Woran erkennt man einen guten Lehrer bzw guten Unterricht

  • Tsss, dann wäre ich mal als erstes dafür, dass hier jeder Angestellte, der uns Musikschullehrer so attakiert, während seines Urlaubs und wenn er krank ist kein Gehalt mehr gezahlt wird.
    Unfassbar, wie rücksichtslos und egozentrisch unsere Gesellschaft geworden ist.
    Übrigens, wer bei mir nur Einzelstunden zahlen will, die er dann individuell vereinbart, darf sich auf Kurse wie bei Handwerkern einstellen, die ja auch nur auf Termin arbeiten. Wenn ihr lieber 50-60€ pro Stunde als eine moderate monatliche Gebühr zahlen wollt, bitte schön.
    Btw habe ich noch nie 12 Woche Ferien gehabt, selbst wenn auf den ersten Blick die Schulferien den Eindruck vermitteln, man habe frei.
    Erstens kann man von den angeblich viel zu hohen Unterrichtsgebühren gar nicht so viel Geld verdienen, dass man sonst nichts machen müsste und zweitens gilt es ja vielleicht auch noch Unterricht vor und nachzuarbeiten. Stücke für Schüler raushören oder neue Übekonzepte entwerfen kann man so schlecht während einer Unterrichtsstunde.
    Ansonsten nehmt doch dann einfach Unterricht bei irgendwelchen Laien oder Musikern, die sich mit Hartz4 Lebensniveau abfinden.
    Leute, die eine entsprechende Ausbildung haben und ihren Job ernst nehmen, dürften, wenn sie halbwegs bei Verstand sind, nicht zu solchen chinesischen Ausbeuterkonditionen arbeiten, wie sie hier von manchen gefordert werden.

  • Leute, die eine entsprechende Ausbildung haben und ihren Job ernst nehmen, dürften, wenn sie halbwegs bei Verstand sind, nicht zu solchen chinesischen Ausbeuterkonditionen arbeiten, wie sie hier von manchen gefordert werden.

    Tja, so ist das halt: Qualität hat ihren Preis und wird für Handys, Autos (!), Schlagzeuge etc. gerne gezahlt. Nur wenn es um die Ausbildung geht, um Wissensvermittlung, dann muss immer alles gratis sein. Kein Wunder, dass die Gesellschaft vor die Hunde geht.


    Ich hatte übrigens kein Problem damit, 90 Euro pro Stunde zu zahlen. Denn ein Musiklehrer hat auch Kosten für Equipment, Mieten, Lehrmaterialien zu berappen, dazu Versicherungen und andere "Zwangsabgaben" und es ist nun beileibe nicht so, dass Musiklehrer 10 Schüler pro Tag haben und somit 900 Euro pro Tag netto verdienen würden. Komische Traumwelt, in der manch einer lebt.


    Ganz ehrlich: Wer mir Unterricht für 20 Euro die Stunde anbietet, der ist mir nicht geheuer. Bei dem kann a) die Qualität nicht stimmen und/oder b) er hat keine Ahnung von den betriebswirtschaftlichen Realität und macht c) wohl in kürze Pleite. Nee, wenn ich was lernen will, muss ich auch bereit sein, dafür eine gewisse und auch angemessene Summe zu bezahlen.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Schade, eigentlich. Der Thread nennt sich "Woran erkennt man einen guten Lehrer bzw. guten Unterricht?.." Und jetzt dreht sich alles um die Euroletten und um etwaige Fortzahlungen bei Ausfall. Von der Rumheulerei und Vergleiche mit anderen Berufen -und deren Honorierung- ganz zu schweigen...


    PS: Liebe Trommellehrer, woran erkennt man nun Euch als guter Lehrer? Was zeichnet guten Unterricht bei Euch aus? So alles...bis auf den Vertrag, Kohle mit Dauerauftrag und so ;)

    Einmal editiert, zuletzt von huhu stgt ()

  • @Topic:
    Ganz einfach, du hast Lust zum Unterricht zu gehen bzw. zu Üben/Spielen.


    Das war in der Schule/Uni/Sport doch auch schon so.
    Es sind wahrscheinlich 157 Parameter, die darauf Einfluss haben und ihre Priorität auch noch dauernd ändern.
    Alles viel zu kompliziert, in Summe muss man Lust darauf haben weiter zu machen.


    20Jahre nach meiner Schulzeit muss man vielleicht noch ergänzen, dass Lust haben nicht immer Spass bedeutet.
    Also nicht permanent Friede Freude Eierkuchen, sondern auch mal einen Tritt in die Eier mit anschliessendem AHA-Effekt.


    Ich finde das so ganz gut beschrieben.
    Gruß
    JanD

    Üben, es gibt keine Abkürzungen.

  • Irgendwie geht die ganze Diskussion am Thema vorbei!!!! Ich bin Hauptberuflich Schlagzeuglehrer, war aber auch oft genug in meinem Leben Schüler und deshalb kann ich nur aus Erfahrung sprechen das die Qualität des Lehrers nicht nur von den spielerischen Fähigkeiten sondern hauptsächlich von seiner Fähigkeit den Unterrichtsstoff verständlich zu vermitteln abhängt. Ich hatte schon bei sehr guten Lehrern Unterricht die spielerisch sagen wir mal Regionalliga waren und auch bei sehr guten Drummern die auch sehr bekannt sind , bei deren Unterricht ich nicht sonderlich viel mitgenommen habe. Das ist natürlich nicht immer so, aber wie gesagt ich spreche da aus meinen subjektiven Erfahrungen. Als Lehrer muss man den Spagat schaffen auf der einen Seite dem Schüler das zu geben was er möchte, aber auf der anderen Seite natürlich das Ziel vor Augen zu haben spieltechnische und musikalische Aspekte zu berücksichtigen die nunmal zum Handwerk gehören. Über die Bezahlung möchte ich mich hier nicht auslassen. Nur soviel; Wir sind Dienstleister die für Ihre Arbeit anständig bezahlt werden wollen! Am Ende ist wichtig was hinten Rauskommt...sowohl für den Schüler als auch für den Lehrer. Wem irgendwelche Regelungen nicht passen, der muss sich bitte auch in allen anderen Berufen beschweren in den es Gebührenregelungen und oh Gott so etwas wie Tarifverträge gibt....wer jedenfalls meckert sollte sich mal überlegen ob es für seinen Arbeitgeber so cool ist wenn er zwei Wochen bei voller bezahlung Urlaub macht....obwohl man ja nicht arbeitet...und aufs Jahr gerechnet hin oder her....wer nicht da ist bekommt auch gefälligst kein Gehalt!!! Also bitte Leute da beißt sich die Katze selbst in den schwanz wenn wir mit solchen hirnrissigen Argumentationen um die Ecke kommen!
    Kein Musiklehrer wird für etwas bezahlt was er nicht erarbeitet hat und wer keinen Wert auf guten Unterricht legt soll immer schön weitermekern. Am Ende kommt es darauf an ob mir der Unterricht als Schüler einen Mehrwert erbracht hat oder ob ich ein paar Jahre verschwendet habe. Es lohnt sich nicht immer nach dem billigsten Angebot zu gehen, denn wenn man Pech hat war es im Rückblick vielleicht eine Fehlinvestition und kommt einen teurer als die zuerst vermeindlich teure Variante. Und am Ende ist es wie in jedem Berufszweig .....schlecht bezahlte Arbeiter sind meist nicht die motiviertesten.


    Am Ende hab ich mich doch noch dazu hinreisen lassen was zum Thema Geld zu sagen...naja ;)


    Fakt ist der Schüler und der Lehrer sollen sich wohlfühlen! Denn wenn es gut läuft haben sich beide für ein paar Jahre am Hacken ;) und schauen mit wohlwollen auf die gemeinsame Zeit zurück und ganz ehrlich, wenn nach ein paar Jahren Schüler freudestrahlend auf mich zukommen und mir sagen wie toll ihnen der Unterricht bei mir gefallen hat fühlen sich beide Wohl.
    Das war das Wort zum Sonntag haha
    Grüße
    Juan
    :thumbup:

  • Schade, eigentlich. Der Thread nennt sich "Woran erkennt man einen guten Lehrer bzw. guten Unterricht?.." Und jetzt dreht sich alles um die Euroletten und um etwaige Fortzahlungen bei Ausfall. Von der Rumheulerei und Vergleiche mit anderen Berufen -und deren Honorierung- ganz zu schweigen...PS: Liebe Trommellehrer, woran erkennt man nun Euch als guter Lehrer? Was zeichnet guten Unterricht bei Euch aus? So alles...bis auf den Vertrag, Kohle mit Dauerauftrag und so



    Das stimmt. Und um sich auch mal zu nem OT im eigenen thread hinreißen zu lassen:


    Natürlich verstehe ich auch beide Seiten.
    Nur ist es aus der Schülersicht ärgerlich wenn man dringend Unterricht braucht und ihn sich nicht leisten kann.
    Hätte ich soviel Geld würde ich auch 45 Minuten/Woche Unterricht nehmen aber bei DEN Preisen sind nur 30 Minuten drin.
    58-62.-€ mehr sind bei mir leider nicht drin.


    Ich weiß dass auch Lehrer für die üblichen Dinge wie Miete, Strom, Wasser, Steuern, Computer, Equipment, Lebensmittel etc. zahlen müssen und mit dem Ferien-durchbezahlen habe ich mich längst abgefunden, ich weiß das auch schon lange.
    In den Ferien zahlt man wahrscheinlich deshalb weil die meisten Lehrer ja Berufsmusiker sind und einfach noch einen Zusatzverdienst (neben den Gigs) brauchen weil das Geld dass man für den Gig bekommt alleine nicht zum Leben reicht.
    Aber bei alldem OT vergesst ihr hoffentlich den Topic nicht. ;)

  • Zitat

    Wer mir Unterricht für 20 Euro die Stunde anbietet, der ist mir nicht geheuer. Bei dem kann a) die Qualität nicht stimmen


    Also, das Argument wird so nicht halten. Vielleicht wäre vorher zu klären, ob du Lehrer meinst, die ausschliesslich davon leben.


    Ich hatte jedenfalls einen Lehrer, der schon eingie Schüler hatte...ob das nun sein einziges berufliches standbein war, weiß ich nicht, der nahm 26,-/60 Minuten. Nun denn, ich war da 3-4mal dort... kann nicht behaupten, dass er mir nicht weitergeholfen hat...;-) man sollte also zumindest nicht den Preis schon als festes Kriterium nehmen...;-)

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Ich fürchte, dass ich mit meinem Post die Diskussion ums Geld angestoßen und diesen Thread ein wenig ins OT gestuppst habe.


    Dabei wollte ich lediglich sagen, dass es kein "Qualitätsmerkmal" ist, wenn ein Lehrer zu bestimmten Konditionen unterrichtet.
    Denn es hieß ja in einem Post wörtlich: "Wenn ich keinen Bock habe, krank oder sonst irgendwie verhindert bin: anrufen genügt. Auch sowas macht einen guten Lehrer aus."
    Natürlich kann das für den Schüler Entscheidungskriterium sein, doch da wird die Luft recht dünn, wenn man gescheiten Unterricht sucht und solche Konditionen zur Voraussetzung macht.
    Die meisten qualifizierten Lehrer arbeiten nunmal nicht so.


    Es gibt sicherlich auch guten Unterricht für kleines Geld und nicht jeder Lehrer, der sich gut entlohnen lässt ist auch sein Geld wert.


    Und übrigens: Auch qualifizierte Lehrer mit Halbjahresverträgen, Durchbezahlung, Bezahlung im Krankheitsfall etc. lassen mit sich reden, wenn es darum geht in Einzelfällen auch mal andere Vereinbarungen zu treffen.
    Je nachdem, wie es der Stundenplan zulässt, kann ja z.B. Unterricht alle 14 Tage oder nach terminlicher Absprache vereinbart werden. In einigen, wenigen Fällen handhabe ich das mit meinen Schülern auch so.


    Beste Grüße
    Sven

    "If you don't feel it, don't play it." James Jamerson

  • Hallo,


    was nun allgemein so irgendwo alles angeboten wird oder nicht, ist doch nicht zielführend.


    Entscheidend ist, was vor Ort möglich ist.
    Wenn der Auftraggeber ein Budget hat, dann muss das zum Angebot des Auftragnehmers passen,
    sonst gibt es eben keinen Vertrag, no show.
    Wenn davon irgendetwas nicht markttauglich ist, wird es über kurz oder lang eben auch nicht
    mehr stattfinden. Welcher Betrag wo und unter welchen Bedingungen möglich oder seriös ist,
    mag man ja am Stammtisch diskutieren, Fakt ist, dass die Wiese des Herrn viele Blüten treibt
    und ich sehe es durchaus so, dass es da mehr als eine Wahrheit gibt.


    Einen guten Lehrer erkennt man nicht zweifelsfrei am Geld, nicht an gedämpften Becken und auch
    nicht daran, ob er an ein größeres Unternehmen angeschlossen ist oder nicht.


    Wenn ich als Auftraggeber ein monatliches Budget von 60 € habe, dann muss ich eben sehen, wie
    ich das am Sinnvollsten verpulvere. Wenn ein Anbieter monatlich 70 € aufruft, ist die Sache eben
    nicht konform. Nimmt dieser Anbieter die 70 € für jede Woche 30 Minuten, dann kann es im Einzelfall
    dennoch notwendig sein, stattdessen den teuren Einzelunternehmer für 60 € die individuell vereinbarte
    Einzelstunde zu nehmen. Dann hat man zwar nur 1 h/60 € statt (rund) 4 h/60 €, es passt aber ins Budget.
    Rein theoretisch-mathematisch.


    Ich rechne bei Ausgaben auch die Fahrtkosten hinzu, denn irgendwie muss ich ja hin kommen.
    Für mich persönlich wären da 30 Minuten Unterricht etwas komisch, wenn ich dafür relativ lange und
    kostenintensiv unterwegs wäre. Aber das ist dann wieder mein Problem und jemand anders hat ja ganz
    andere.


    Ich selbst bin übrigens nur alle zwei Wochen beim Unterricht.
    Es hilft dennoch.


    Zur Qualifikation: wir kennen es aus der Schule: ein Lehrer wird vor allem im Fach und nur nebenbei
    in Pädagogik ausgebildet, die individuellen Fähigkeiten des Lehrkörpers reichen dann von grottenschlecht
    bis genial, ich kann mich an jegliche Beispiele in meiner Schulzeit erinnern.
    Deshalb würde ich nicht so einen Bohei um die Sache machen, sondern einfach konkrete individuelle
    Angebote einholen, die Möglichkeiten in der ersten Stunde (Stunde = Veranstaltung, kann auch 45 oder 30 Minuten
    oder auch nur 1 Minute oder 3 Stunden sein) ausprobieren und hinterher schlauer sein (war gut, war nix, indifferent).


    Wir haben hierzulande übrigens Privatautonomie, deutsch: Vertragsfreiheit, d. h. jeder darf, wie er will, wenn es
    mir nicht gefällt, muss ich ja nicht wiederkommen. Wer gleich einen 24-Monatsvertrag abschließen will, muss sich das
    halt gut überlegen. Ich persönlich bin kein Freund von langfristigen Papierbindungen, wahre Liebe geht auch ohne
    Trauschein.


    Grüße
    Jürgen

  • Damit hast du natürlich recht, Jürgen K.
    Die Aufregung geht ja eher darum, dass hier Dinge behauptet werden, die faktisch falsch und diffamierend sind.
    Es werden halt keine Ferien/nichts tun bezahlt, es wird nicht ständig nur auf die Uhr geschaut und die faulen Musikschullehrer machen sich die Taschen voll.
    Das ist mehr oder weniger in manchen Posts hier der O- bzw. Subton.
    Das kann man nicht einfach unkommentiert stehen lassen.
    Das manche nicht in der Lage sind, das Prinzip einer Jahresgebühr zu begreifen, ist schon recht traurig.
    Ansonsten soll ruhig jeder sich den Lehrer suchen, mit dem er glücklich wird.
    Aber muss man deshalb gleich mit Dreck um sich werfen?
    Da reicht imho nur der Verweis darauf, dass laut Künstlersozialkasse der Durchschnitt der Instrumentallehrer/Musiker in D etwa 13000€ p.a. verdient.
    Die leben folglich alle in Luxus und fahren in ihren angeblich so langen bezahlten Ferien alle nach Malle und saufen sich 12 Wochen lang die Hucke voll...
    Das schmerzt halt, wenn man so herabgewürdigt wird, und zeitgleich die eigene Lebensrealität vor Augen hat.
    Man hätte auch schlicht und einfach sagen können, Unterrichtsangebot xyz ist mir einfach zu teuer oder passt vom Konzept für mich nicht, ohne den ganzen Kram drumrum.
    So wie man in den Wald reinruft...

  • Hi,


    mir fällt auf, dass beim Thema Geld einige (verständlicherweise) angefressen sind und sich gegen Behauptungen/Thesen wehren. Gut so. Nur wird dann komischwerweise nicht mehr zitiert, sondern allgemein beklagt, dass hier irgendwer fiese Dinge in die Welt stellt. Nichts gegen Dich, drumdidi, aber von Dir stammt das letzte Beispiel:

    dass hier Dinge behauptet werden, die faktisch falsch und diffamierend sind. (...) Das ist mehr oder weniger in manchen Posts hier der O- bzw. Subton.

    Jetzt darf ich rätseln, in welchen. Da ich mich als einer der Kritiker der Ganzjahreszahlung geäußert habe, weiß ich jetzt nicht, ob ich angesprochen bin. Schade. Zitieren, gerade wenn es eine Replik auf Kritik ist, wäre eine hilfreiche Sache. Ich fände mich jedenfalls unwohl im Topf der Meckerer, Diffamierer, Verdienst-nicht-Gönner, nur-bei-Lust-und-Laune-Unterricht-Nehmer, Bezahlmodelle-nicht-versteh-Deppen oder Geiz-ist-geil-Mentalisten.


    Zurück zum eigentlichen Thema:

    Ich bin Hauptberuflich Schlagzeuglehrer, war aber auch oft genug in meinem Leben Schüler und deshalb kann ich nur aus Erfahrung sprechen das die Qualität des Lehrers nicht nur von den spielerischen Fähigkeiten sondern hauptsächlich von seiner Fähigkeit den Unterrichtsstoff verständlich zu vermitteln abhängt.

    Yes, yes, yes! Verständlich der Wunsch, (s)einen (bzw. ihren) Hero vor der Nase Unmögliches trommeln zu sehen. Nutzt aber nix, ich kann's in diesem Leben eh' nicht mehr lernen. Ich brauch jemand, der meine Fähigkeiten sieht und fortentwickelt. Das ist der Grund, warum ich mit Videos so gut wie nie *wirklich* (nämlich ohne Unterricht im Hintergrund zum Verarbeiten) weiterkam: Am Ende wusste ich das Gesehene (Verstandene?) nicht in mein Üben und Spielen einzubauen.


    Noch ein Aspekt: Schüler sind Menschen, die ganz unterschiedliche Hemmnisse und Kräfte mitbringen. Da ist für mich ein Qualitätsmerkmal, wenn der Lehrer dies präzise erkennt und nutzt: Indem er die Klippen sanft umschifft und den Unterrichtsdreimaster elegant in den Wind bringt. Weniger blumig: Wenn er erkennt, dass es mit einer Vermittlungsmethode (sagen wir ein Übungszettel, der mich total langweilt) nicht vorangeht und er flott eine andere parat hat. Zum Beispiel eine Schlagfolge nicht als solche üben zu müssen, sondern in einen Groove einzubauen. Oder flott mal einen Song aufzulegen, zu dem der Kram dann geklöppelt wird. (Klingt irgendwie simpel, aber das ist mit allen großen Ideen so. In der Praxis ist das ja 'ne ganz schöne Herausforderung.)


    Beispiel Drums: Grässlich für mich sind Aussagen wie: "Technik ist wichtig, daher muss (sic!) bei mir jeder Schüler erst einmal ans Pad." Argl. Never. Großartig für mich: "Technik ist wichtig, daher baue ich gleich von Anfang an Übungen ein." Methodenvielfalt statt Methodeneinfalt - für mich ein ganz wesentliches (wenn nicht DAS) Qualitätskriterium.


    Beste Grüße in die Runde
    Hajo K

  • Punkgirl: als unerfahrene Einsteigerin ohne jemanden aus der Umgebung, der dir klare Empfehlungen geben kann, erkennst du einen guten Lehrer daran, dass er oder sie dir in einer kostenlosen Probestunde erklärt, wie möglicher Unterricht aussehen würde. Notiere dir vorher vielleicht ein paar Fragen zu Organisation und Inhalt. Lass dir was vorspielen. Sind zwei Kits vorhanden? Checke, ob du dich in den Räumlichkeiten wohlfühlst. Ich habe Schülerinnen, die von Kollegen berichtet haben, in deren Räumen es ihnen zu kalt und ungemütlich war und der Weg dorthin abends einsam und unbeleuchtet.


    Zu den Kosten: jede Region hat ihre groben Staffelungen. Hier in Bremen liegt "qualitativ hochwertiger" Unterricht bei einem Lehrer, der einen Raum mit zwei Kits besitzt, vielleicht über eine formale Ausbildung verfügt und einen großen Teil seines Lebensunterhaltes mit Unterrichten bestreitet, bei 80-95 Euro im Monat (45 Min/Woche auf das Jahr gerechnet, also Ferien durchbezahlt). Darunter bekommt man natürlich auch Unterricht. Allerdings muss der Schüler dann meistens - zumindest in den Rahmenbedingungen - Abstriche machen. Ich möchte Kollegen, die sehr günstigen Unterricht anbieten, nicht schlecht reden. Wer für 15 Euro 60 Minuten on demand anbietet, und dazu noch tollen Unterricht macht, soll das machen. Dann geht keiner mehr zu den anderen. Das ist dann eben Konkurrenz.


    Insgesamt - da hat der Jürgen recht - regelt sich das Angebot ganz gut selbst. Ein freundlicher, geduldiger Lehrer, der toll spielt und einen schönen Raum samt Ausstattung hat, der kann ohne Weiteres auch gutes Geld nehmen. Und dem wird das auch gerne bezahlt.


    Fazit: es muss Spaß machen! Ob ein Schüler wirklich gut wird, hängt zuallererst von ihm selbst ab. Der Lehrer kann dabei als wohlwollender, inspirierender Katalysator eine große Rolle spielen.


    lg
    max

  • Sind zwei Kits vorhanden? Checke, ob du dich in den Räumlichkeiten wohlfühlst.

    Stimmt, Max! Hatten wir, glaub ich, noch gar nicht. Ohne zwei Drumsets ist guter Unterricht zwar möglich, aber doch beschwerlich. Ich liebe zum Beispiel, wenn ich was Neues übe, das Playalong mit meinem Lehrer. Himmel, da höre ich sofort, wo welche Schläge unpräzise kommen.


    Und in einem ungemütlichen Raum Unterricht zu nehmen ginge auch, wäre aber eben auch eher hinderlich, ein (prinzipiell/langfristig) schlecht beheizbarer Raum dagegen wäre für mich ein K.O.-Kriterium.


    Grüße
    Hajo

  • Punkgirl: als unerfahrene Einsteigerin ohne jemanden aus der Umgebung, der dir klare Empfehlungen geben kann, erkennst du einen guten Lehrer daran, dass er oder sie dir in einer kostenlosen Probestunde erklärt, wie möglicher Unterricht aussehen würde. Notiere dir vorher vielleicht ein paar Fragen zu Organisation und Inhalt. Lass dir was vorspielen. Sind zwei Kits vorhanden? Checke, ob du dich in den Räumlichkeiten wohlfühlst. Ich habe Schülerinnen, die von Kollegen berichtet haben, in deren Räumen es ihnen zu kalt und ungemütlich war und der Weg dorthin abends einsam und unbeleuchtet.Zu den Kosten: jede Region hat ihre groben Staffelungen. Hier in Bremen liegt "qualitativ hochwertiger" Unterricht bei einem Lehrer, der einen Raum mit zwei Kits besitzt, vielleicht über eine formale Ausbildung verfügt und einen großen Teil seines Lebensunterhaltes mit Unterrichten bestreitet, bei 80-95 Euro im Monat (45 Min/Woche auf das Jahr gerechnet, also Ferien durchbezahlt). Darunter bekommt man natürlich auch Unterricht. Allerdings muss der Schüler dann meistens - zumindest in den Rahmenbedingungen - Abstriche machen. Ich möchte Kollegen, die sehr günstigen Unterricht anbieten, nicht schlecht reden. Wer für 15 Euro 60 Minuten on demand anbietet, und dazu noch tollen Unterricht macht, soll das machen. Dann geht keiner mehr zu den anderen. Das ist dann eben Konkurrenz.Insgesamt - da hat der Jürgen recht - regelt sich das Angebot ganz gut selbst. Ein freundlicher, geduldiger Lehrer, der toll spielt und einen schönen Raum samt Ausstattung hat, der kann ohne Weiteres auch gutes Geld nehmen. Und dem wird das auch gerne bezahlt.Fazit: es muss Spaß machen! Ob ein Schüler wirklich gut wird, hängt zuallererst von ihm selbst ab. Der Lehrer kann dabei als wohlwollender, inspirierender Katalysator eine große Rolle spielen.lgmax



    Zitat von »Luddie«Sind zwei Kits vorhanden? Checke, ob du dich in den Räumlichkeiten wohlfühlst.Stimmt, Max! Hatten wir, glaub ich, noch gar nicht. Ohne zwei Drumsets ist guter Unterricht zwar möglich, aber doch beschwerlich. Ich liebe zum Beispiel, wenn ich was Neues übe, das Playalong mit meinem Lehrer. Himmel, da höre ich sofort, wo welche Schläge unpräzise kommen.Und in einem ungemütlichen Raum Unterricht zu nehmen ginge auch, wäre aber eben auch eher hinderlich, ein (prinzipiell/langfristig) schlecht beheizbarer Raum dagegen wäre für mich ein K.O.-Kriterium.GrüßeHajo



    Daran habe ich noch gar nicht gedacht.
    Werde ich machen.
    Organisation und Inhalt?

  • Hi,


    also wenn ich gefragt werde, privater Lehrer oder Musikschule würde ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen eine Privatlehrer empfehlen.


    Ganz einfach weil ich extrem schlechte Erfahrungen gemacht haben mit dem Musikschulbetrieb.


    Das Preis/Leistungs Verhältnis war einfach unterirdisch. Das Musikschul-Set war nicht mal gestimmt, der Snareteppich nie gespannt, das sei zu laut und nebenan müsse schließlich auch der Gesangsunterricht gegeben werden...usw usw


    Der Lehrer war extrem unmotiviert und ließ direkt in der zweiten oder dritten Stunde den Kommentar ab "du willst aber damit später kein Geld verdienen oder?" Pädagogisch motivationstechnisch total wertvoll. Dafür war der Preis an der Schule teurer als die meisten Privatlehrer.


    Die Kommentare die ich hier teilweise gelesen habe über Privatlehrer sind auch schon sehr merkwürdig. Also ich habe Unterricht bei einem Privatlehrer der ist kompetent, erfahren und war jahrelang als professioneller Schlagzeuger im Feld unterwegs. Mit anderen Worten ein Vollprofi. Auch als Lehrer, er unterrichtet auch sehr viele Kinder. Er ist nicht ganz billig aber dafür lohnt es sich auch. Das ist aber nicht mehr als meine persönlich Erfahrung. Um es mal auf den Punkt zu bringen, es kommt eben immer auf die Leute an. Du wirst sehr gute Lehrer an Musikschulen finden und es gibt sehr gute Privatlehrer. Nur weil man zu einer Musikschule geht, heißt das nicht zwingend, dass das Personal dort auch gut ist. Und nur weil es Musikschule heißt, heißt es nicht, dass es pädagogisch und didaktisch auf hohem Niveau ist.


    Letztendlich ist es wie immer im Leben, man muss das ausprobieren und solange suchen, bis man einen gefunden hat wo es passt!


    Für mich sind wichtige Punkte bei der Auswahl des Lehrers:


    Ein gutes faires Bezahlmodell


    Dass man eine gemeinsame Kommunikationsebene hat


    Einen Lehrer der einen fordert und einem Hilft immer wieder an seine Grenzen zu gehen ohne den Spaß zu verlieren


    GEDULD (fast das Wichtigste)


    Offenheit


    Kompetenz


    gutes Equipment (Drums, Räume, Abanhem, Aufnahme, Scripte, usw usw...)


    Eine gute Organisation und Struktur im Bezug auf die Lerninhalte, quasi ein System, was logisch ist, aufeinander aufbaut ABER individuell auch an die Interessen, Stärken und Schwächen anpassbar ist


    Aber so 3, 4 Lehrer musste ich schon ausprobieren, bis ich zufrieden war!


    Am Ende zählt doch, ob man Fortschritte gemacht hat und ob es Spass macht!


    Jedenfalls viel Glück bei der Suche!!

  • Sind zwei Kits vorhanden?


    Interessante Frage und wichtiges Prüfkriterium! Ich kann mir persönlich gar kein Unterricht ohne 2 Sets vorstellen. Ich weiß aber, dass es Lehrer gibt die so unterrichten. Vielleicht kann ja jemand zum Ablauf was sagen?
    Im übrigen, habe ich vorhin die Klavierlehrerin meiner Tochter verabschiedet. Sie bekommt für 45 Minuten Privatunterricht 30 €. Sprich 120 €/Monat, welche ich gerne bezahle. Und es geht noch "teurer". Nur mal so, bezüglich der Feilscherei beim Trommellehrer...

  • Ich kann mir persönlich gar kein Unterricht ohne 2 Sets vorstellen. Ich weiß aber, dass es Lehrer gibt die so unterrichten. Vielleicht kann ja jemand zum Ablauf was sagen?
    Im übrigen, habe ich vorhin die Klavierlehrerin meiner Tochter verabschiedet.



    als schüler und student fand ich das zusammenspielen mit dem lehrer immer ganz hübsch, gelernt habe ich dabei aber relativ wenig. als lehrer halte ich es so, das ich natürlich dinge vorspiele, ansonsten aber eher den schüler auf einem anderen instrument begleite, dadurch hilfestellung gebe und gleichzeitig einen musikalischen kontext herstelle. hängt aber ganz vom jeweiligen schüler ab.

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