Playalongs zum Üben von Songstrukturen

  • Moin,

    ich mache mir gerade Gedanken wie ich Songstrukturen der Jazzband besser üben kann. Ziel ist, die Songs bzw deren Form am Set zu spielen.

    Geeignete Aufnahmen (zu denen ich spielen könnte) gibt es nicht, aber irgendwie muss ich ja die Form reinkriegen. Und auch diverse Stolperstellen zB Endings oä üben.

    Da kam mir der Gedanke so etwas wie Band in a Box zu verwenden. Benutzt das hier jemand? Die letzten Posts dazu sind über 10 Jahre alt.

    Oder was gibt es noch für Möglichkeiten? Leadsheets sind zwar nett aber im Moment bin ich noch zu sehr mit mir selbst beschäftigt, als dass ich während dem Spielen wirklich gut auf die notierten Teile achten kann, gerade bei Endings läufts da gerne aus dem Ruder, weil deren Ablauf noch nicht verinnerlicht ist. Aber ohne dazu zu spielen (üben) dauert es einfach zu lange, bzw sind es derzeit für mich auch zuviele Stücke. Das führt auch dazu, dass ich da schon mal die Songs verwechsle und mich alle blöd anschauen weil ich mal wieder ein paar Takte zu früh fertig bin. ^^

    Wie macht ihr das?

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Wie macht ihr das?

    Ich vermeide Jazz 8o
    Ne im Ernst. Könnt ihr nicht einfach die Songs ohne Schlagwerk mit Klick aufnehmen?

    Sind dann wohl Cover? (darf man das bei Jazz sagen?)
    Band in a Box war mir vor 20 Jahren schon sehr unsympatisch und ich finde es sehr umständlich, ausserdem benötigst du dann auch Midifiles der Stücke.

    Midis sind wesentlich verbreiteter und ja auch viel handlicher. Vielleicht schaust du mal danach.

    don´t panic

  • Aufnahmen sind im Moment keine Option. Mit diversen Midifiles habe ich auch schon herumexperimentiert, aber meisten waren oft sehr seltsam.

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  • Wenn Du ein Gefühl für Jazz kriegen willst, musst Du einfach nur viel Jazz hören

    Gute Idee 😀. Hilft mir aber mE nicht die Form wie wir sie spielen zu verinnerlichen. Gerade die Intros und Outros. Wenn die zb letzte Woche zwei drei Mal gespielt wurden, habe ich das in der Folgewoche nicht mehr ausreichend präsent um einigermassen stressfrei durchzukommen.

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  • Was (leider) recht aufwändig ist, mich in Bezug auf meine Hauptband aber gut durch die probenlose Coronazeit brachte, ist eine Multitrack-Aufnahme der Bandprobe.

    In den letzten Proben vor der Zwangspause hatte ich zufällig mein Digitalmischpult in den Probenraum gestellt, primär eigentlich um mich an mein damals neues IEM-Zeugs zu gewöhnen. Ich habe alle Instrumente meiner Band abgenommen, und natürlich auch mein Kit, recht einfach mit 2xOverheads, Kick und Snare, und dann zwei verschiedene Mixe für die Proberaum-PAund mein IEM erstellt.


    Da mein Pult (Soundcraft UI24r) direkt auf USB-Stick Multitrackaufnahmen machen kann, waren die Aufnahmen ein unkompliziertes Nebenprodukt dieser Aktion. Ich habe die Multitrack .wav-Files später, daheim, auf meinem PC gemischt, ganz normal in Reaper, der DAW-Software meiner Wahl, und dann meiner Band in die WhatsApp-Gruppe bzw. ins Band-Share - wir nutzen OneDrive - gestellt.

    Jeder Musiker, der wollte, konnte dann einen "Mix-Minus" von mir erhalten, also einen Alternativ-Mix, wo das jeweilige Instrument des Musikers stummgeschaltet ist. Der Sänger erhielt also eine Version ohne Gesang, ich als Drummer eine Version ohne Drums etc. Wegen Übersprechen hört man das jeweilig "stumme" Instrument trotzdem noch ein ganz klein wenig durch, aber zum Üben als "Playalong" ist das Instrument praktisch "weg", stört also nicht.


    Ich bin gerade frisch in einer Jazz/Weltmusik-Band neu eingestiegen, den Damen und Herren dort droht in den nächsten Wochen ein ähnliches Schicksal wie meiner anderen Band ;) Mir geht das bei Starts und Endings ähnlich, und ich brauche da eine Gedächtnissstütze...

  • Mir geht das bei Starts und Endings ähnlich, und ich brauche da eine Gedächtnissstütze...

    Schön, dass ich da nicht alleine bin. 🙂

    Mehrspuraufnahmen sind wirklich keine Option im Moment. Wie von dir beschrieben, mache ich das mit meiner Erstband auch. Aber da haben wir auch einen Raum in dem ich mein Zeug lassen kann, bzw es mow fest aufgebaut ist.

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  • Hast du iReal pro? Klingt nicht toll, aber reicht für die Harmonien und um die Form zu lernen. Sobald sie klar ist, zu richtigen aufnahmen spielen.

    Intro und outro müsstest du dann separat auf nen zettel schreiben. Die kannst du dann auch einzeln üben. Meistens sind die sich ja recht ähnlich-wichtig ist halt, was ihr als Band ausgemacht habt.

  • Dir geht es nicht allgemein darum, ein besseres Gefühl für Songstrukturen zu bekommen und das an Beispielen zu üben, sondern darum, die konkreten Abläufe der Lieder eurer Setliste zu lernen, ohne Aufnahmen oder Aufzeichnungen / Sheets / Noten zu nutzen?


    Wenn du jegliche Form der Aufzeichnung und Notation ausschließt, bleibt ja nur Playalong-Basteln übrig. Das erscheint mir aber recht viel Arbeit zu sein. Insbesondere, wenn du dich an Abläufe, Akkorde, Endings etc. erinnern musst, um es zumindest einmal ins Playalong zu bekommen.

    Oder spielen die Bandkollegen nach Noten?


    Ich würde das vermutlich ganz pragmatisch und einfach angehen: Bei der nächsten Probe die Lieder mit dem Handy aufnehmen. Sound ist zwar mies, macht aber nichts. Dann würde ich mir zu jedem Lied ein Sheet machen. Ganz rudimentär:

    Intro (Klavier) - 8 Takte Teil A - 16 Takte Teil B (Ride) - Übergang (Snare Achtel auf 2+) - 8 Takte Teil A - Ending (kurzer Akzent auf 1, 1/2 Takt einleiten)

    Im Idealfall auch die ersten paar Töne Melodie oder Intro als Noten ausnotiert. Oder die erste Textzeile. Das hilft oft auch schon.


    Sowas nutze ich weniger, um während des Spielens abzulesen sondern mehr, um mich vor dem Spielen zu erinnern. Vor dem Anzählen kurz den Ablauf überblicken, die Breaks in Erinnerung rufen und die Melodie im Kopf ansummen, damit man wieder weiß, worum es geht und wie schnell es sein sollte.


    Zur Vorbereitung würde ich dann die Handy-Aufnahmen sehr oft anhören, mit Sheet in der Hand, und im Kopf mitspielen.

    Wenn alles mehr oder weniger sitzt, würde ich die Lieder nur mit Sheets durchgehen. Melodie-Stimme dazu pfeifen oder singen. Wenn es ganz ohne andere Instrumente klappt, bist du gut vorbereitet. :-)

  • Grad zurück von der Probe. :)

    IReal pro hab ich. Ist ganz gut um Formen/Kadenzen zu üben, für unsere eigenen In- und Outros passt mir das aber nicht so. Da fehlt dann die Melodie.

    Ideal wären schon gute Aufnahmen von uns. Aber wie gesagt, im Moment keine Option.

    Dir geht es nicht allgemein darum, ein besseres Gefühl für Songstrukturen zu bekommen und das an Beispielen zu üben, sondern darum, die konkreten Abläufe der Lieder eurer Setliste zu lernen, ohne Aufnahmen oder Aufzeichnungen / Sheets / Noten zu nutzen?

    Jein. Ich nutze schon Sheets und auch Handyaufnahmen. Hör's mir an und mache Notizen. Studier' den Kram und gehe das Ganze theoretisch durch. Das geht mir aber zu langsam. Ich will's gleich spiel/üben um nicht erst bei der nächsten Probe ohne Probe-Probe zu probieren. ^^ Mit Musik. Handyaufnahmen tun's da mE nicht. Der Drummer stört. :D Playalongs und "echte" AUfnahmen gibt es ja auch wie Sand am Meer, für unsere individuellen Endings usw passt es aber meist nicht. Da kam mir dann der Gedanke mit BiaB. Eventuell geht das viel schneller als wenn ich das in Reaper zusammenklicke.

    Aber heute hat's im G&G nur mit "Trockenübung" auch ganz gut geklappt.

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Ich hätte noch zwei Alternativen:

    Einerseits dieses Buch, welches Playalongs zu ein paar (an Standards angelehnte) Stücken beinhaltet:
    Jazz Conception von Jim Snidero | im Stretta Noten Shop kaufen

    Sowie diese Playlist von Oli Rubow, welches Standards ohne Drums beinhaltet. Dazu kann man also auch ganz gut trommeln und üben:

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    Ansonsten hilft natürlich, Songs mal ohne alles durchzuspielen und nur die Melodie des Themas mitzusingen. Wenn du das Thema kannst, hast du insgesamt wahrscheinlich auch weniger Formprobleme :)

  • Danke, mehr Playalongs sind immer gut.

    Ansonsten hilft natürlich, Songs mal ohne alles durchzuspielen und nur die Melodie des Themas mitzusingen.

    Da dieser Tip immer wieder genannt wird, werde ich das doch auch mal versuchen. Stelle es mir nur recht schwer vor.

    🙂

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Um das mit dem Mitsingen des Themas nocheinmal zu unterstreichen:

    Vor ein paar Jahren war ich bei einem Workshop mit Adam Nussbaum. Er sang das Thema eines Standards (den ich leider nicht kannte) vor und ließ jeden von uns einen Teil nachsingen. Ich weiß nicht mehr wie der Standard hieß. Ich weiß nur noch, dass die Form AABA war und ich einen A-Teil zu singen hatte und es nach der Aktion im Raum stark nach Angstschweiß roch. ;)


    Auch zum Solieren über die Form ist es hilfreich, wenn man die Melodie (innerlich) mitsingen kann. Zum Üben tut's da anfangs auch "Hänschen klein".


    Um die Melodien zu lernen, hilft es Aufnahmen mit Gesang zu hören (auch wenn der Drummer der Aufnahme nicht die angesagte Berühmtheit ist).

    Le roi - c'est moi!
    Dieser Winter hat ein warmes Gesicht.

  • Das erinnert mich an ein Rob Brown Video, wo es darum ging, wie man zum Einzählen das richtige Tempo findet.

    Der gute Mann sagte "learn the fucking lyrics!". Die Erklärung - wenn man den Text nachsingen kann, kriegt man automatisch das Gefühl fürs richtige Tempo, fürs richtige Feeling. Sein Tip war, sich vor dem Einzählen eines Songs kurz im stillen eine Phrase aus dem Song selbst vorzusingen.

    Bei mir funktioniert das super, ich habe immer in meinen Setlists eine "Texthilfe" stehen, zum verläßlichen Tempo-finden und einzählen.

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