Soll ich auf leichtere Drumsticks wechseln?


  • hi Leute, ich bin gerade dabei, mich von einer ziemlich fiesen Sehnenscheidenentzündung vom Schlagzeug spielen zu erholen. Ich habe mich viel gefragt, woher genau diese kam. Natürlich lag es einerseits an meiner Technik und meinen Übungszeiten aber dann ist mir eingefallen, dass ich kurz bevor die Schmerzen angefangen haben von 5A auf 2B Drumsticks gewechselt habe. Da habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht dadurch, dass die Sticks viel schwerer sind, den Rebound schlecht ausgenutzt habe und deswegen eine Sehnenscheidenentzündung bekommen hab(unter anderem). Deswegen bin ich am überlegen, wieder auf 5A oder gar auf 7A zu wechseln. Würdet ihr mir dies empfehlen?

    danke im vorraus!

  • Probiere doch die 7A mal aus. Die Stockhaltung etc. sind aber natürlich auch nicht zu vernachlässigen.


    Welchen Musikstil Spieler Du? Letztlich geht aber so oder so Deine Gesundheit vor.

    Rogers, Gretsch und Toontrack beherrschen mein Leben!

  • Das gibt es (leider) häufiger und bedeutet meist einen deutlichen körperlichen Warnschuß vor den Bug.

    .

    1.) Unbedingt die Technik überprüfen (lassen) und...


    2.) ... die Übungszyklen (keine endlos-einseitigen Bewegungsfolgen millionenfach wiederholen) genau prüfen (lassen).

    Da zu einseitiges Wiederholen ohne Pausen oder den Wechsel zu anderen Übeinhalten bei diversen Menschen zur Überbeanspruchung mit entsprechenden Folgen führen kann.


    3.) Entspannungsmodi zwischen den Übephasen aber auch zwischen! den Schlägen entdecken und entwickeln.


    Z.B. Die alte Muskel-Relaxation (progressive Muskelentspannung) nach Jacobsen und pragmatische Ableitungen/Modifikationen davon kann in vielen Lebenslagen helfen bis massiv oder gar unvorstellbar helfen und das eigene Körperempfinden fördern, in einem Ausmaß, das vielen Menschen (prozentual eher vorrangig Männern) unvorstellbar scheint. Gerade beim Drumming kann man die Intervalle auch pragmatisch und die Prozedere der Entspannung verkürzen und variieren und gewinnt trotzdem einen Nutzen und wertvolle Einsichten. Denn das A und O ist die Verbesserung der Körperwahrnehmung (damit der Körper demnächst nicht wieder rebelliert weil "drei, vier rote Ampeln", also frühe erste Warnsignale des Körpers übersehen wurden).


    4.) Zusätzlich zu dünneren Sticks auch eine leichtere Holzsorte (z.B. Maple) wählen.

    Jetzt zur priorisierten Riskovermeidung (so sehr ich 2B persönlich als Hickory liebe) eher 5A (oder gar 7A) und leichtere Holzsorte wählen.


    Im Laufe der Zeit kann man dann austarieren inwieweit wieder Dinge materialtechnisch in Sachen Stick-Wahl verändert werden können.

    Jetzt geht aber erstmal Gesundheitsschutz vor, damit das tollste Instrument der Welt weiter ausgeübt werden kann.


    Toi, toi toi und ganz viel Erfolg und weiterhin Spaß am Instrument!

  • Welchen Musikstil Spieler Du? Letztlich geht aber so oder so Deine Gesundheit vor.

    Da ich erst seit ca 1,5 Jahren spiele habe mich mich noch nicht speziell auf ein Genre festgelegt, der größte Teil ist aber Rock/Thrash Metal. Ich möchte später aber unbedingt in die Richtung Deathcore/Metalcore usw gehen, wo 7A ja nicht sooo hilfreich ist. Zu den dicken Drumsticks würde ich mich dann aber langsam über 5a,5b und dann 2b zurücksteigern.

  • Ich denke, dass zu härteren Stilarten richtige Baumstämme gehören, ist ein Vorurteil.

    Hauptsache Dir ist es wohl zum spielen. Falls irgendjemand in Zukunft findet, dass Du zu wenig Punch hast, gibt es noch immer den Mischer!

    Probiere ruhig mal 7A aus, Sticks kosten ja nicht alle Welt. Und wie Kollegen schon erwähnt habe, lass Deine Technik überprüfen.

  • Lockere Stockhaltung, nicht verkrampfen, Stöcke federn lassen...


    Ich finde ja, dass man bei leichten Zahnstochern letztendlich mehr Schlagkraft aufwenden muss als bei schwereren Stöcken.

    Und bei einem größeren Durchmesser hat man mehr Berührungsfläche, das ist meines Erachtens auch kein Nachteil.

    Das ist fein beobachtet!

  • Ich empfinde es immer anders!

    Mit größeren, schwereren Sticks habe ich einen geringeren Kraftaufwand, wenn es um die gleiche Lautstärke geht.

    Bei einer Sehnenscheidenentzündung würde ich erst mal aussetzen. Dieser Mist kann leicht 6 Monate dauern!

    Hatte ich auch mal. Seit dem spiele ich kein Schlagzeug mehr in kalten Kirchen.

  • Wie und worauf hast du denn geübt? Gummipads können bei nicht idealer Spielweise die Belastung noch verstärken.

    Ansonsten: Falls dir dünnere Sticks helfen, leiser zu spielen (der Zusammenhang gilt nicht automatisch), würde ich es definitiv probieren. Das Schlagzeug gibt in der Regel die Grundlautstärke vor und in quasi jedem Genre klingt eine zu laute Band nicht gut.

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • Ich denke ebenfalls, dass nicht die Sticks das Problem sind, auch wenn der zeitliche Zusammenhang zum Wechsel des Stickmodells auffällt. Vielleicht hat aber der schwere Stick nur die falsche Technik "demaskiert".


    Auf jeden Fall komplett auskurieren, ehe du wieder die Stöckchen schwingst. Hast du denn nen Lehrer? Wie hat sich der bislang zu deiner Technik geäußert? Und was hat dich dazu bewogen, den Stick zu wechseln?


    Ich übe sowohl mit leichten als auch mit schweren Sticks, für die Handgelenke macht das meiner Erfahrung nach bei lockerem Grip überhaupt keinen Unterschied. Es gibt natürlich Sticks, bei denen ich mich mehr zuhause fühle als bei anderen, und jene lege ich dann zur Seite, statt irgendwas zu erzwingen.

  • Ich hatte vor 40 Jahren mal eine Schleimbeutelentzündung. Ich habe dann auf leichtere Sticks gewechselt und bin dabei geblieben. Inzwischen spiele ich Rohema 7a und Tango, je nach Musik.


  • 4.) Zusätzlich zu dünneren Sticks auch eine leichtere Holzsorte (z.B. Maple) wählen.


    Zusätzlich... oder stattdessen. Bei mir war es immer so, dass ich vom Griffgefühl her eher dickere Sticks mochte, weil ich es etwas krampfig fand, die dünnen zu halten; vom Gewicht her waren mir die dicken aber immer zu schwer. Bis ich dann Maple-Sticks und konkret die Vic Firth SD1 entdeckt habe. Die sind schön dick und trotzdem halbwegs leicht.


    Generell würde ich das an Deiner Stelle aber eher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen. Insbesondere auch die Frage, ab wann Du überhaupt weitermachen solltest, um den Genesungsprozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

  • Ich hatte damals nach den ersten 6 Wochen Trommelei auch direkt eine Muskelhautentzündung im rechten Unterarm. Da half nur eine Pause und anschließend eine verbesserte Stockhaltung. Aber man kann das in den Griff bekommen, mittlerweile spiele ich über 40 Jahre und hab nur noch selten derartige Probleme. Drumstudio1 hat ja sehr detailliert beschrieben, was du alles tun kannst.

  • Hier nur Mal ein Gedanken dazu.

    Eine Sehnscheidenentzündung ist nicht toll und es tut mir echt Leid für dich.

    Dünnere Sticks empfinde ich persönlich als "anstrengender". So 15 mm müssen es schon sein.

    Das ist aber von Person zu Person unterschiedlich.

    Ich mache seit ich 12 bin Motorradsport.

    Da ist beispielsweise die Dicke der Griffgummis auch eine entscheidender Aspekt. Auch hier spielt Lockerheit eine wichtige Rolle. Ist man zu verkrampft dann ist das natürlich anstrengend und für die Sehnen und alles drumherum mit Sicherheit nicht weniger entspannt.


    Ich bin der Meinung, dass man sein Körper schon drauf vorbereiten muss.

    Bewegungsumfang des Handgelenk voll ausnutzen (ohne und mit Belastung).

    Die Finger, das Handgelenk und dem Rest ruhig mal die Arbeit machen lassen.

    Rebound mal aussen vor lassen.


    Auch mal ohne Sticks trommeln.

    Natürlich der Bewegung eine Chance geben.

    Für mich ist es wichtig, dass ich in Bewegung komme.



    Wenn man nur kleine und auf Ergonomie getrimmte Bewegungen macht, dann kann ich mir vorstellen, dass man sich eher mal wehtun kann.

    Zu Beginn alles eher langsamer machen und wenn man warm ist reinhauen. Aber auch da nicht übertreiben.

    Wenn man mit Kraft agiert, dann eher langsamer.


    Wünsche dir gute Besserung und, dass du bald wieder spielen kannst.


    Kannst ja mit der anderen Hand spielen und die Füße können mal etwas mehr machen. Alles einmal "spiegelverkehrt" spielen.

  • Ich kenne die Thematik Sehnenscheidenentzündung selbst aus meiner Zeit in den Neunzigern.

    Damals war ich kein Anfänger mehr, ich hatte auch Unterricht in der Musikschule, also bilde ich mir ein, dass meine Stockhaltung damals schon gepasst hat, denn darauf wurde auch Wert gelegt.


    Warumn ich damals mit Sehnenscheidenentzündung zu kämpfen hatte weiß ich nicht.

    Damals spielt ich relativ dicke Stöcke, das waren die "Zyldijan Rock".

    Später (2010) bekam ich ein paar Paare 7A zu meinem neuen Set dazu, die fand ich prima.

    Seitdem spiele ich genau diese.

    Sehnenscheidenentzündungen hatte ich seitdem nie mehr.

    Ob das Zufall ist, oder ob das genau an den leichteren Stöcken liegt, kann ich nicht sagen.


    Dass ich mit 7A mehr Kraft aufwenden muss, kann ich nicht bestätigen.

    Dass ich am Schlagzeug auch mit 7A zu laut bin, wurde mir von den Bandkollegen immer wieder attestiert, aber das ist ja eher normal.

    bei einem größeren Durchmesser hat man mehr Berührungsfläche

    Das kann man meiner Meinung nach getrost vernachlässigen.

    Von wie vielen Quadratmykrometern reden wir da?


    Ich würde es an Deiner Stelle einfach mal mit dünneren Stöcken probieren.

    Schaden wird dieser Versuch keineswegs.

  • Hallo,


    ich würde auch erst mal die Stockgröße und -schwere herunterfahren, dabei aber darauf achten, dass die neuen Stöcke gut in der Hand liegen,

    nicht jeder kommt mit jedem Modell gut klar.

    Überhaupt ist das Achten auf das, was der Körper sagt, in diesem Falle besonders wichtig.

    Die Technik würde ich dringend überprüfen.


    Grüße

    Jürgen

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