Toms stimmen / andere Felle / Dämpfung? - weniger Boing, mehr Bäm

  • Hier werden zwei verschiedene Tom Heads miteinander verglichen, aber worum es mir eigentlich geht ist, dass zuerst der über die Tom-Mikros aufgezeichnete Ton abgespielt wird und dann der über die Kamera aufgezeichnete Ton. Meine Toms hören sich an wie über die Kamera aufgezeichnet. Das gefällt mir überhaupt nicht. Das ist so ein Booiiing Booiiing Booiiing statt Boom Boom Boom. Kann ich was tun, damit sie für mein Ohr mehr klingen wie direkt über die Tom-Mikros aufgezeichnet? Mir ist klar, dass in Songs auch immer nachbearbeitet wird etc., aber evtl. gibts ja ein paar Tricks.


    Aktuell habe ich Remo Emperor Tom Heads, an denen ich viel rumgetunt habe und die ich mit Moongel gedämpft habe (und Ambassador Clear Resonanzfelle) auf Sonor Force 2000 Toms. Mir ist da zu viel Sustain drin (vermutlich schon wegen der großen Tiefe der Toms?) und halt irgendwelche Nebengeräusche wie im obigen Video sowie ein etwas zu Plastik-mäßiger Attack.

    Ich vermute, dass andere, von Haus aus gedämpfte Felle schon besser sein werden. Ich bin mit meinem Adoro Heritage Bassdrum Fell sehr zufrieden, vermute aber, dass der Sustain doch eher hoch ist falls ich davon auch die Tomfelle holen würde.


    Danke euch!

  • Ich hatte zu dem Thema letztes Jahr ein Tutorial-Video gemacht. Das betrifft nicht nur mögliche Intervalle. Ich fange beim" Urschleim" an, erkläre grundsätzliche Zusammenhänge und zeige auch alternative Dämpfmethoden. Man muss nicht immer Moongel o.ä. benutzen, um abzudämpfen.


    Vielleicht hilft dir das ja weiter. :)


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  • Ich vermute, dass andere, von Haus aus gedämpfte Felle schon besser sein werden.

    Remo Emperor sind doppellagig und haben daher bereits eine eingebaute Dämpfung. Noch mehr Dämpfung gibt es bei Pinstripe und PowerStroke 4 sowie den ähnlich gebauten Fellen anderer Hersteller.

  • Wo hörst du deine Toms ?

    Es ist völlig normal, das beim Close Miking die Toms anders klingen als über Overheads im Raum (das hast du ja bereits festgestellt (in dem Video)

  • Ich habe auf drei Toms Emperors drauf und als Reso dazu sehr dünne Felle.

    Wie habe ich die gestimmt? Ich hatte keine Ahnung und hab mir den Tune Bot gekauft. Da lag es natürlich nahe, dass ich einige Vorschläge anderer Schlagzeuger ausprobiert habe. Bin da allerdings etwas von abgewichen. Hinterher kam dabei raus, dass ich das Reso meist um 100 Hz höher gestimmt haben. Ich habe in meiner Gallerie die Werte notiert.

    Ich habe viel runprobiert und hab dann gestoppt, wenn es mir gefiel. Was ich da gemacht habe, war eine Mischung zwischen Glück und gefährlichem Halbwissen.

    Ich habe auch andere Felle ausprobiert. Besonderes der Klang der Black Chrom's fand ich toll. Bin da aber irgendwie nie hingekommen, dass die so klangen wie der Soundfile auf der Verkaufs-seite.

    Jetzt, wo ich sie Tom zu einer Snom gemacht habe, bin ich der Sache näher gekommen. Durch den zusätzlichen Teppichsound hab ich die Felle etwas anderes gestimmt. Mit und ohne-einfach ne Nummer besser. Muss dazusagen, dass der Kessel oben eine Runde Gratung und unten eine 30°. Wie viel das ausgemacht hat kann ich nicht sagen. Komme ohne Zusatz aus.

    Kann jetzt nicht behaupten, dass ich gut im Stimmen bin. Ich denke selbst ausprobieren, andere Meinungen mit einbeziehen und genau hinschauen wie anderes an ihren Trommel rum schrauben.

  • m_tree

    Danke fürs Video, das mit der Baumwolle könnte ich noch probieren. Ich habs schonmal mit einer Schaumfolie (Verpackungsmaterial) probiert, aber das war nix. Ansonsten habe ich die Tipps schon durch: Kopf in sich Ton-in-Ton, Resos höher als die Heads und sogar Intervalle mit so einer Tune-App (wobei manche Drummer da ja Schnappatmung bekommen). Das Booiiing ist leider geblieben, egal was ich probiert habe.


    nils hab ich vermutlich falsch formuliert; ich meinte welche mit coating; klingen die nicht gedämpfter? Ich hatte an die Evans HD Dry gedacht, auch wenn mir der Klang in Aufnahmen weniger gefällt als bei anderen Fellen, aber da hat man evtl. die wenigsten Obertöne, die wieder dazu kommen, weil alle verfügbaren Aufnahmen mit close miking sind?


    JoergS , ich höre meine Toms über meine Ohren Zuhause in dem Raum wo mein Schlagzeug steht während ich spiele (bin mir nicht sicher ob ich die Frage richtig verstanden habe). Dass es normal ist, dass sie anders klingen, ist mir bewusst, ich möchte nur wenn irgend möglich, dahin kommen, dass sie für meine Ohren mehr so klingen wie beim close miking.

  • Danke fürs Video, das mit der Baumwolle könnte ich noch probieren. Ich habs schonmal mit einer Schaumfolie (Verpackungsmaterial) probiert, aber das war nix. Ansonsten habe ich die Tipps schon durch: Kopf in sich Ton-in-Ton, Resos höher als die Heads und sogar Intervalle mit so einer Tune-App (wobei manche Drummer da ja Schnappatmung bekommen). Das Booiiing ist leider geblieben, egal was ich probiert habe.

    Probier ruhig mal die Resonanzfelle deutlich höher zu stimmen, z.B. im Verhältnis 4:3 (Quarte) oder sogar 3:2 (Quinte). Wichtiger als das genaue tonale Verhältnis ist am Ende, dass die Felle jeweils in Stimmung mit sich selbst sind (gleiche Tonhöhe / Spannung an allen Spannschrauben) und bei genauen Intervallen natürlich die gesamten Grundtöne.


    Abgesehen von deutlich höher gestimmten Resos wären vorgedämpfte Schlagfelle definitiv was für dich. Z.B. Evans EC2S - die klingen sogar deutlich dumpfer als Remo Pinstripe (zumindest als die, die in den USA gefertigt werden). Oder probier's einfach mal mit den Remo Encore Pinstripes (in Taiwan gefertigt). Die sind nicht nur sehr günstig, sondern klingen deutlich dumpfer und weniger lebendig als aktuellen in den USA gefertigten Pinstripes.


    Dazu noch Watte in die Toms machen (geht auch bei nicht zu sehr geneigten Hängetoms) und du bist deine Sorgen los, auch wenn die Stimmung mal nicht ganz sauber ist.


    Nah aufgestellte Mikros an den Schlagfellen klingen übrigens auch nicht gleich kürzer oder besser. Oft hat man auf nah aufgestellten Mikros sogar mehr Probleme mit zu langem Sustain als auf Overheads. Insbesondere weil die nah aufgestellten Mikros auch die Bässe überbetonen (Nahbesprechungseffekt).

    Aber auch wegen Übersprechen von Becken und Mitbrummeln mit Bassdrum-Anschlägen profitieren Tom-Mikros von Gates oder Lautstärke-Automation (letzteres geht natürlich nur bei der Nachbearbeitung von Aufnahmen, nicht live).


    Das nur noch als Hinweis dazu, dass der Natursound das A und O ist. Und was du direkt am Set hörst klingt auch eher so wie das, was Close Mics und Overheads aufnehmen als das, was Zuhörer irgendwo im Raum hören.


    Ohne Close Mics geht das Sustain in einem Bandkontext übrigens auch oft unter und man raubt den Trommeln mit viel Dämpfung dann nur den Attack, den die Trommeln brauchen um sich im Kontext durchzubeißen. Ist immer so 'ne Sache.

  • nils hab ich vermutlich falsch formuliert; ich meinte welche mit coating; klingen die nicht gedämpfter? Ich hatte an die Evans HD Dry gedacht, auch wenn mir der Klang in Aufnahmen weniger gefällt als bei anderen Fellen, aber da hat man evtl. die wenigsten Obertöne, die wieder dazu kommen, weil alle verfügbaren Aufnahmen mit close miking sind?

    Du solltest bedenken, dass Obertöne wichtig sind, um im Mix durchzudringen. Obertöne sind nicht der Feind. Ohne sie klingt es am Ende pappig und geht im Gesamtsound unter.

    Der Unterschied zwischen einer Nahmikrofonierung und einem Raummikro wird natürlich bleiben.

  • Ich hab leider nix beizutragen, aber der Titel des Threads "weniger boing, mehr bäm" hat mir jetzt den Tag gerettet :D :D :D danke! :D

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


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  • Kann mir jemand mal erklären bzw. wie man Toms auf den Grundton der einzelnen Trommeln stimmt?

    Ich spiele ein DW Collectors mit 10, 12 ,14, 16 Toms und der Grundton jeder Trommel ist innen eingestempelt.

  • Der Grundton ergibt sich aus dem Zusammenspiel beider Felle. Du kannst den Grundton z.B. mit einer geeigneten App prüfen, indem du das Schlagfell normal anschlägst. Ich erkläre die Stimmung und Zusammenspiel der beiden Felle in meinem in #2 verlinkten Video genauer.


    Das mit den spezifischen Grundtönen mancher DW-Trommeln ist reines Marketing. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass es ganz gezielte Kundenverarsche ist. Du schlägst ja nicht den Kessel selbst, sondern eines der beiden Felle an.


    Was will ich mit einer Trommel, die nur auf einem bestimmten Grundton gut klingt? Das wäre für mich wegen mangelnder Flexibilität ein KO-Kriterium beim Kauf.

  • Kann mir jemand mal erklären bzw. wie man Toms auf den Grundton der einzelnen Trommeln stimmt?

    Ich spiele ein DW Collectors mit 10, 12 ,14, 16 Toms und der Grundton jeder Trommel ist innen eingestempelt.

    Der Grundtom ergibt sich aus der Spannung zwischen Schlagfell und Resonanzfell. Deren Spannungsverhältnis ergibt dann den Grundton. Ich hab mir mal selbst behelfsmäßig eine Übersicht für mein Set gemacht. Da hab ich die Daten aus dem Tuning-Bot geschrieben.


    Z.B. ergibt auf einem 16" Tom 92hz oben und 154hz unten C# bei 69,3hz. Ein C# erhältst du aber genauso, wenn Du beide Felle auf 119hz spannst. Dann kommt auch wiederum 69,3hz raus. Das ist letztlich Mathematik.


    In der Tabelle steht R1-R4 für die Resonanz. Je höher die Zahl, desto resonanter der Klang. R4 ist maximale Resonanz, weil beide gleich schwingen.



    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

    Einmal editiert, zuletzt von Fl0gging ()

  • Moin

    Kann mir jemand mal erklären bzw. wie man Toms auf den Grundton der einzelnen Trommeln stimmt?

    Klar, Tommy Resch kann das ;)

    Kessel nackich machen, am Besten ohne HW, so fein es geht aufhängen (Finger oder Zahnstocher), Kessel andötzen/ anklopfen, Ton merken, Felle drauf und stimmen, . . . fäddich :)


    PS: Oder nils fragen.

  • Die eingestempelte „timbre note“ bei DW soll der Ton des reinen Holzkessels sein, ohne Bohrungen, Gratung, Lackierung und angebauter Hardware, also allenfalls als grobe Orientierung zu verwenden, da sich der Grundton mit angebauter Hardware verändert. Siehe diverse Posts von nils.


    Jede Trommel hat einen Bereich, in dem sie am besten klingt. Muss man manchmal auch einfach ausprobieren. Die Tabelle von Fl0gging ist zwar etwas kompliziert, aber korrekt. ^^


    Oder einfach die tunebot-App nutzen.

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    Interessehalber: welche timbre notes sind denn bei dir eingestempelt?


    Der Kollege hier hat sein Set auf die timbre notes gestimmt (beide Felle gleich hoch)… ist doch gar nicht so schlecht.

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    Beim Nachmachen musst du nur darauf achten, daß du auf die richtige Oktave des Tons stimmst, die ist ja auf den Plaketten nicht angegeben.

  • Timbre match finde ich beim Kauf eines Sets schon interessant. Die Grundtöne der Toms sollten untereinander harmonieren. Wenn die reinen Holzkessel untereinander eine klangliche Einheit bieten, dann passt es auch mit bespannten Fellen. Die einzelnen Stimmungen sind nur im Zusammenhang mit den anderen Trommeln interessant.

    Als Endorser würde ich mir in der Fabrik die Trommeln selber zusammenstellen wollen.

    Aber wer kann das schon? Man bekommt beim Kauf ein zusammengestelltes Set geliefert und muss mit dem leben, was man bekommt.

    Timbre match hat also erst einmal nur mit der Harmonie der Hölzer vor dem Anbringen von Beschlägen und Fellen zu tun. Diese Harmonie überträgt sich dann auf das Tuning mit Fellen.

    DW dürfte also die Sets so zusammenstellen, dass die Grundtöne untereinander zusammenpassen. Welche Note dann aufgestempelt ist, spielt eine untergeordnete Rolle.

    2 Mal editiert, zuletzt von JohnDrum ()

  • Ich würde einfach kein DW spielen, das verwirrt mich nur... ;)

    zusammenstellen: Aach, früher, als es noch mein Musikgeschäft gab, habe ich immer vor dem Kauf alle Schlagfelle abgeklopft, um das beste rauszufinden. Wenn da die Leimung schlecht war, hat das Fell außenrum nicht überall gleich geklungen. 😁

    Einmal editiert, zuletzt von JohnDrum ()

  • JohnDrum

    Das ist zwar auch das erste, was ich bei nem neuen Fell mache, aber ich erinnere mich nicht, dass ich tatsächlich nen Ausfall hatte. Fällt wohl eher unter die Rubrik "krude Angewohnheit".

    Wie sind deine Erfahrungen?

    Wenn das Fell nicht überall außenrum gleich klingt, dann neigt es meiner Meinung nach zur leichten Faltenbildung/ Dellenbildung. Wenn ich das Fell anziehe, gehen die Dellen natürlich weg, aber das Tuning wird erschwert.

    Heute mach ich mir da keine Gedanken mehr.

    Ich habe halt früher auch nebenbei in einem Musikgeschäft gearbeitet, da gewöhnt man sich schon manches an, wenn man unter gleichgesinnten ist.

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