Handhaltung Jazz Schlagzeug: "Traditional Grip"

  • Eines ist sicher:

    "Taktgeber" fuer das uns bekannte Schlagyeug war die Marschmusik.

    Dort haengt die Trommel auf dem linken Oberschenkel des Trommlers.

    Und so bleibt ihm garnicht anderes uebrig, als die linke Hand "tradizial anzuwinkeln" um die Trommel yu "treffen"

    Fast alle bedeutenden US Schlagxeuger kommen aus der Marching Richtung und haben so ihre

    angelernte Technik mitgebracht und auch weitergegeben.

    Das ist m.E. der einzige Grund fuer Tradizional Grip.

  • Sehe ich auch so. Die wachsen durch ihre Highschool-Marching-Bands quasi damit auf.
    Auch Metal-Drummer wie Mark Zonder spielen Trad.-Grip.

    Ich hab jahrelang beides parallel gespielt, bin dann aber doch beim Matched Grip hängengeblieben.

    Außer beim Besenspiel, was ich immer nur traditionell gespielt/geübt habe, kann ich sozusagen gar nicht anders...

    Was ich aber immer wieder denke, ist, dass Trad-Grip sehr artistisch aussieht.

  • Historisch so zu erklären; ja. Aber: Bitte genau schauen. Bei der „traditionellen Stick-Haltung“ besteht ein Unterschied zur modernen Haltung. Die Drehung des Handgelenks (also, die anatomische Energie-Erzeugung) erfolgt unterschiedlich. Dahingestellt, ob technisch richtig oder weniger richtig oder als Technik völlig obsolet.

  • Mir persönlich ist beim Trommeln jedes Dogma fremd. Die Vorteile jeder Stockhaltung muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich spiele dezente Jazzfiguren gerne mit dem Traditional Grip, wenn es zur Sache geht, ist der Matched Grip angesagt. Aber: beherrschen sollte man aus meiner Sicht beides, ansonsten schränkt man sich letztlich ein.

  • Na, so lange ich mich als Traditional-Gripper noch öffentlich zeigen darf.

    Oh, noch einer. Bin spät umgestiegen, aber das ist jetzt 20 Jahre her und wollte nie mehr zurück. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, was an der symmetrischen Haltung (am "Matched Grip") für andere schlecht sein soll. Aber ich muss schon grinsen, wenn die vermeintlichen Nachteile der asymmetrischen Stockhaltung ("Trad. Grip") oder die Gründe zu ihrer Verwendung gemutmaßt werden.

    Sieht besser aus, klar.

    M.

  • Danke, dass es mal einer sagt 🤗


    ABER: Auf der HiHat kann ich in der Tat mit der "Marching" Haltung besser wirbeln. Das ist aber wirklich die einzige Situation und dabei berühren mein Ring- und Kleiner Finger gar nicht den Stick (also, ne leichte Abwandlung)

  • Und das schöne an dem Ganzen ist, im Endeffekt ist es völlig egal wie ich meinen Stock halte und wenn ich ihn mit Gaffa an die Hand klebe, wichtig ist nur ob der Sound rauskommt den man haben will. :)
    Ich verwende Traditional ganz gerne wenn die Snare leiser sein soll, weil ich da ohnehin nicht so laut spielen kann wie mit matched. Und auch sonst bilde ich mir ein, dass meine linke Hand dadurch einfach etwas geschickter worden ist.


    lg

  • Und das schöne an dem Ganzen ist, im Endeffekt ist es völlig egal wie ich meinen Stock halte und wenn ich ihn mit Gaffa an die Hand klebe, wichtig ist nur ob der Sound rauskommt den man haben will. :)
    Ich verwende Traditional ganz gerne wenn die Snare leiser sein soll, weil ich da ohnehin nicht so laut spielen kann wie mit matched. Und auch sonst bilde ich mir ein, dass meine linke Hand dadurch einfach etwas geschickter worden ist.


    lg

    Das stimmt natürlich. Bei mir ist das witzig mit „lauter/leiser“ und hat bis jetzt eher mit den Sticks zu tun, die ich spiele. Normalerweise spielt man ja z.B mit 5B lauter als mit 5A, bei mir ist das andersrum obwohl ich gar nicht fester reinhaue. :D

  • Oha, die Reizworte "linke Hand", "traditionell" und "Jazz" wirken immer noch

    Ich sage es mal so: Dadurch, dass Stereotype wie im Eingangspost immer wieder gekäut werden, verbreitet sich (überspitzt formuliert) die Mär, dass Jazzer traditional spielen müssten, dass sie gar nicht drum herum kämen über kurz oder lang. :rolleyes: Dass traditional DIE Stickhaltung für Jazzer schlechthin sei, weil das die Vorfahren ja auch schon so gemacht haben und das alles damit ganz anders (klingend) und bereichernd und horizonterweiternd sei. Und wer nicht traditional spielt ist halt kein Jazzer. Und dieses Stereotyp wird immer weiter verbreitet, eben weil es weiter verbreitet wird obgleich es fern der Realtität ist.


    Etliche Jazzer spielen inzwischen matched (und klingen ganz hervorragend). Selbst viele der alten Jazzer haben hin und wieder matched gespielt oder darauf gewechselt (weil es abseits der historischen Herkunft keinen echten Daseinsgrund mehr für traditional gibt).


    Und wer angeblich mit matched - jetzt mal krass formuliert - zu doof ist, sensibel zu spielen, der möge an seiner Technik feilen. (Vermutlich bildet sich die Person aber eher nur ein, dass sie viel sensibler und kontrollierter mit tradtional spielt. Das Gehirn veräppelt einen gerne. ;) )

    Wer sich freiwillig die nicht hinwegzudiskutierenden Haltungsschäden holen möchte, nur zu. Seine Entscheidung. Aber man möge bitte endlich aufhören tradtitional mit Jazzdrumming gleichzusetzen, denn das ist völlig sinnbefreit, falsch und macht Jazzneuligen das Leben nur unnnötig schwer.

    PS: Ich kann sowohl als auch spielen, sehe aber seit geraumer Zeit absolut NULL Sinn, darin, traditional zu spielen, weder bei Sticks, noch beim Besen). Und da bin ich nicht der einzige. :whistling:

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Ich weiß überhaupt nicht, wie die Haltung sein muss, wenn man Besen spielt.

  • Ui, tatsächlich? Einen aussagekräiftigen Beweis mittels Video gibt es aber vermutlich nicht?

    Wer bist denn Du, dass Du denkst hier Beweise einfordern zu dürfen??

    Es geht hier nicht um mich .... In einem Fachforum sei aber wohl die gestellte Frage gestattet, um die Expertise des Behaupters zu hinterfragen....wir können uns aber auch gerne mal mit dokumetierender Kamera alle persönlich in einem Musikraum treffen, um das Thema in der Praxis zu beleuchten? Herr two, ich zahle dir auch die Fahrtkosten,....na, Interesse?

  • Und wer angeblich mit matched - jetzt mal krass formuliert - zu doof ist, sensibel zu spielen, der möge an seiner Technik feilen. (Vermutlich bildet sich die Person aber eher nur ein, dass sie viel sensibler und kontrollierter mit tradtional spielt. Das Gehirn veräppelt einen gerne. ;) )

    Ich erlaube mir da noch kurz zu antworten, da es ja konträr zu meiner Aussage oben ist. ;)


    Zu doof um sensibel zu spielen? Vielleicht, und wahrscheinlich macht einem das Gehirn nur was vor. :P

    Ich spiele zu 90% matched, nur wechsel ich teilweise einfach gerne, weils mir Spaß macht, und ich mir einbilde "softer" zu spielen. Und wenn ich mich damit besser mit der Musik identifizieren kann, klinge ich vermutlich auch besser. Das genügt mir auch schon als Grund. ^^

    Spielt man jetzt jeden Tag 2 Stunden ausschließlich Traditional, kann das schon zu Haltungsschäden führen, das will ich gar nicht ausschließen. Nichtsdestotrotz konnte ich bei mir bis jetzt positive Aspekte feststellen, vermutlich weil mit der anderen Haltung quasi ein Schalter im Kopf umgelegt wird und ich das linke Handgelenk etwas mehr mobilisiert habe.


    lg

  • Fast alle bedeutenden US Schlagxeuger kommen aus der Marching Richtung und haben so ihre

    angelernte Technik mitgebracht und auch weitergegeben.

    Das ist m.E. der einzige Grund fuer Tradizional Grip

    Ganz meine Meinung.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.Änderungen bedeuten immer Arbeit. Wozu was ändern,wenn es doch gut funktioniert und sich obendrein auch noch gut anfühlt?

    Das Schlagzeug, so wie wir es Heute kennen, ist noch ein sehr junges Instrument.Es entwickelte sich ganz nach den Bedürfnissen und so wie es aussieht ist da noch lange kein Ende in Sicht.

    Das die HiHiat so gesehen eigentlich auf der "falschen" Seite steht ist historisch zu betrachten.


    Mich würde echt mal interessieren warum man es Traditional-Grip nennt.

    Traditionell klingt immer so überholt und man tut etwas,weil man es schon immer so gemacht hat oder damit etwas nicht in Vergessenheit gerät.

    Klar hat man immer ein Jazz-Schlagzeuger in Verbindung mit dem Traditional-Grip im Kopf.Mal abgesehen davon hat nicht die Musik dazu geführt,sondern der Mensch selbst.Zum einen hat er einfach so spielen gelernt und auf der anderen Seite kann auch das Feeling eine Rolle spielen.Eine Körperhaltung oder Spielweise ist oft mit sehr viel Gefühl verbunden und da greift man halt eben auf traditionelle Dinge zurück.

    Charly Antolini ist wohl jedem bekannt.

    Da hab ich den Spitznamen "Mr. Jazzpower" im Kopf.Wobei ich mir da nicht sicher bin,ob das offiziell oder meine eigene Kreation ist.Jedenfalls ist Mr. Antolini aus dem Jazz nicht wegzudenken.Wenn er es richtig fliegen lässt,dann spielt er Matched-Grip.

    Swing-Grooves meist Traditional.

    Ich würde mal behaupten,dass Traditional-Grip zu dem Anfängen des typischen Schlagzeug-Spielens typisch für den Schlagzeuger war,aber nicht typisch für die Musikrichtung.

  • Also ich spiele seit meinem 5. Lebensjahr den Traditional Grip. Erst hatte ich in der Marching Tradition den linken Stock zwischen Daumen und quasi auf dem Mittelfinger aufgelegt. Später dann den "Jazz" - Grip zwischen Daumen und auf dem Ringfinger aufgelegt. Die Snare an meinem Set ist zu mir links leicht höher und fällt zur BD hin ab, im Gegensatz zu den Matchgrip Kollegen, wo die Snare meist zum Spieler hin niedriger ist und leicht zur BD hin ansteigt.

  • Gutes Video. Aber: viele Wege führen nach Rom, so auch beim traditionellen Grip:


    Meines Erachtens ist die Griffhaltung beim Traditional schneller, besser, als auch Gesundheitsfreundlicher, die nicht den Bereich Zeigefinger-Daumen ins Zentrum setzt, sondern vielmehr den Stick aufhängt zwischen Mittelfinger und Ringfinger und dort ein Fulcrum bildet, sodass der Stick tatsächlich pendeln und sich in der Kuhle zwischen Zeigefinger und Daumen relativ frei bewegen kann, um von dort den Schwung aus Hand und Arm zu kontrollieren.


    Die andere Technik, wie in deinem Video, welche - ausgehend vom Standard - den Daumen betont wie die schottischen Drumcorps oder Tony-Williams, Führt meines Erachtens auf Dauer zu einer zu grossen zBelastung des Daumensattelgelenks, d.h. die Verbindungsbereich von Zeigefinger und Daumen. Die andere Technik ist zwar vom Griff her anfänglich etwas schwieriger, ist aber - richtig angewandt - hervorragend geeignet, mühelos relativ schnell zu spielen.

    Das gefällt mir dem Fulcrum, zwischen Mittel und Ringfinger, auch weil der Drehpunkt in Verlängerung des Arms, On Axis ist, ist sehr direkt, und fein dosierbar.

    In der "Daumenbeuge" Off-AXis

    Aber sehen wird man Das wohl selten.

    Die Bedienung und (Ab-)Lagerung des Sticks mit den verschiedensten Fingern, hingegen da gibts ja Einiges an Kombinationen

    (also nicht mit dem Drehpunkt Fixierung im Fulcrum verwechseln).

    Für Fullstrokes z.b. bietet sich die Fixierung in der Daumenbeuge an, so wie die Verlagerung des Fulcrums nach hinten, bei nicht Traditionellen Spielweisen

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



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