Was-ist-Jazz-Diskussion (aus der Challenge)

  • Man kann nicht jeden Thread sofort schließen, wenn es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Wenn jeder einmal darüber nachdenkt, welche Wirkung ein Post auf jemand anderes haben könnte, bevor er abgesetzt wird, wäre unsere Arbeit als Moderatoren einfacher.

    Bleibt sachlich, bitte.

  • haidem

    Was fährst denn du jetzt für nen Film? Es hat doch niemand irgendwen für sein Ergebnis kritisiert? Lies dir nochmal meinen Post durch, der zur Abspaltung geführt hat.


    Seit Öffnung und über etliche Seiten war hier interessierter und konstruktiver Austausch über Jazzdrumming möglich, und "Rocker" und "Jazzer" haben gemeinsam ein bisschen philosophiert. Warum baust du hier jetzt Fronten auf.


    Gut, Oliver_Stein hat (etwas unnötig) einen vorgelegt, aber da war wenigstens noch Augenzwinkern dabei. Ich hab hier wirklich nix gefunden, wo irgendjemand geschrieben hätte "alles sch****, was hier abgeliefert wurde", und alle Schreibenden gingen interessiert aufeinander zu statt entrüstet aufeinander los. Wollen wir es nicht so weiterführen?

  • Also ich für meinen Teil gehe sehr stark davon aus, dass der Jazz an den Musikhochschulen einfach das einzige war, was man etablieren konnte, in den 60er Jahren, als Alternative zum klassischen Bereich. Damals war dann alles, was nicht Klassik war, halt die "Jazzabteilung".

    Das kann ich mir auch gut vorstellen. Bis heute wird ja in der Musikwissenschaft zwischen Klassik und Pop unterschieden und bei der GEMA steht die Unterscheidung zwischen E (Ernste Musik = Klassik u.a.) und U- (Unterhaltungsmusik) auch schon länger in der Kritik (nicht mehr zeitgemäß).


    m_tree einmal tief durchatmen bitte.


    Ich konnte hier aus dem Thread und der Challenge für mich sehr viel mitnehmen. Ich habe jetzt einen groben Eindruck, worum es beim Jazz geht und worin sich das so stark von der anderen Musik unterscheidet. Ich habe jetzt auch einen guten Eindruck was mit "faken" gemeint ist.

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • Ulkig ist das hier. Sobald die drei Buchstaben A, J und Z in der Reihenfolge JAZZ hier auftauchen, geht es los. Jazzdrumming hat ein bestimmtes Grundvokabular, genau wie viele andere Musikrichtungen auch. Wenn man das technisch beherrscht und es im musikalischen Zusammenhang geschmackvoll anwenden kann, dann kann man bestimmte Sorten von Jazzmusik spielen. Wer DängSpängeläng und Comping nicht beherrscht und vernünftig einsetzen kann, der wird damit Probleme haben. Das ist doch nix anderes wie Latin-Grooves, Shuffle-Grooves und anderes.

    Wer mit dem Erlernen dieser Techniken aufgewachsen ist, dem fallen sie natürlich leichter als jemandem wie mir, der wenig Jazz hört und auch kein wirkliches Bedürfnis hat, das gut zu können. i

    Warum gerade aus Jazz von manchen so eine Pseudo-Wissenschaft gemacht wird, habe ich noch nie verstanden. Aber das liegt wohl anden vielen Spielarten, die in ihrer experimentellen Form auch nur schwer zu fassen sind. Und da ist es eben schon, sagen wir, interessant, wenn einem der vorgebliche Kenner der zeitgenössischen Jazzmucke vorwift, man wäre ein Banause, weil man ein für subjektives Hörempfinden völlig strukturloses und konfuses Geklöppel wie Dell Lillinger Westergaard eben für konfuses Geklöppel hält, weil man das einfach nicht verstehen würde. Aber wenn drei Rockmusikanten wild ohne Struktur herumimprovisieren wird das dann als dilettantisches Gefudel abqualifiziert.


    Ich hab mir die Challenge-Beiträge angehört, und ich als Nicht-Natural Born Jazzer finde, dass viele das sehr gut gemacht haben. Ob das authentisch gespielter Jazz ist? Keine Ahnung. Man kann die Grundidee hören, bei vielen swingt es gut.


    Wie sagt Rob Brown in einem anderen Zusammenhang: Don't overdo it man! It's not rocket science.

    Lieber einen sitzen haben und nicht mehr stehen können als einen stehen haben und nicht mehr sitzen können ;)

  • Aaaalso, diesen "Seitenhieb" an die Jazzer, die nicht geliefert haben, damit hatte ich lustigerweise eher two, trommla, mich und einige andere als Adressaten gesehen und man kann und sollte das nicht so bierernst nehmen. Seht es entspannt. Bitte. Das der eine oder andere sehr viel Expertise in dem Bereich Jazz hat ist doch normal und das zweifelt auch keiner an, genausowenig, wie angezweifelt wird, dass hier der eine oder andere sehr gut im Bereich Recording, Metaldrumming, Trommeln stimmen, Instrumentenbau, Punkdrumming oder was anderem qualifiziert ist.


    Studium hin oder her: Es geht um Musik, die liebe zum Schlagzeugspiel, das ein Lied bereichert, nicht um akademische Leistungen, mit denen wir hier brillieren wollen. Ich habe auch meine akademischen Titel, dennoch können andere, die nicht das studiert haben, was ich studiert habe, sicher genausogut die Materie verstehen und beurteilen. Wenn nicht gar besser. Es ist nichts verkehrt daran, autodidakt zu sein. Es ist sogar sehr gut, weil es eben von großer Neugierde, Wissensdurst und Hingabe, Leidenschaft zur Materie zeugt. Sicher sind nicht ohne Grund einige der interssantesten Musiker Autodidakten bzw. nicht-akademischen Ursprungs. Was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass der Akdemiker langweiliger wäre. Es sind einfach zwei unterschiedliche Annäherungsarten an ein Sujet. Und das ist doch toll, wenn es mehr als nur eine Spur auf der Musik-Autobahn gibt.


    Und "authentisch". Können wir diesen Begriff bitte auch mal über Bord werfen? Es gibt keine "authentischen" Jazzer. Es gibt Musiker, die gut in einem oder mehreren Genres die musikalischen Herausforderungen umsetzen. Menschen, die einfach gut Jazz spielen können aus bereits dargelegten Gründen, so wie jemand anderes einfach verdammt gut Metal mit Doppelhuf spielen kann. Das müssen wir sicher nicht nochmal durchkauen, oder? Entweder ich spiele gut in einem Genre, weil ich das Genre kenne, damit "aufgewachsen bin", es lebe, genieße, liebe - oder ich wage mich erstmals oder nur selten dran, dann ist es natürlich "weniger relaxed"bis vieleicht auch verkrampft weil das Wesen des Genres noch nicht vertraut ist. Ich kann sicher auch Reggae spielen - ob das aber souverän klingt, ist eine andere Frage, denn ich spiele eigentlich nie Reggae - obwohl ich Bob Marley oder Jimmy Cliff super finde. Ist das schlimm? Nö. Wie schon mal gesagt: Es ist gut, sich an etwas zu versuchen, dazuzulernen, sich weiterzuentwickeln. Niemand verlangt hier Höchstleistungen und die Challenge hat ja nun keinen wirklich ernsten Charakter sondern ist doch eine schöne, spielerische Art, sich mit einem Genre zu befassen, dass man sonst vielleicht nicht so auf dem Schirm hat und die Chance bietet, sich weiterzuentwickeln, Ideen zu sammeln, schauen, wie andere eine Aufgabe angehen und zu erkennen, was am Ende überzeugend klingt oder was eben nicht so gut funktioniert.


    Und Marius, meine Signatur hat ja einen gewissen Hintergrund, weiß nicht, ob du den kennst. Peter Erskine bezog sich in einem Interview damit auf das Spiel des Schlagzeugers im musikalischen Kontext. Man spiele für die Musik, für das Lied, nicht um den anderen Mitmusikern oder dem Publikum zu beweisen, was man technisch alles drauf hat. Wenn ein Lied ganz "simpel" gespielt schön klingt, klingt es schön und braucht nicht mehr. "You don't have to show off". Lass die Licks, Fills, Doppebass weg, wenn sie das Lied eher zerstören. ;)


    PS: Mit Bezug auf druffnix möchte ich anmerken, dass auch die Liebhaber des Jazz nicht alles im Jazz toll finden. Es gibt sehr viele Jazzmusiker, mit denen ich z.B. nichts anfangen kann. Brötzmann .. oder Ornette Coleman. Und auch der hochgelobte Miles Davis, was er in späteren Jahren gemacht hat, fand ich persönlich total uninspirierend, langweilig. Jack DeJohnette haut mich ebenfalls überhaupt nicht vom Hocker. So what? SIe mögen bzw. mochten ihre Musik und hatten ihre Fans. Alles gut. Mehr muss nicht.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Unterschätze mal nicht, dass man für ein Musikstudium an einer staatlichen HS schon durch einen Aufnahmetest muss und nur sehr wenige genommen werden.


    3 Jahre ist halt auch nur Bachelor. Spannend wird es dann im Master (so bei mir). Und Musikstudis sind meist nicht die, die nach 3 Jahren schon fertig sind.

    Da hast du natürlich recht! Man kann nicht alle Studiengänge/-richtungen über einen Kamm scheren, so wie ich das gemacht habe. Ich wollte eigentlich nur darstellen, dass der Abschluss allein wenig sagt, weil man sich wie mit allem damit beschäftigen muss, um auch richtig gut zu werden. Ich hatte anfangs mal überlegt, Musik zu studieren, aber genau solche Aufnahmeprüfungen hätten mich spätestens davon abgehalten. Nicht, weil ich dazu vielleicht nicht in der Lage gewesen wäre, aber die setzen von Anfang an eine Art der Disziplin voraus, die ich nie und nimmer hätte. Ein Ingenieursstudium ist dagegen aber wohl nicht weniger komplex, nur anders. Aber lassen wir das.


    Sorry !!! dass ich das Fass mit dem Studium aufgemacht habe. Ich wollte niemand zu nahe treten und irgendetwas absprechen. Hat ja super funktioniert, jetzt ist hier wieder fast der Teufel los. Ich verstehe es einfach nicht, wie ihr euch immer wieder so aneinander aufreiben könnt. Einfach mal gut sein lassen. Dafür hatte ich kürzlich diesen Off Topic Thread zum Umgang im Forum gestartet. Alles schon wieder vergessen? Ist die Sandkastenschlacht um die rote Schaufel wieder in Gang?


    Wenn dieser Thread jetzt auch wieder zugemacht werden soll, dann habe ich langsam keinen Bock mehr auf dieses Forum. Man muss dem Thread ja nicht mehr folgen, wenn es einem zu blöd wird.


    Darum:

    Man kann nicht jeden Thread sofort schließen, wenn es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Wenn jeder einmal darüber nachdenkt, welche Wirkung ein Post auf jemand anderes haben könnte, bevor er abgesetzt wird, wäre unsere Arbeit als Moderatoren einfacher.

    Bleibt sachlich, bitte.

    Und jetzt bitte weiter swingen!!!

    Four on the floor sind zwei zu viel.

    SONOR Vintage Series: 20", 22" BD; 14" Snare-Drum; 10", 12", 13" TT; 14", 16" FT

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    >> Mein Vorstellungsthread

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