Becken Schlagtechnik

  • Hallo,
    ich habe vor kruzem ein Crash geschrottet (gott sei dank wurde es ersetzt).
    Seitdem mache ich mir gedanken über die Technik die ich für die crashes nutze und habe bei jedem Schlag auf die Crashes Angst.
    Jetzt frage ich mich welche Technik die becken besser schont oder ob beide vorbildlich sind.
    1. http://youtu.be/lkp0jw44bFE?t=6m25s
    2. https://www.youtube.com/watch?v=dn9Wv0IqTY8
    Hauptsächlich geht es mir nicht um das kurze ancrashen nach einem Fill oder so sonder darum wie ich es besser mache wenn ich das Crash über ein Paar Take durchgehen schlage.
    Bis jetzt habe ich es immer wie die Hihat also so http://youtu.be/lkp0jw44bFE?t=1m53s diese bewegung kommt mir irgendwie so natürlich vor aber ich will halt nicht Becken ohne ende schrotten.


    Danke im vorraus
    Trommler 14

  • bin leider grad in der pampa und hab extrem langsames internet. deshalb kann ich mir leider die clips nicht ansehen, aber soviel kann ich allgemein sagen:


    crashbecken segnen meistens irgendwann das zeitliche, da sie meist für akzente (also laut) gespielt werden und auch wegen einem spritzigen crashsound mit der schulter des stockes am beckenrand angeschlagen werden. das führt irgendwann meistens zu rissen. entweder am beckenrand, oder entlang der abdrehung oder bei zu fester montage am beckenständer auch beim aufhängungsloch.
    meiner erfahrung nach halten dünnere crashes länger, da sie aufgrund der kleineren masse mit der energie, die der stock ans becken übergibt anders "umgehen" als dickere - zumindest reime ich mir das so zusammen. :) weniger massige becken "weichen" dem stock schneller aus oder so...
    bei der gelegenheit verweise ich auch mal auf ein youtube video, in dem ein crashbeckenschlag in slow motion zu sehen ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=osFBNLA7woY


    prinzipiell gibt es aber - glaube ich jedenfalls - keine dauerhafte schonung eines crash beckens. außer man spielt es nicht. :)

  • Eine dauerhafte Schonung ist sehr wohl zu erreichen, wenn man keine Gitarristen an's Set lässt und selbst in etwa weiß, was man tut.
    Diese Bewegung "zur Seite weg" ist vielversprechend, und was der Kollege im ersten Video sagt: "Don't hit through the cymbal!"
    Es gibt tatsächlich Trommler, die noch nie ein Becken kaputtgeschlagen haben.
    Natürlich kann das im Eifer des Gefechts mal vorkommen, aber Becken grundsätzlich als Verschleißmaterial anzusehen, finde ich absolut unpassend.

    -
    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

  • Also ich spiele seit über 20 Jahren, würde mich eher als kraftvollen Spieler bezeichnen und habe noch nie ein Becken, egal welcher Dicke, geschlachtet. Gleichzeitig habe ich mir noch nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie ich ein Crash bespiele. Ich kenne die Theorie mit der Seitwärtsbewegung, kann sie aber vor meinem Erfahrungshorizont nur als Bla Bla bezeichnen. Für mich fallen gerissene Becken eher in die Kategorie "Pech". Ich muss aber auch sagen: auch wenns mir früher öfter passiert ist - mir reißen keine Felle und brechen keine Sticks mehr, zumindest nicht in den letzten zehn Jahren und ich meine, in der Zeit ist meine generelle Stockhaltung und Fußtechnik lockerer geworden. Das besteht also eventuell ein Zusammenhang.

  • Ehrlich gesagt: Ich frage mich, warum manche ihre Becken "verprügeln" müssen. Seitlich, mit bereits recht geringem Kraftaufwand und mit dem Stickschaft angespielt klingen Becken voll und bleiben auch lange am Leben. Wer immer nur blind draufdrischt, der kann und muss damit rechnen, dass mal was reißt. Also: Kraft reduzieren, schräg anschlagen. Gerade bei wiederholten Schlägen des Crashes sollte auch die Kraft rausgenommen werden, damit sich das Becken nicht zu sehr aufschaukelt. Und - natürlich - nicht vergessen das Becken nicht zu fest anzuzurren. Lieber zu locker als zu fest.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • wichtig ist doch, dass du jedem werkzeug den raum zum schwingen gibst. ;) beckenschrauben nicht so zuschrauben, dass das becken starr hängt... sticks locker in der hand halten und nicht umklammern / erwürgen / ausquetschen... felle gleichmäßig spannen und nicht eine schraube in das böckchen bohren.
    wenn du dem material die chance gibst, deine aufgebrachte energie (welche man auch selbstkritisch betrachten sollte...) in bewegung umwandeln zu können, macht das viel aus. mit der wischbewegung sollte man nicht übertreiben - das macht müde und mit der zeit traurig. theorie dahinter ist im grunde genommen auch, dass man nicht "punktuell" einschlägt, wobei das beim schlagzeugspielen so 'ne sache ist.

  • Hi,

    Ich kenne die Theorie mit der Seitwärtsbewegung, kann sie aber vor meinem Erfahrungshorizont nur als Bla Bla bezeichnen.

    dieses Blabla lässt mich seit +10 Jahren auf meinen (selben) Zildjians spielen. Wobei ich die Seitwärtsbewegung eher "denke" denn so ausgeprägt wie im zweiten Video des TS spiele. Das ist letztlich ja auch nur eine Veranschaulichung. Wesentlich ist: Nicht durchzimmern und damit der Stock dann einen Weg findet, macht es Sinn, ihn etwas seitwärts heraus zu führen.


    Generell hilft es ja beim Drummen, sich zu vergegenwärtigen, dass wir Musikinstrumente zum Klingen bringen und eben nicht verprügeln wollen. :)



    Gruß
    Hajo K

  • Hallo,


    je nach Fingerfertigkeit beherrscht man mehrere Varianten.
    Die Einen schlagen an, die anderen schlagen durch.
    Was im Boxkampf gut ist, ist in der Musik fatal und
    umgekehrt.
    Die Kunst ist es, dem Gegenüber so auf die Backe zu
    hauen, dass es laut klatscht, aber sonst nix passiert.
    Wer so drauf haut, dass gleich die Rübe wegfliegt,
    wird erkennen, dass man mit dieser Technik zwar
    keine schönen Töne erzeugt, aber viel für die
    Wirtschaft leistet. Für die Umwelt ist es auch viel,
    aber viel schlecht.


    Der alte Jim Chapin sprach mal von der heißen Herdplatte.
    Ich sage: klopf mal auf den eigenen Schenkel. Wenn das
    gut klingt, klingt es auch am Set gut, macht man das nur
    einmal und wacht nachher in der Notaufnahme auf, dann
    kann man sich ja mal überlegen, woran es liegt, dass das
    mit der Musik nix wird.


    Grüße
    Jürgen

  • Zitat

    Ich kenne die Theorie mit der Seitwärtsbewegung, kann sie aber vor meinem Erfahrungshorizont nur als Bla Bla bezeichnen.


    Das kannst nur dann als "blabla" bezeichnen, wenn die Seitwärtsbewegung Becken NICHT schonen würde, sprich: Mit der Technik würde man also die Becken kaputtspielen. Am Ende gibts sicher mehr Möglichkeiten: ICH meine, DER Fakt, um den es geht, ist, dass man beim Anspielen des Beckens, dem Becken dann mit dem Stick "aus dem Weg geht" und das Becken ungehindert ausschwingen lässt, und das ist mit dem "seitwärtswischen" aber wohl absolut gegeben. Ich mach das auch so und habe erst zwei defekte Becken gehabt. Eines wurde mir anstandslos getauscht, ging schön der Rille entlang, dürfte wohl nicht mein Verschulden gewesen sein. Ähnliches bei einem gebrauchten Becken. Das hab ich mal abgenommen und zur Seite gelegt und nicht mehr gespielt ,weil es mir nicht sonderlich gefiel. Wochen später auf einmal ein Riß drin... ohne gespielt zu haben, kaum zu übersehen. Also, meine Technik ist vielleicht nicht die einzig Richtige, ABER: Falsch (und somit "blabla") wohl auch nicht. ;)
    Dave Weckl hat mal ne andere Variante angeboten: das Becken also schon gerade anspielen, aber den Stick halt sofort zurückziehen... Ich persönlich habe aber lieber eine durchgehende Bewegung, als dass ich erst "vor- und dann sofort zurückfahren" muss...;-)

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • crashbecken segnen meistens irgendwann das zeitliche, da sie meist für akzente (also laut) gespielt werden und auch wegen einem spritzigen crashsound mit der schulter des stockes am beckenrand angeschlagen werden.


    Es wurde hier nun schon zur Genüge erwähnt, dass das nicht sein muss.
    Es wurde auch erwähnt, dass dieses sog. "BlaBla" garnicht so verkeht ist.


    Meine Meinung: Ich habe noch nie ein Becken geschrottet, weder Crash noch Ride noch sonstwas, diese "BlaBla"-Technik fühlt sich auch noch gut und weich an, um mal mit einem anderen Forumsmember zu sprechen: Es gibt Becken, die dünn genug sind und auch trotzdem "Fleisch" haben. Da macht diese "BlaBla"-Technik meiner Meinung auch noch mehr Spaß und klingt gut, auch wenn die Wirtschaft drunter leidet...

  • Dieses Thema taucht hier so regelmäßig auf wie Schluckauf.
    Wenn "Becken schrotten" eine musikalische Disziplin wäre, würde es auch unterrichtet werden - wird es aber nicht.


    Wenn es also "passiert", sollte man mal darüber nachdenken, was man falsch gemacht hat und nicht glauben, dass das Becken selber Schuld hat.


    .

    Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

  • crashbecken segnen meistens irgendwann das zeitliche, da sie meist für akzente (also laut) gespielt werden und auch wegen einem spritzigen crashsound mit der schulter des stockes am beckenrand angeschlagen werden. das führt irgendwann meistens zu rissen.


    Nein!

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • Dave Weckl hat mal ne andere Variante angeboten: das Becken also schon gerade anspielen, aber den Stick halt sofort zurückziehen


    Hallo,


    das ist die einzig richtige Technik,
    letztendlich muss man sie auch verwenden, wenn
    man schnell werden will, übrigens oben wie unten,
    das im Fell liegen lassen und ins Becken hinein hauen,
    ist so ziemlich der selbe Grund, warum gewisse Dinge
    nicht lange halten und


    warum es nicht klingt und


    warum die Sehnen weh tun und


    warum man nicht besser (schneller) wird.


    Vor vielen Jahren war ich Anhänger der Wisch-Technik-Religion.
    Diese funktioniert aber auch nur, wenn man im Halbkreis
    wischt. Wer hinein wischt, lässt zwar länger leben, aber macht auch
    kaputt. Der entscheidenden Nachteil ist aber, dass man schnelle
    Figuren damit nicht spielen kann. Solange man gemächlich unterwegs
    ist, kann ich nichts dagegen sagen und wische auch gerne mal,
    wenn es aber schnell gehen muss, dann hat es sich mit dem Gewische,
    dann muss man aber automatisch die Rückholnummer drauf haben,
    sonst geht es ja nicht.


    Wie gesagt, der alte (inzwischen leider tote) Mann sprach von der
    heißen Herdplatte: nie draufhauen und warten, bis der Schaden
    entsteht, schnell anschlagen und Pfoten wieder weg.
    Das sagt ja offenbar auch der Weckl und so schlecht spielt der
    ja auch nicht.


    Dass man Becken schwingen und klingen lässt und möglichst so
    anschlägt, dass man nicht den Rand überforciert, überhaupt
    Becken nicht überforciert (zu klein = kaputt, zu dünn = kaputt),
    anständige Suspensorien (Ständer mit Dornschutz) verwendet,
    halte ich für selbstverständlich, dennoch erlebt man immer wieder
    Leute, die meinen, dass Physik anders geht.


    Ein Becken muss zur Spielweise und Musik passen, dasselbe gilt
    auch für die Aufhängung, je nach Genre und Fertigkeiten oder
    Gewohnheiten des Spielers kann das so oder so aussehen.
    Meinen Aufbau kann ich daher nur für mich empfehlen.


    Grüße
    Jürgen
    2 tote Becken, beide gebraucht gekauft, beide mit Vorschaden,
    eins einseitig bespielt, eins mit Kerbe am Rand.
    Was die Vorgänger jeweils gemacht haben, kann man sich denken.

  • Hi,


    nach dem zweiten (für mich) druckreifen und einrahmungswürdigen Satz in einer Woche, überlege ich gerade den Jurgain-Fanclub zu gründen:

    Genau! Felle und Becken sind da ganz gleichberechtigt. Beiden wollen wir ja musikalisch und nicht roh begegnen, wollen einen Ton produzieren und nicht zerstören. Tja.


    Vielleicht sollten wir unser Instrumentarium einfach endlich mal umbenennen von Schlag- in Schwingzeug oder von mir aus auch Klingzeug. :)


    Grüße
    Hajo K (wie K-lingzeuger)

  • http://www.youtube.com/watch?v=OXrwFBG7-7s
    So kurz nach 1 min. ists richtig gut. Genau so muss man das machen. Haha.


    Edit: In so einem Fall ist natürlich ein Endorsment oder ein großes Budget sehr praktisch.


    ich werd sowas einfach nicht kapieren... Das würd ich nie machen... wir wissen doch alle, dass becken doch sehr individuelle Instrumente sind... Allein deswegen würd ich da schon aufpassen. Ein Beckenschmied aus Leidenschaft haut sich bei solchen Bildern wohl auch ne Pulle Wodka rein...

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Schon klar dass das nicht der Standard im Umgang mit Becken ist.


    Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der in dem Video genau das macht, was der Song und die Band und deren Image und somit auch die Liveperformance verlangen. Der nimmt dafür wahrscheinlich in Kauf, dass das Becken nicht ewig hält. Bei seinem Gehalt wird ihm das aber wahrscheinlich auch egal sein.

  • Schon klar dass das nicht der Standard im Umgang mit Becken ist.


    Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der in dem Video genau das macht, was der Song und die Band und deren Image und somit auch die Liveperformance verlangen. Der nimmt dafür wahrscheinlich in Kauf, dass das Becken nicht ewig hält. Bei seinem Gehalt wird ihm das aber wahrscheinlich auch egal sein.


    Naja, das is schon klar, aber wir reden von vernünftigem Umgang mit Becken... und auch wenn Du Recht hast, ICH für meinen Teil, sehe das nicht als "Entschuldigung" an... Ich streichel meine Becken auch nicht, und manchmal ght der Gaul mit mir auch durch... aber nicht so ;-))))))

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Naja wenn der Herr Foo Fighter nen Becken zerschmettert kommt Herr Zildjian vermutlich persönlich eingeflogen und bringt ihm ein neues :thumbup:
    Klar ist es für uns schade sowas anzusehen. Aber der Typ lebt sich voll aus hinterm Drumset und lässt sämtlichen Gefühlen freien lauf. Sicherlich nicht jedermanns sache, aber das der Herr nen Top Drummer ist steht für mich eh fest.

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