Nervosität vor der Probestunde

  • Guten Abend liebes df, bei mir neigt sich die Zwangspause erfreulicherweise dem Ende zu und in voraussichtlich 1,5 - 2 Wochen werde ich, wenn alles klappt, nicht nur wieder mit dem trommeln anfangen können, sondern auch wieder Schlagzeugunterricht nehmen. Die Vorfreude ist natürlich enorm, gleichzeitig bin ich, wenn ich an die Probestunde denke, total nervös.


    An diejenigen von euch, die Unterricht nehmen: Wart ihr nervös vor eurer Probestunde und was kann man dagegen tun um das erträglicher zu machen?

    Bei mir ist das jedes Mal dasselbe.


    Liebe Grüße,

    PaisteDrummer95

  • Guten Morgen,


    ich habe auch gerne Lampenfieber, auch Notenpultleuchtenfieber.

    Es gibt das freudige Fieber bei erwartbar schönen Ereignissen und das elende Fieber bei erwartbar unschönen Ereignissen. Musik ist für mich immer ein schönes Ereignis, also genieße ich das Fieber halt wie frisch verliebt.


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    Grüße

    Jürgen


    PS

    Üben hilft.

  • Hi Jürgen, erfreulich zu sehen, dass du das auch hast. Bei sowas bin ich aufgeregt, als ich aber früher z.B Gigs hatte, war ich null aufgeregt und hab’s genossen. Komisch, ist aber so.

  • PPS

    Nochmal konkret zum bevorstehenden Ereignis:

    das ist ja so ein bisschen wie ein Vorstellungstermin.

    Eigentlich ist es egal, was passiert, weil man ja nicht als Profi hin geht, sondern als Laie, der quasi sowieso nichts kann.

    Dennoch neigt man dazu, gut dastehen zu wollen, sollen ja nicht so Sätze kommen wie "da müssen wir aber ganz von vorne anfangen" oder gar "da hilft nix mehr" oder "schon mal an Bratsche gedacht?".

    Man muss sich halt klar machen, wo man steht und dann dazu stehen.


    Was natürlich auch passieren kann: der Lehrkörper entpuppt sich als Leerkörper. Da darf man dann gerne daran denken, dass es Alternativen gibt. Also eigentlich auch kein Problem.


    Erfahrungsgemäß ist meistens alles halb so schlimm oder sogar gar nicht schlimm. Und wenn es doch mal schlimm wird, wird es beim nächsten Mal wieder besser.


    Die meisten Profis machen Aufwärmübungen vor dem Ereignis.

    Ich habe das früher auch gemacht, teilweise recht umfangreich.

  • Danke, das versuche ich so.

    Das mit dem Lehrkörper, der sich als Leerkörper herausstellt, kenne ich leider zu gut. Vor der Probestunde aufwärmen? 😂

  • Was man auch nicht vergessen sollte: Unterricht ist ja dazu da, um die Schwachstellen anzugehen. Je mehr von denen man in der ersten Stunde schon erkennen kann, desto besser! Eine Probestunde, bei der schon alles schiefläuft was schieflaufen kann ist also eigentlich das beste was passieren kann!


    Ich nehme Gesangsunterricht, und meine Lehrerin lässt mich gerne mal an meine Grenzen stoßen um dazuzulernen. Das kann mir, obwohl ich sie mittlerweile gut kenne, auch heute noch echt peinlich werden ("Love Hurts" wird z.B. schnell zu "Ears Hurt", wenn man nicht Nazareth heißt). Sie zuckt da nicht mit der WImper, ich denke als Lehrer hat man irgendwann einfach alles gehört und erlebt ^^ .

    Nix da.

  • Mach dir da keinen Stress, wie hier bereits geschrieben wurde, soll dich der Lehrer ja da abholen wo du stehst und dann entsprechend fördern.

    Also sei du selbst, es ist durchaus normal das du vielleicht viele Dinge noch nicht kannst bzw. kennst. Das ist okay - jeder fängt ja mal an.


    Ich drücke dir die Daumen, das du einen tollen Lehrer erwischt hast und wünsche dir viel Spass beim lernen

  • Das ist keine Prüfungssituation. Je mehr deine Schwächen sichtbar sind, desto besser kannst du sie mit dem Lehrer angreifen.

    Nervosität ist vollkommen ok. Sieh es einfach als Baustelle, an der ihr arbeiten könnt.

    Sag dem Lehrer ruhig, dass du die Hosen voll hast, das nimmt den Druck.

  • Sie zuckt da nicht mit der WImper, ich denke als Lehrer hat man irgendwann einfach alles gehört und erlebt ^^ .

    Ich würde auch sagen. In der Situation des Schülers macht man sich da wahnsinnig viele Gedanken und viel Stress (kenn ich auch), die Lehrperson – die das ja (hoffentlich) beruflich macht – kennt jedoch ohnehin alles, hat Erfahrung mit unzähligen blutigsten Anfängern und fokussiert ganz bestimmt nicht auf den Gedanken: "Wow, der kann aber wirklich nix!", sondern wird auf die besten nächsten Lernschritte schauen. Das gegenwärtige Niveau muss dabei gar nicht so sehr absolut eingeordnet oder gar bewertet werden. Finde ich. Ist ja keine Prüfungs- oder Einstufungssituation.

  • Was schon geschrieben wurde +1 und noch die vllt. helfende Perspektive / Motivation für den Hinterkopf, dass man immer dahin gehen soll, wo´s weh tut. Da (außerhalb der Comfortzone) soll man sich besonders gut (bzw. viele sagen ausschließlich dort) weiterentwickeln.

    Und versuchen, die Anspannung positiv umzudeuten (s. a. Jürgen´s Gedanke zum Fieber), also statt zu denken "Ich bin ja vor Angst total gelähmt" diese emotionale Energie positiv zu sehen und positiv zu nutzen.

  • Was man auch nicht vergessen sollte: Unterricht ist ja dazu da, um die Schwachstellen anzugehen. Je mehr von denen man in der ersten Stunde schon erkennen kann, desto besser! Eine Probestunde, bei der schon alles schiefläuft was schieflaufen kann ist also eigentlich das beste was passieren kann!


    Ich nehme Gesangsunterricht, und meine Lehrerin lässt mich gerne mal an meine Grenzen stoßen um dazuzulernen. Das kann mir, obwohl ich sie mittlerweile gut kenne, auch heute noch echt peinlich werden ("Love Hurts" wird z.B. schnell zu "Ears Hurt", wenn man nicht Nazareth heißt). Sie zuckt da nicht mit der WImper, ich denke als Lehrer hat man irgendwann einfach alles gehört und erlebt ^^ .

    Stimmt, auch wenn einem selbst das irgendwie unangenehm ist. Fails hatte ich seltsamerweise noch nie - trotz der Nervosität.

    Mittlerweile läuft es bestimmt so, dass mir wenn ich anfange zu spielen vor lauter Nervosität erstmal die Sticks abhauen. :D


    Mach dir da keinen Stress, wie hier bereits geschrieben wurde, soll dich der Lehrer ja da abholen wo du stehst und dann entsprechend fördern.

    Also sei du selbst, es ist durchaus normal das du vielleicht viele Dinge noch nicht kannst bzw. kennst. Das ist okay - jeder fängt ja mal an.


    Ich drücke dir die Daumen, das du einen tollen Lehrer erwischt hast und wünsche dir viel Spass beim lernen

    Danke, das kann ich brauchen.

    Dein (potenzieller) Schlagzeuglehrer wird immerhin dafür bezahlt

    - dir zuzuhören

    - mehr zu können als du

    - dir neue Sachen beizubringen

    Also entspann dich, die Rollenverteilung ist klar und der Erwartungshorizont des Lehrers sicherlich eher eng begrenzt.

    Ja, so sollte es sein. Bin aber leider vorgeschädigt was schlechten Unterricht angeht.


    Das ist keine Prüfungssituation. Je mehr deine Schwächen sichtbar sind, desto besser kannst du sie mit dem Lehrer angreifen.

    Nervosität ist vollkommen ok. Sieh es einfach als Baustelle, an der ihr arbeiten könnt.

    Sag dem Lehrer ruhig, dass du die Hosen voll hast, das nimmt den Druck.

    Kann man wirklich zugeben, dass man nervös ist?

    Kommt das nicht komisch rüber?


    Bisher habe ich immer versucht, mir das nicht anmerken zu lassen, weil mir das unangenehm war.

  • Kann man wirklich zugeben, dass man nervös ist?

    Kommt das nicht komisch rüber?


    Bisher habe ich immer versucht, mir das nicht anmerken zu lassen, weil mir das unangenehm war.

    Ich finde, das kann man sogar sehr gut. Das bricht das Eis und es fällt schon jede Menge Druck von einem ab. Ich würde dem Lehrer genau das sagen, was du im Eingangspost geschrieben hast.

    Ich habe das auch schon in einigen Vorstellungsgesprächen erlebt. Das wurde den Leuten nie negativ ausgelegt. Im Gegenteil: Das zeigt doch, dass es ihnen scheinbar wichtig ist (sonst wären sie ja nicht nervös) und dass sie offen sind.


    Ich persönlich finde das offene Eingeständnis jedenfalls sehr hilfreich und sympathisch.


    Man muss in solchen Fällen auch gar nichts gegen die Nervosität tun. Das gibt sich schon, wenn man sich in der Situation wohler fühlt. Tricks und Gedankenspiele führen ja oft dazu, dass man die Situation noch mehr aufbläst und sich noch mehr unter Druck setzt. Es ist vollkommen ok, vor Neuem außerhalb der Comfort Zone Angst zu haben. Um so mehr freut man sich, wenn man es gemeistert hat. Sieh es als (etwas anstrengende) Art der Vorfreude.

    Einmal editiert, zuletzt von Korki ()

  • Tipp : Stelle dir gedanklich Horrorszenario vor. Au je ich muss da gleich hin...Dann spiel ich was hau mir die Sticks aufm Finger, die fangen an zu Bluten

    Lehrer sch.. Dich zusammen , boah das ganze Blut auf mein Drumset...dann bekommst du Kreislaufprobleme rennst raus machst dir ne Zigarette an und vor lauter nervösität hast du ausversehen die Musikschule in Brand gesetzt..


    Ziel dieser Übung : Du kannst darüber lachen weil es übertrieben ist....


    Kann man wirklich zugeben, dass man nervös ist?

    unbedingt !

  • Kann man wirklich zugeben, dass man nervös ist?

    Kommt das nicht komisch rüber?

    Also ich fahre damit sehr gut. Früher hab ich auch immer versucht mir nichts anmerken zu lassen und nie was gesagt. Und als ich auch diesen Tipp bekam, hatte ich die gleichen Gedanken wie du. Und dann irgendwann hab ich mich überwunden und es einfach mal gesagt. Mir hilft das total und ich hab sogar das Gefühl, dass mir das oft auch ein bisschen Spannung raus nimmt.



    Ich bin nämlich auch so ein nervöses Hemd... und ich finde ja im Moment für mich tausend Ausreden, warum ich meinen alten Lehrer von damals nicht kontaktieren kann. Dabei will ich ja Unterricht nehmen :rolleyes:


    Manchmal kommt mein Vater vorbei und wir knüppeln ein bisschen rum... er kann ja gar nicht spielen (hat früher Gitarre und Bass gespielt und spielt heute ein bisschen Akkordeon) und trotzdem bin ich auch immer voll nervös, wenn er dann sagt "spiel mal was". Und er setzt sich total chillig dran und kloppt drauf los... 8)

  • Immer dran denken: "What happens in Vegas, stays in Vegas".


    Das gleiche gilt für Proberäume: die sind wie Beichtstühle, in denen Du Deine Sünden bekennst - nur lauter.

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

  • Immer dran denken: "What happens in Vegas, stays in Vegas".


    Das gleiche gilt für Proberäume: die sind wie Beichtstühle, in denen Du Deine Sünden bekennst - nur lauter.

    weiss ich doch.

    Das ist genial, da musste ich sogar lachen.

    Dass du da noch nervös bist wundert mich. Ich meine, du kennst deinen früheren Lehrer und weißt wie er tickt. Bei mir ist das immer eine Überraschung. Wenn ich außerhalb des Unterrichts vor anderen was spielen soll, bin ich überhaupt nicht nervös und genieße das sogar.

  • Hallo

    Klar ist man nervös. Auch dann noch, wenn man schon des Öfteren in dieser Situation gewesen ist. Viele Gedanken schießen einem durch den Kopf.

    Wie wird es laufen? Wie ist der Lehrer? Werde ich mich blamieren?

    Alles berechtigte Fragen.

    Aber ein sollte man auch bedenken. Der Lehrer ist in de selben Situation wie du selbst.

    Für ihn bist du auch neu. Lehrroutine hin oder her. Er hat die selben Gedanken, nur anderes orientiert, nämlich dir etwas beizubringen.

    Ich habe vor zwei Monaten eine neue Jugendgruppe übernommen. Man, was war ich beim ersten Training nervös.

    Werde ich der Sache gerecht? Im Vorfeld habe ich mir schon Informationen eingeholt, wie die Trainingssessionen bisher so gelaufen sind.

    Naja, war nicht so wie ich mir ein Training vorstellen.

    Erst waren die Kids etwas irritiert, haben aber gut mit gemacht. Obwohl alle nach 2 Std. alle Fühler von sich streckten wirkten sie glücklich.

    Wichtig für beide Seiten ist die Kommunikation. Ganz zu Beginn stelle ich immer die Frage nach der Erwartungshaltung in den Raum. Diese Frage sollte sowohl von dem Schüler als auch von dem Lehrer beantwortet werden. Ob der Lehrer dafür Geld bekommt oder es ehrenamtlich, wie ich es tue, sollte eigentlich völlig Wummpe sein. Ich habe einen "Job" zu erledigen, den ich besten Wissens zu erfüllen habe. Tue ich das nicht...Tja...dann haben wir ein Problem.

    Ist irgendwie ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten.


    Ich denke mal der Schlüssel zu einem guten Unterricht ist die Leidenschaft zu seinem Instrument.

    Egal wie nervös oder unter welchen Druck man selbst steht. Diese Dinge lassen sich schwer verbergen. Das Funkeln in den Augen sieht man trotzdem ;) Man muss nur genau hinschauen. Mit der Leidenschaft und Vorfreude nicht geizen, es zeigen und alles wird gut gehen. Vorausgesetzt es ist beiderseits vorhanden.

    Sich verstellen oder gar die Nervosität verbergen würde nicht machen. Mal abgesehen davon wird der Lehrer es merken. Ein Lehrer wird sich von dir ein Bild machen wollen und dazu gehören auch Gefühle, die dich bewegen.

    Gesetzt den Fall, dass du in Tränen ausbrichst, weil du etwas nicht hinbekommst, wird er dich auffangen und damit umzugehen können.


    Wünsche dir viel Spaß und einen ganz tollen Unterricht

    Einmal editiert, zuletzt von Lexikon75 ()

  • Der Lehrer ist in de selben Situation wie du selbst.

    Hi,


    da kann ich Lexikon75 nur Recht geben, zumindest trifft dies auf mich als Lehrenden zu. Ich bin vor Terminen mit neuen Schüler*innen leicht angespannt, Lampenfieber oder gar Angst möchte ich das jedoch nicht nennen. Es beschäftigen mich Fragen, wie z.B. ob ich dem/der Schüler*in gerecht werden kann, wie ist der oder die so drauf, wo soll der Weg hingehen etc. Also, Dein Lehrer*in ist in der gleichen Situation und bitte bedenke, auch wenn das hier schon richtigerweise oft gesagt wurde, Du kannst Dich nicht blamieren oder schlecht darstellen, wenn Du alles könntest, dann würdest Du ja nicht jemanden suchen, der Dich weiterbringen soll.


    Vielleicht noch dieses Outing meinerseits, wenn ich Unterricht bei jemanden Neuem nehme, dann möchte ich ja etwas lernen, was ich bis dato nicht nicht kann und wenn man etwas Neues beginnt, dann ist man eben immer Anfänger*in, egal auf welchem Niveau man sich ansonsten bewegt. In diesem Sinne, keine falsche Scham!


  • Dass Lehrer auch nervös sind, das hätte ich nicht erwartet, vor allem weil man es gar nicht bemerkt. Jedenfalls ging es mir so.

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