, kann ich es leider noch nicht spielen 🤷‍♂️

  • Oliver, das ist jetzt aber wirklich gemein. :D Dann müssen vermutlich alle Jazzer bei der nächsten Death-Metal-Challenge antreten, damit wieder Gleichstand herrscht.


    Und da nun auch die Diskussion um Studium und so aufkreuzt: Jazzer zu sein, (wie gesagt, ich tue mich mit der Kategoriesierung, dem Schubladendenken etwas schwer) hängt doch nicht essentiell davon ab, ob jemand Jazzmusik studiert hat. Klar, gewissen Harmonien, Akkordstrukturen und so weiter lernt man da intensiv kennen und vieles andere mehr, aber ich wage mal keck in den Raum zu werfen: Louis Armtstrong hat nicht Jazz studiert. Auch kein Glenn iIller oder Louie Bellsson, Tony Williams oder Gerry Mulligan, Und auch Joe Morello hatte klassische Violine ursprünglich studiert. Nix da mit Jazz.


    Jazz ist ja auch unter anderem ganz viel Einstellung, Lebensgefühl. So wie man den Blues lebt, lebt man auch den Jazz. Die Wege, die dahin führen können, wie immer, sehr unterschiedlich sein.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

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