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Zunge

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Registrierungsdatum: 1. Februar 2008

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1

Donnerstag, 19. April 2012, 09:06

Wie sehen Musiker den Mainstream ?

Hallo,

anlässlich der Meinungsverschiedenheiten im Cobus- Threat möchte ich hier gerne parallel eine Diskussion starten. Ich lehne als Musiker den Mainstream prinzipiell ab und dachte, dass diese Einstellung unter Musikern verbreitet ist, diese Vermutung hat sich nach einigen Gesprächen mit Kollegen allerdings als falsch erwiesen. Warum sollten Musiker den Mainstream ablehnen ? Ein Musiker hat ja ständig das Ziel, sich zu verbessern. Sauberer, schneller, ausgefeiltere Techniken beherrschen. In Kommerzieller Musik erreicht das allerdings sehr schnell seine Grenzen, und mehr als eine saubere Performance ablegen braucht man nicht. Wie kann man Musikern Respekt aufweisen, die, nachdem sie auf einem vergleichsweise niedrigem Level Erfolg hatten sich nicht mehr steigern und Musik nicht mehr als Herrausvorderung, sondern als Geldquelle sehen ? Ob eine Band bekannt wird oder nicht hängt nicht von den Fähigkeiten, sondern vom Support ab - sprich, es gibt tausende Bands, die heute große Namen sein könnten, nur hat ihnen der Support gefehlt, während viele schlechte Bands einfach nur gehyped wurden und so ein so großes Publikum erreichten, das ihre unfähigkeit kein Hindernis mehr darstellt. Wie kann man sich mit so einem System anfreunden ? Und wie kann man als Musiker zu Leuten aufsehen, die nicht zwangsläufig besser sind als man selbst, sondern einfach nur aus Glück den Weg auf die großen Bühnen gefunden haben ? Ich schaue als Musiker doch lieber zu Menschen auf, die Jahrezehnte lang Ehrgeiz in ihr Instrument gesteckt haben und so ein Vorbild darstellen. Wie kann man sich, wenn es so geniale Menschen gibt denn um den Mainsteam scheren ? Woher kommt die Begeisterung ?

KC

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  • »KC« ist männlich

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2

Donnerstag, 19. April 2012, 09:11

Mmmhh, Kratzen hinter dem Kopf...????

Also als reiner Hobbymucker lehn ich das nicht ab was mir gefällt, und wenns Mainstream ist, bitte.
Nur ausgefeilte Techniken als einzig Wahres, ich weiß ja nicht, Freejazz geht mir nach
spätestens 2 Sekunden tierisch auf den Sack.

Da sollte noch ein 2. Thread mit in die Diskusion aufgenommen werden:
Wieso berührt Musik die Seele?

Gernot

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  • »Gernot« ist männlich

Registrierungsdatum: 15. November 2006

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3

Donnerstag, 19. April 2012, 09:17

Hallo Zunge,
Also mein Musikverständnis hat weniger was mit Sport zu tun, von daher kann ich dir noch nicht einmal ansatzweise folgen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gernot« (19. April 2012, 09:25)


rohstoff

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  • »rohstoff« ist männlich

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4

Donnerstag, 19. April 2012, 09:32

Ich lehne als Musiker den Mainstream prinzipiell ab


hm..... da stellt sich für mich die Frage, welche Art Musiker Du bist, bist Du Profi oder bist Du Hobbymusiker?
In beiden Fällen würde ich Deine Einstellung als "ein wenig" engstirnig bezeichnen, denn als Profi ist man doch darauf angewiesen, Jobs zu bekommen, die bezahlt werden. Wenn man sich da dem "Mainstream" verweigert, wird`s wohl etwas leer im Kühlschrank ;(

Als Hobbymusiker hat man natürlich das Privileg, sich dem "Mainstream" zu verweigern, ja ihn sogar abzulehnen!
Aber selbst als Hobbymusikant sollte man doch zumindest soweit offen sein, den bösen Mainstream (und Oh Gott, den Kommerz!) zu tolerieren, denn auch hier verbergen sich wahre Perlen (und Inspiration und Anregungen kann man sich ja aus jeder Musik rausholen!)

Nix für Ungut, aber dein Post klingt für mich ein wenig (wie schon geschrieben) engstirnig......
Sie können diese Signatur mieten!

  • »Der Dührssen« ist männlich

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5

Donnerstag, 19. April 2012, 09:48

Der Opener-Post hat ja fast schon was vom Aufruf zum Wiederstand.

Ich finde, dass man, wenn man sich mit gewisser Musik nicht identifizieren kann, diese ja nicht hören muss.
Man muss sich einfach damit abfinden, dass es gewisse Musik gibt, die auf die Massen und eben Profit ausgerichtet ist.
Im Gegenzug kann man natürlich einfach unbekannte, kleine Bands supporten und verbreiten.

Würde ich das Angebot für einen Job bei einer x-beliebigen Popband bzw. bei irgendeinem Künstler bekommen, würde ich wohl auch nicht ablehnen und zumindest mal versuchen, ob ich damit glücklich werde.

Von vornerein "Nein" zu sagen, halte ich für wenig sinnvoll.


Was Cobus angeht: Ich habe ihn vor 2 oder 3 Jahren das erste mal gesehen und seitdem immer mal wieder seine Videos angeklickt und insofern ein bisschen seine Entwicklung mitverfolgt und ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was man groß an ihm auszusetzen hätte, wenn man nicht einfach neidisch auf ihn ist. Er hat Spaß am Trommeln und sich mit wohl nicht wenig Mühe quasi "hochgearbeitet", sich gut selbstvermarktet und es vom Drumcovertrommeln auf Youtube zum Duett mit Terry Bozzio geschafft. Was er da spielt, sei mal egal.
Ich meine, wer würde schon sagen "Mh, ich habe jetzt einen überdurchschnittlichen Bekanntheitsgrad erreicht, dessen trommlerischen Ansprüche ich aber nicht decken kann. Ich glaube, ich höre auf."?
Dann hätte Lars Ulrich wohl schon seit Jahren ausgedient ;)
Schlagzeugunterricht in und um Offenbach:
www.schlagzeug-offenbach.de

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Der Dührssen« (19. April 2012, 09:55)


FOX

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6

Donnerstag, 19. April 2012, 09:51

Definiere doch mal Mainstream, wie Du ihn auffasst.
Bzw. benenne den Mainstream, den Du ablehnst.

Druffnix

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  • »Druffnix« ist männlich

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7

Donnerstag, 19. April 2012, 09:57

Was isn der Mainstream?

Diese Mainstream-Ablehn-Geschichte finde ich generell problematisch. Und der Mainstream hat auch gar nix damit zu tun, dass man sich als Musiker verbessern will (oder auch nicht). Bei sehr vielen Mainstream-Bands oder Musikern spielen in den Bands hochqualifizierte Musiker, denn auch ein Mainstream-Pop-Stück muß man dem Publikum eben so darbieten, dass die Qualität stimmt. James Taylor kommt mir da in den Sinn, da hockt derzeit der Steve Gadd an den Drums. Und so langweilig die Musik insgesamt ist, mit guten Musikern wird es dann doch wieder interessant. Oder die vom echten Rocker mit Hingabe gehassten Nickelback (die übrigens live übelst abräumen können!): Der Daniel Adair ist sicherlich nicht als progressiver Oberfrickler bekannt, aber ist ein hervorragender Rockdrummer, der die Musik perfekt bedient und sich spielerisch nicht hinter allzu vielen Progtrommlern oder diesen unsäglichen Metalcore-Knüppelheimern verstecken muß. Da gibt es noch massenhaft Beispiele (Alex Vesper bei Lena Meier-Klappstuhl, Keith Carlock bei John Mayer usw.)

Und wenn du zu Muckern aufschauen "musst", die über Hype nach oben gekommen sind: Wer sagt dir denn, dass du das musst??? Und welche Beispiele hast du denn dafür?? Der Clobus Pottschieter vermarktet sich halt clever, er macht sein Wissen zum Geschäft und stellt sich dabei recht geschickt an, wie ich finde.

Dann schaue ich mir unsere Freunde von Dream Theater an, das sind alles fantastische Musiker, aber die Musik berührt mich und sehr viele andere nicht mal im Ansatz, tolle Technik hin oder her. Und darum geht es doch. Unser Freund Blastphemer mit seinem Extremgeknatter ist auch so ein Fall: Unglaublich beeindruckend für manche, extrem schwierig, total Anti-Mainstream, aber spricht mich das an? Neeee!

Und nicht zu vergessen: Auch der abgefahrenste Musiker mit den irrsten Skills muss sich seine Currywurst und sein Bier irgendwie kaufen. Deswegen spielen auch die Großmeister ihres Instruments immer wieder bei Mainstream-Acts, auch wenn das rein technisch für die nicht immer die Herausforderung ist. Und ich hätte als Mucker lieber ein paar Tausend Leute vor mir, die abgehen, als zwanzig Vergeistigte, die jeden Beat kommentieren. Lang lebe der Mainstream :thumbsup:
667 - The Neighbour Of The Beast!!

maxPhil

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8

Donnerstag, 19. April 2012, 10:07

Hallo Zunge,
Also mein Musikverständnis hat weniger was mit Sport zu tun, von daher kann ich dir noch nicht einmal ansatzweise folgen.
Sehe ich genauso. Ich bin auch vollkommen in der Subkultur verwurzelt, kann aber dem Ansatz überhaupt nicht folgen. Du verkennst meiner Meinung nach auch, dass gerade in Pop/ Rock/ RnB schlagzeugmäßig bisweilen richtig die Post ab geht. Manchmal äußert sich das subtil in Tightness, musikalischem Gespür, kleiner Feinheiten und nicht in höher, schneller & weiter (was ich persönlich vollkommen Banane finde).
Obwohl ich nicht mehr alleine übe, entwickle ich mich in den letzten Jahren stetig.

Viel Grüße, Philip

Drumstudio1

Drums, Cymbals

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9

Donnerstag, 19. April 2012, 10:15

Ich wollte erst mehr schreiben... dann habe ich mich erinnert wie viel im Leben "lebensabschnittbezogen", gesagt - gedacht - geschrieben wird. Und das mir manche der oben postulierten Gedanken aus der eigenen Biographie noch im Schädel widerhallen. Oder vielleicht simpler ausgesprochen: altersbedingt erklärbar sind. Das meine ich garnicht überheblich-abgeklärt sondern vielleicht auch melancholisch ;) . Es ist ja irgendwie auch klasse, wenn man noch scharfe Trennlinien formulieren kann.

Was Mainstream ist behaupten viele zu wissen. Ich selbst weiß es nicht so richtig... bzw. tue mich schwer es genau und beständig! zu definieren.
Für mich war Rush als junger Bursche in Deutschland Kult, es war die Musik weniger "eingeweihter". In den USA und ihrem Heimatland in Kanada waren sie spätestens ab der Moving Pictures 1981 so angesagt, mit so viel Airplay und Plattenverkäufen.... das ich das Wort Mainstream zwar nicht in den Mund zu nehmen wage... aber dieses Beispiel vielleicht doch zumindest verdeutlicht wie RELATIV! und BIAS-behaftet (wie von der eigenen subjektiven Wahrnehmung geprägt) die Begriffseinordnung mitunter ist.

Anderes Beispiel: SAGA. Auch hier durchaus manche "sperrigen" oder progressiven Musikeinflüsse , Songs jenseits der 3 Minuten Spielzeit, "Musicianship" etc. etc. und Anfangs auch hier Geheimtip für Musikenthusiasten. Dann kam die Scheibe "Worlds Apart" mit dem Hit "Wind Him up" der EINDEUTIG kommerzielles-Mainstream-Potential aufwies und der 2. Hit "On The Loose"... der rockiger war und doch auch "irgendwie" Mainstream-Potential hatte. Und schon war es eine Band die Plötzlivch Rocker, Popper, Hausfrauen und pubertierende nebeneinander begeistern konnte.

Provokante Frage(n): Ist dann die Musik durch den größeren Kreis der Zuhörer per se schlechter geworden?
Sind die Musiker am Instrument und ihrem (handwerklich-technischen) Können dann schlechter geworden?
Soll ich Songs die mir gestern noch so gut gefielen, heute ablehnen, nur weil sie meiner Nachbarin jetzt auch gefallen?

Dazu kommen viele, viele andere Phänomene wie Hörprägung und frühe Sozialisationseinflüsse (mitunter hatte man Glück in welchem Haushalt man aufwächst und welche Musik man irgendwie durch das soziale Umfeld mit auf den Weg bekommt....)
Mitunter sind es aber auch rebellierende Effekte: "Ich suche mir Bands mit denen ich mich von den anderen besser abgrenzen kann, um meine Anmdersartigkeit/"Höherwertigkeit" gegenüber den anderen definieren und aufzeigen zu können". Letzteres klingt sehr negativ - spielt aber eben je nach Lebensabschnitt für viele von uns eine Rolle und ist eben auch ein Teil menschlichen Daseins.... wenn auch mitunter nur temporär.

Sorry ich hole zu weit aus! :D

Fazit: für mich persönlich sind die Bezeichnungen (Mainstream etc.) nicht mehr so bedeutsam. Ich liebe Musik die mir gut gefällt... und ich muß Musik die mir nicht gefällt (die aber anderen gefällt) nicht hören :-) und entziehe mich auch Musik die für mich grässlich ist, recht schnell - weil ich merke das sie mir nicht gut tut.

Auf der anderen Seite ist es für Menschen/Musiker/den Yeti (auch hier unterscheide ich nicht allzu stark) mitunter! mal spannend in neue Musikformen hineinzuhören... sich manchem zu öffnen was man bislang vielleicht noch nicht hörte.

Womöglich ist es so, dass vieles unserer heutigen Medienlandschaft faktisch garkeine echte Vielfalt ist... sondern gewisse "Produkte" oder erfolgversprechende BLAUPAUSEN für Produkte (von Musikrichtungen oder Musikstilen würde ich da garnicht sprechen wollen) mitunter massiv protegiert werden und andere eben nicht. Vielleicht macht u.a. dieses strategische-berechnende Vorgehen den Mainstream sogar aus! ??? Gleichwohl könnten Musikhistoriker vielleicht ketzerisch anmerken ob das jemals anders war. Wenn Mozart etc. irgendeine Auftragsarbeit ausgeführt hat... würde ich auch nicht so sicher sein, ob er beim Erstellen des ein oder anderen Werkes nicht auch an die Zufriedenheit des Geldgebers gedacht haben mag - oder erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Werke seiner vorherigen Schaffenszeit bedachte und seine Lehren für die neue Komposition auch daraus zog....

Ich weiß nicht weiter... in diesem Thread und mache lieber Musik... als weiter theoretischen Gedanken zu fröhnen :D

Sorryx, viele Edits. Viele, zu viele üble Rechtschreibungs/Buchstabendreher geändert. Inhaltlich aber NICHTS verändert.

Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von »Drumstudio1« (19. April 2012, 10:41)


Zunge

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10

Donnerstag, 19. April 2012, 10:18

Jetzt fixiert euch nicht so aufs Schlagzeug. Es geht mir dabei um alle Instrumente. Diese werden beim Mainstream total vernachlässigt und dienen nur zu Begleitung und Untermalung des Gesangs, oder um die Pausen aufzufüllen, die der Sänger zum Luft holen braucht..
Ich habe nie verstanden, warum der Sänger das Zentrum einer Band bildet. Warum ist Instrumentale Musik nicht Massentauglich ? (Abgesehen von der Technoscheiße, bei der man sich dem Exitus nahe bringen muss, um sie zu ertragen)

@Fox: Eben alles was im Radio läuft und technisch stagniert.

bockfon

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11

Donnerstag, 19. April 2012, 10:19

Mal abgesehen davon, dass im Wort "Widerstand" nur ein "e" nach dem "d" vorkommt,... ;)

Die Mainstream-Musik zu verteufeln halte ich nicht für klug. Irgendwo kommen die Bands und Musiker ja her, haben diese Ihre Art von Musik schon gemacht, als sie unbekannt bzw allenfalls Regionalheroen waren. Ich denke da an JBO und Fiddlers Green, jetzt in aller Munde, damals ganz am Anfang in den Kleinen Schuppen in Erlangen, irgendwann Hauptacts auf den großen Bühnen. Was da alles mit reingespielt hat, war sicherlich nicht nur können, eine gewisse Genialität, zur Zeit passende Texte und Themen, gute Vermarktung, ...
Und mich spricht deren Musik immer noch an, nicht alles, aber böser Mainstream muss ja ned schlecht sein :thumbup: . Auch wenn sich hier jetzt Leute wegen der Angeführten Beispiele die Haare raufen. Das ist dann Geschmackssache.

Natürlich widert mich diese künstlich auf Volkstümlich getrimmte Kunstmusik ala Volkstümliche Hitparade an, aber anscheind finden die auch ihre Marktnische, auch wenn die "Künstler" nur "schön" aussehen und vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben. :cursing:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bockfon« (19. April 2012, 10:22)


Jalokin_b

unregistriert

12

Donnerstag, 19. April 2012, 10:23

Wenn mit Mainstream die Musik gemeint ist, die nur auf kommerziellen Erfolg ausgelegt ist, dann sollte man dabei bedenken, dass schon seit Jahrhunderten nur die Komponisten überleben konnten, deren Werke durch einen Mäzen finanziert wurden. Ein Paar von denen haben es zumindest gelegentlich mal geschaft auch gute Sachen zu produzieren, obwohl das meiste nur gekaufter Auftrags-Scheiß war.

Gute Musik hat nix mit Musikstil oder Finanziellem Erfolg zu tun. Gute Musik ist das, was dir gefällt. Wenn jemand mit Musik hauptsächlich Geld machen möchte, dann hat er halt ein anderes Verhältnis zur Musik, das ändert aber nix an der Musik selber - die kann dir trotzdem gefallen oder halt nicht.

hrawth

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13

Donnerstag, 19. April 2012, 10:30

Sehe ich genauso. Ich bin auch vollkommen in der Subkultur verwurzelt, kann aber dem Ansatz überhaupt nicht folgen. Du verkennst meiner Meinung nach auch, dass gerade in Pop/ Rock/ RnB schlagzeugmäßig bisweilen richtig die Post ab geht. Manchmal äußert sich das subtil in Tightness, musikalischem Gespür, kleiner Feinheiten und nicht in höher, schneller & weiter (was ich persönlich vollkommen Banane finde).


Dem stimme ich vollkommen zu, ebenso Geralds Post. Zwar bin ich in einer Subkultur verwurzelt, die oft "höher, schneller, weiter" strebt, aber davon finde ich nur das gut, was der Musik dient. Wenn es reiner Selbstzweck ist und dadurch dem Song schadet, gefällt es mir nicht oder nicht so gut, wie es könnte, Punkt.

Egal, was draufsteht, die Hauptsachen sind Song, Sound und (für mich jedenfalls) Lyrics.

Die im Eingangspost dargelegten Separationsbestrebungen kann ich nachvollziehen, denn zu Beginn meiner subkulturellen Sozialisation waren das z. T. auch meine Motive, aber irgendwann kam ich an einen Punkt, wo ich erkannte, dass solche Borniertheit zum guten Teil sublimierter Neid auf die Erfolgreichen ist und man sich dadurch viel tolle Musik selbst verwehrt.
El Camino - Heavy Stoner Rock aus Löningen

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tschino

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  • »tschino« ist männlich

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14

Donnerstag, 19. April 2012, 10:31

Leben und leben lassen.
Ich bin früher auch durch die Welt getingelt und hatte immer die Phrase, alles was nach den 70ern rauskam ist musikalisch einfach "Schei..e".
Tja, und mittlerweile beobachte ich mich, wie ich sogar zu den einfachsten Poprhytmen mit dem Fuß wippe.
Für mich ist jetzt folgendes: ich höre was mir gefällt, aber vermeide es (manchmal rutschts halt durch, wird im DF sicher irgendwo eine Phrase von mir zu finden sein, die Geister die ich rief ;( ) so gut wie möglich, über Musikstile, Musik die mir nicht gefällt usw... unsachgemäß zu urteilen. Ich sage dann einfach: das gefällt mir nicht. Weil Musik ist so dermaßen ....hm...mirfehltdasWort... , daß ich schon erlebt habe, daß einfachste Musik einigen Menschen Kraft und Energie gibt. Und das ist für mich der zentrale Punkt: Musik soll eine geistige seelische Erweiterung und kein Ringen um höher, schneller, besser werden.
Und ich frage: wie will man in dieser komplexen Musikszene beurteilen können, welcher Untalentierte alles in den Hintern geschoben bekommt und wieviele Topmusiker am Hungertuch nagen. Selbst die Toten Hosen und die Ärzte (die allerdings schon sehr viel früher) müssen mittlerweile zugeben, daß es den realen Punk im Kommerz nicht gibt.
Ich will Musik geniessen, spüren, mich dabei gehen lassen... und nicht mir hundertmal darüber Gedanken machen wie gut ist der Musiker.
Ich bin auch kein Phil-Rudd-Style-Freund, mags auch ein bissel technischer, aber wenn ich Dream Theater mit diesem abgefahrenen Technikdingsbums kommt, schalte ich doch lieber wieder auf Highway to Hell zurück.
Tja und noch was zwecks Vorbilder: wenn ich sehe, daß man auch mit einfachen Sachen Erfolg haben kann ist es für mich ein Ansporn zu sagen: siehste, der kocht auch nur mit Wasser es braucht keinen Überwelttechniker. Der hats halt gepackt, ich war nur ein wenig zu ängstlich damals bei der Berufswahl. Denn die ganz super Techniker sind mir manchmal mehr eine Abschreckung. Wenn ich die sehe, denke ich mir gleich ich kann meine ganzen Schlagzeugsachen verscherpeln.

Ist ganz einfach: über Musikgeschmack kann man nicht streiten. :love:

HOHK

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  • »HOHK« ist männlich

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15

Donnerstag, 19. April 2012, 10:37

Ich habe generell ein Problem damit, mich über Sachen zu unterhalten, die nicht fassbar sind.

Was ist Mainstream denn nun?

.
Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

chrís beam

Drumming und Allgemein überhaupt

  • »chrís beam« ist männlich

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16

Donnerstag, 19. April 2012, 11:01

Die individuelle Frage stellt sich doch für jeden, der Musik macht.
Will ich Musik zum reinen Selbstzweck machen? Oder nicht. Wenn Du nicht davon leben willst, hast Du ja die freie Wahl.

Ich spiele seit ein paar Jahre nur in "kommerziellen" Bands. Aber ich finde das okay, da ich meine Familie u.a. damit ernähre. Jede Musik sollte gut gespielt und bedient werden.

Mir ist guter Gesang zum Beispiel wichtig. Ich höre auch sehr viel instrumentale Musik (meistens Jazz) und bewundere auch viele der jungen Jazzer, die ohne Rücksicht auf Kommerz, die improvisierte Musik "leben" und dabei auch neue Dinge entwickeln. Mein Ding wäre das allerdings nicht.

Schöne Grüße

Chris

siktuned

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Registrierungsdatum: 20. April 2009

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17

Donnerstag, 19. April 2012, 11:04

ich finde das schon sehr engstirnig...

Wie schon richtigerweise gesagt wurde, kann man selbstverständlich nicht von der Hörer-/Zuschauerzahl auf die Qualität von Musik schließen...generell ist Musik und Musikalität etwas was man nur schwer werten kann, als Beispiel wird ja oft HipHop genannt...anspruchslos, einfach zu produzieren etc. sind wohl noch die nettesten Formulierungen, wer allerdings mal hinter die Fassade einer solchen Produktion geschaut hat oder gar daran mitwirken durfte, wird erkennen, dass die Beteiligten ein hohes Maß an Professionalität, Geduld und nicht zuletzt Können mitbringen müssen...mal eben ein paar Tasten auf dem MPC drücken, was einrappen und fertig ist das Ding - nichts als eine Illusion

und auch in der "manuellen" Popularmusik hängt der tatsächliche Erfolg auch davon ab, was man abliefert, nicht umsonst werden für diese Jobs nur die besten der besten Session-Musiker bestellt, in den besten Studios aufgenommen und von den Stars der Branche produziert...du sprichst im Startpost von Musikern, die sich nicht weiter entwickeln, die stagnieren, weil sie etwas erreicht haben...wie kannst du das beurteilen? Ist ein einfacher Groove automatisch schlecht? (ACDC...) Ist das Livedrumming von zB Aaron Spears schlecht weil er exakt so wie auf der Aufnahme trommelt? Ist ein Kenny Aronoff ein schlechter Drummer weil er keine Weckleske Frickelmusik einspielt?

Es gibt Negativbeispiele, ja die gibt es zuhauf...das liegt einfach daran, dass Popularmusik kurzlebiger ist als, ich nenne es mal, Spartenmusik...Trends ändern sich, Gesichter sind andere und letztendlich muss ja der Rubel rollen ABER diese Negativbeispiele gibt es genauso in anderen Musikrichtungen...ich will gar nicht aufzählen, wie viele unglaublich schlechte Metalbands ich bereits gehört habe, davon hatten etliche hoch datierte Verträge...

Der Punkt ist, wie ich meine, man kann das nicht pauschalisieren...das konnte man noch nie, erstens weil Musik immer noch Geschmackssache ist, zweitens extrem dem Zeitgeist unterworfen ist...vor 30 Jahren war Deep Purple "Mainstream" nochmal 10 Jahre früher waren es die Stones usw.

Dass wir uns nicht falsch verstehen...ich bin kein Fan von großen Teilen der heutigen "1Live-Radiomusik" aber es ist ein Unterschied ob man etwas einfach nicht mag oder generell ablehnt weil es "Mainstream" ist, nicht meiner Szene entspricht oder vllt. erfolgreicher ist als die Qualitäten des Künstlers es vermuten lassen...man schränkt sich selbst unnötig ein und verpasst möglicherweise etwas...Beispiele für großartige Künstler, die dennoch erfolgreich sind gibt es zuhauf...Dido, John Mayer, Alex Clare, Silbermond usw usf.
Ist das Resofell gerissen,
kling die Snare meist recht beschissen
Ist das Teil dann wieder heil,
klingt die Karre wieder geil :P

  • »darkest_time« ist männlich

Registrierungsdatum: 10. April 2012

Wohnort: Verden

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18

Donnerstag, 19. April 2012, 11:05

Angenommen Mainstream ist das was zu hauf in den Chats läuft, ist das doch sowieso nur programmiert und mit Autotune "verfeinert". Außnahmen bestätigen die Regel. Ich bin z.B sehr begeistert von Rammstein - alles einfach gestrickt und wirklich nichts was vor gefrickel strotzt. Trotzdem sind die Herrn auch Live einfach punktgenau, wissen wie sie Betonungen setzen, etc, etc. Ein Musiker ist ja nicht schlecht nur weil er einfach "nur" einen 4/4 mit 140 bpm spielt. Die können mehr und streben sicherlich auch nach höherem. Allerdings ist eine Band keine One-Man-Show und wenn alle immer nach dem höchsten streben und das dann auch "auslassen", wäre das wohl eher ein Verlust für die Musikkultur sowie für einige ziemlich nervig. Letzenendes gilt für mich, ich gehe auch auf Konzerte von Band, die mehr als 50 Leute kennen ;)
Ach ja - und ist eine Band Mainstream wenn sie in Deutschland keiner kennst, sie aber in Australien jedes Album auf Platz 1 bringen - alles in allem denke ich auch, dass die Frage nochmal überdacht werden sollte.
Meine Rumpelkiste für die Interessierten.
DF-Nord-Treff in Bremen am 04.03.2017: http://doodle.com/poll/7zaq255hxuy9ttvp , Beitrag DF-Treffen in Niedersachsen?

19

Donnerstag, 19. April 2012, 12:06

Definiere doch mal Mainstream, wie Du ihn auffasst.
Bzw. benenne den Mainstream, den Du ablehnst.


+1
Die Diskussion ist sinnlos, wenn man nicht klar ist, was überhaupt Gegenstand der Diskussion ist.

Fl0gging

Mitglied

  • »Fl0gging« ist männlich

Registrierungsdatum: 20. Juli 2007

Wohnort: Chemnitz

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20

Donnerstag, 19. April 2012, 12:12

Wenn ich als Mainstream die Bands betrachte die regelmäßig in den Albumcharts sind kann man da keine grundsätzliche Aussage tätigen, da diese sehr durchmischt sind von guten Künstler_innen bis Schrott.

Was ich grundsätzlich ablehne und wem ich auch jeden Anspruch auf den Begriff "Künstler_in" verwehre sind Menschen aus Castingshows die selbst außer einer guten Stimme nicht viel mehr mitbringen oder auch Menschen wie Nena, die nach 20 Jahren ihre Songs remastern nochmal singen und sich dann wieder feiern lassen und auf ihren "Erfolg" zurückblicken (der Erfolg hier kann eher als finanz. Erfolg gesehen werden, da künstlerisch nichts passiert ist).


Wenn jemand mit einfachen Rhythmen, bzw. einfachen Songtexten und wenig anspruchsvollem gute Musik produziert und das Ganze gut verkauft, warum nicht? Nicht jeder steht auf Freejazz und technisches rumgefrickel (ich nehm mich da mal nicht aus).

Zum Erfolg gehört ja schließlich mehr als nur gute Musik: Werbung + Netzwerk/Connections + Songwriting + Musiker + Bühnenshow
Allein wie man auf der Bühne steht, kann bei kleineren Bands die musikalisch nicht auf einem sehr hohen Niveau spielen schon 50% des Liveerlebnisses ausmachen.
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