Hülfä! Tama Cocktail Jam Kit anfetten



  • Ich bin Stolzer Besitzer eines Tama Cocktail Jam Kit.

    Ich spiele in einer bluesigen Rockband und will, dass

    das Ding fetter klingt. Dass es dafür das grundsätzlich

    falsche Set ist, ist mir schon klar. Aber wir spielen oft

    mit vielen Leuten auf kleinen Bühnen, daher die Anschaffung.


    Ich habe das Set am Donnerstagabend ausgepackt und

    am Freitag den ersten Gig damit gespielt.


    Das Set ist befellt mit einem recht dicken Snarefell mit

    Coating und Dämpfungsring. Das Reso scheint mir ein

    Standard-Reso zu sein. Ob das jetzt ein Billich-Dings ist,

    sehe ich dem Teil nicht an und Soundvergleiche habe ich

    nicht. Das BD-Fell ist wie das Snarefell: coated mit Dämpfungs-

    ring. Auf den Toms sind Amba clear oder Ähnliches.


    Frisch aus der Kiste klingt das Set pöckig und flach. Den

    Bassdrumsound konnte ich wesentlich verbessern, indem

    ich den Beater gegen den großflächigen Wahan-Beater

    getauscht habe. Aufgrund des Kugelgelenks trifft der

    immer vollflächig auf. Die Bassdrum ist mit einem mit

    gelieferten Textilstreifen gedämmt und ich habe noch

    ein paar zusammenhängende Luftverpackungspolster

    reingeschmissen. Die Bassdrum klingt jetzt nach

    Bassdrum, zwar nicht oberfett, aber bei Mikroabnahme

    absolut verwertbar.


    Bei der Snare habe ich das hochgestimmt Reso mit

    etwas Gaffa abgeklebt und ein Pinstripe aufgezogen.

    Ergebnis: geht so. Mit zwo Moongels ist das Ding

    einigermaßen zu kontrollieren. Aber bei der tiefen

    Stimmung plus Dämpfung kann ich mir Ghostnotes

    sparen.


    Das 10er Tom klingt knackig und etwas nervig, das

    14er nur nervig. Es fehlt an Bass und Volumen.


    Ich wollte mal auf allen Trommeln Remo PS4

    aufziehen. Habe gute Erfahrungen mit den Dingern

    gemacht. Dann die Trommeln so tief wie möglich

    stimmen. Beim Snare-Reso und dem Teppich fehlt

    mir so die zündende Idee, was ich machen könnte.


    Jetzt die spannende Frage: Habt Ihr ein paar Tipps

    für mich?


    Thx

    fwdrums

  • Gude Frank,


    ich hab vor einiger Zeit mal bei einem Bekannten an so einem Set gesessen und war ganz schön überrascht, wie nah das an "fett" geklungen hat.

    Er meinte, dass er dafür auch ganz schön viel rumprobiert hat und ist dann bei dieser Befellung gelandet (die Tipps hatte er wohl in nem Youtube-Video gefunden, weiß ich aber nicht mehr genau):


    - auf der Bassdrum hat er ein Evans EMAD Clear (Tom-Hoop Version)

    - auf den Toms Evans Hydraulic Clear

    - auf der Snare Evans HD Dry


    Keine Ahnung, ob dir das hilft.


    LG Ralf

  • Korki & Rambazamba: Danke,

    ich hab die Tipps auf dem Schirm.


    Niles:

    In der Regel wird in meiner Band

    das Set immer abgenommen. Bei

    ganz kleinen Locations zumindest

    immer die Bassdrum.


    Am Freitag wurde die Snare mit

    einem Sennheiser E 904, die Bass-

    drum mit einem Beta 52 abgenommen.

    Das hat ganz gut funktioniert. Das

    kleine Tom und die Hihat kam über

    das Snare-Mikro noch ganz ok rüber,

    das 14er Tom konstruktionsbedingt

    über das Beta 52. Als Ride und zugleich

    Crash kam ein leicht abgeklebtes

    EAK Dark Ride zum Einsatz, das wahr-

    scheinlich prima in die Mikros des

    sehr nahe stehenden Perkussionisten

    eingestreut hat.


    Der Sound war laut Aussagen von ein

    paar Kumpels in Ordnung. Aber für

    mich persönlich war es noch nicht

    okay.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

    Einmal editiert, zuletzt von fwdrums () aus folgendem Grund: felä

  • Ich habe solch ein Teil mal nachgebaut. Durch die Größen und konstruktionsbedingt darf man klanglich nicht viel erwarten, an ein ordentliches "reguläres" Set kann es in Natura nicht heranreichen, egal, wer so etwas baut. Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen. Also muss man das Set so richten, dass es gut abzunehmen ist. Fette Felle schaden da sicher nicht.

  • Leider macht die Physik auch hier keine Ausnahmen.
    Da hilft wohl auch ein 52er an der "BD" nicht viel, um etwas abzunehmen was einfach nicht vorhanden ist.

    Experte in Dingen, von denen ich keine Ahnung habe.

  • Der Sound war laut Aussagen von ein

    paar Kumpels in Ordnung. Aber für

    mich persönlich war es noch nicht

    okay.

    Ich habe Soundprobleme (nicht aufgrund schlechter Stimmung!!!) für mich so gelöst, dass ich mich darauf fokussiere, meinen Part losgelöst vom "akustischen Feedback" zu spielen. Ich weiß, wie es sich anfühlen muss, damit es grooved, der Rest findet - abgenommen oder auch nicht - in der Vorstellung der Zuhörer statt. Wenn das Publikum nichts als störend und den Gesamteindruck insgesamt als überzeugend beschreibt, verzichte ich nach Möglichkeit darauf, mich am Drumsound zu reiben.


    Natürlich versucht man zwischen den Gigs, inwieweit man mit Fellen etc. noch Optimierungspotenzial hat. Aber am Ende sitzt halt die Physik am längeren Hebel, und ich klinge am besten, wenn ich den Kopf frei habe und einfach mache, selbst wenn vor mir statt ner Bassdrum ein Versandkarton stünde. Nicht lachen, hab ich so schon mal bei ner Band erlebt, da klang am "Drumset" nix amtlich, weder der Versandkarton, noch die draufgepappte Djunglesnare, noch das verdellte Splash am dürren Blechärmchen. Und trotzdem hatte der Drummer Spaß und Power, und die Kapelle schaffte es, ein richtiges Feuerwerk abzubrennen.


    Wenn dein Junglekit das nicht in dem Maß hergibt, dass du damit leben kannst, würde ich auf andere Weise den Footprint reduzieren. Beispielsweise bin ich öfter mal gezwungen, nur mit flacher 22x7 Bassdrum, 14x5 Snare und gelegentlich nem Splash an der Snare zu spielen. Das ist weit weg von fett, aber nen Basisgroove mit treibendem Bumm Tschack bekomme ich prima damit hin. Und meiner Erfahrung nach sind die etwas musikaffinen Zuhörer in der Regel ziemlich begeistert zu sehen, mit wie wenig Kram ich die Band(s) voranschiebe. Komplimente bekomme ich bei solchen Auftritten fast immer ;)

  • Ja, schon klar. Ich kann einen Gig spielen,

    wenn mein Drumsound schlecht und

    der Monitorsound grottig ist. Dann versuche

    ich einfach unter widrigen Bedingungen

    bestmöglich abzuliefern. Das bringt mich

    weder um, noch zieht es mich runter.


    Aber darum geht es ja nicht. Ich möchte

    erreichen, dass das Set für mich gut klingt.

    Dass es schwierig ist, mit dem Minidings

    einen fetten Sound hinzukriegen, ist mir

    schon klar. Bin ja nicht vollkommen bescheuert.

    Trotzdem will ich's probieren.


    Beeble: Doch, ein Beta 52 hilft da schon

    ziemlich viel. :)


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Auf Bassdrum und Toms klingen klare, doppellagige und vorgedämpfte Felle am fettesten, würde ich sagen. Eine tiefe Stimmung kann das weiter anfetten. Das kann dann zwar auch schnell "patschen", aber ist bei Concert Toms vielleicht weniger ein Problem, weil die Fellspannung ohne Reso für den gleichen Grundton höher sein muss als mit Reso.


    Nahmikrofonierung ist hilfreich, weil du so in deiner Soundgestaltung flexibler bist, ohne auf die Lautstärkeverhältnisse Rücksicht nehmen zu müssen.


    Vielleicht ist "Fett" hier sogar die Lösung im wahrsten Sinne: Ölgefüllte Felle bzw. Evans Hydraulic.


    Bei der Snare würde ich bei Coated als Schlagfell bleiben. Ich nehme hier z.Z. gerne die Evans UV1 oder UV2 coated. Mittlerweile eher UV2, also doppellagig.

  • Ich hab auch mal an einem Tama Cocktail gesessen. Konnte mich (ohne dass ich allerdings damit rumexperimentiert habe) auch nicht überzeugen.


    Wir waren uns ja nach entsprechenden Ausflügen in die Playmobilecke ja auch schon einig, dass eine Bassdrum ab Minimum 18" (und mit Reso latürnich) losgeht. Insofern wundert mich deine neue Anschaffung etwas, andererseits habe ich von dir auch nichts anderes erwartet.


    So weit so belanglos. Was aber - nur evtl. und nur etwas - helfen könnte: probier mal ein dünnes Fell, ggf. mit etwas Dämpfung am Rand (ausgeschnittener Ring). Die Bassschüssel vom Tama klingt tendenziell tot. Und dünne Felle geben mehr Volumen / Länge im Ton, was dann (psycho-)akustisch oft fetter klingt (mehr Boom statt Plopp), besonders wenn du den Rand etwas dämpfst. Versuch isses wert.

  • Ich warte jetzt mal auf die Materiallieferung ab

    und dann wird aufgezogen, gestimmt und ordentlich

    verschlimmbessert. Dann hören wir - äh ich - mal.


    @Chuck: Ja, ich wundere mich auch, dass ich mir

    wieder ein Set mit einer 16er BD gekauft habe,

    nachdem ich mit dem originalen Hipgig schon schlechte

    Erfahrungen gemacht hatte. Ich bin halt das lebende

    Beispiel, das der Mensch eben nicht aus Fehlern lernt.


    Two: Das liegt wie immer im Auge des Betrachters.
    Ich find's cool und es gefällt mir optisch viiiiiel besser als
    das Stage Custom Hip Dings.


    Daniel: Deswegen kann ich Deins auch nicht kaufen.


    trommla: Und das Blöde ist: Da war nicht mal Joghurt drin. Meine
    Hybris gründet sich auf das Erfolgserlebnis mit meinem Kofferset.

    Das klang abgenommen wirklich beeindruckend. Aber das ist jetzt

    weich gekloppt und ich wollte halt mal... (Ich hab mir einen Ersatzkoffer

    besorgt und bin deswegen mit Fuma bewaffnet auf dem Flohmarkt

    auf die Suche nach gut klingenden Koffern gegangen. Da war ich

    nur kurz vor der Zwangseinweisung.)


    Und wenn das alles nix fruchtet, wird das Drecksdings

    halt wieder verkloppt.


    Fränk aka fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

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