Das gute oder das schlechte Set für Auftritte? :-)

  • Hallo,


    vielleicht gab es die Frage schon, habe aber mit der Suche nichts gefunden. Mich würde mal von den Leuten, die zwei Schlagzeuge haben, interessieren, welches Set sie für Auftritte benutzen.


    Ich werde mit meiner Band nun öfters Auftreten (Kneipen, Partys, Ladeneröffnungen) und überlege, ob ich eher mein altes Pearl Export oder mein neues Yamaha Rock Tour benutzen sollte.


    Der Sound vom Yamaha ist natürlich besser, aber ich frage mich, ob das das Laien-Publikum überhaupt heraushört und ob sich das Risiko lohnt, dafür Macken und Kratzer durch Transport etc. einzugehen. Andererseits: Es ist ein Schlagzeug, also ein Gebrauchsgegenstand, der dafür gedacht ist, es intensiv zu nutzen.


    Naja, wollte einfach mal hören, ob Ihr mit Euren Klamotten auch so zimperlich seid. :-)

  • Ein vertrautes Dilemma, was ich um einen Aspekt noch erweitern kann. Man kommt umso mehr ins Grübeln, wenn man sich das Set mit anderen Bands/Drummer für das Konzert teilt.
    Ich bin pingelich und meist derjenige, an dem das Ganze mit dem Schlagzeugstellen hängen bleibt. Sei es nun, weil die Band von sonstwo angereist kommt, nach eigener Aussage kein adäquates Set besitzt, nicht die Möglichkeit zum Transport hat oder (das würde jetzt hier spezielle passen), der Drummer sein Set nicht an Fremde herausgibt. Wie auch immer, überlegt man sich dann auch, ob man riskieren will, an irgendwelche Leute zu geraten, die das Set wirklich nur als Arbeitsgerät sehen. Alles schon erlebt. Insbesondere aber sehen die Mitmusiker in so einem Schlagzeug gern mal ein Podest oder sonstiges.


    Um zum Thema zurückzukommen: es stellen sich die zwei Optionen: Set stellen/bringen und riskieren, dass was passiert. Oder eben verzichten. Habe mich damit arrangiert, das gut Set mitzunehmen (inzwischen gibt es eh nur noch dieses) und dann eben bei jeder Umbaupause mitzuhelfen und den Jungs auf die Finger zu sehen. Macht den Abend natürlich etwas weniger entspannt, aber das ist mir die Sache wert.

  • Ich spiele immer mit dem besten Material. Was sind schon ein paar Kratzer (habe allerdings auch ein foliertes Set). Bei Gigs mit mehreren Bands werden nur die becken und FuMa getauscht (meist auch die Snare). Außer Fellwechseln, ein paar Kratzern und dem üblichen Verschleiß von Kleinteilen habe ich in über 10 Jahren noch nichts gehabt. Die Gigs sind viel zu wertvoll um sie mit Schrott-Equipment zu spielen...


    Gruß
    wavey

  • Ich habe früher konsequent nur nur mein altes Export Set mit auf Gigs genommen. Das waren aber auch hauptsächlich Punkkonzerte in irgendwelchen Jugendzentren und Ansprüche ans Material eher robuster Natur, der Klang war dafür okay. Mittlerweile nehme ich hauptsächlich das Starclassic mit. Ja, die Felle verschleißen schneller, weil es genügend Metaldrummer gibt, die die Toms in einem für mich unmöglichen/schiefen Winkel spielen. Vorteil aber ganz klar: Es macht einfach viel mehr Spaß auf diesem Set zu spielen, und es klingt besser. Auch wenn das Publikum nicht aktiv einen Unterschied hört in manchen Fällen, unterbewusst kann ich mir einen eklatanten Unterschied und eine Beeinflussung schon vorstellen.


    Beste Grüße, Josef

  • Stimmt. Das mit dem Teilen mit anderen Schlagzeugern ist auch noch ein Aspekt. Wenn ich mein Set bereitstelle, ärgert es mich auch, wenn der andere Drummer alle Einstellungen verändert (Tom-Winkel/-Höhe usw.), die man jaaaaahrelang gesucht hat. Und dann noch drauf rumdrischt, als gäbe es kein Morgen (inkl. Kerben in die Gratungen schlagen und Sticks gegen das Furnier hämmern).


    Und ich selber habe das Problem, auf fremden Sets nicht spielen zu können bzw. keinen Spaß zu haben, weil sie mies gestimmt sind oder nicht gewartet sind. Musste schon mal auf nem Set spielen, wo teilweise die Stimmschrauben fehlten. :S Selbst mein altes Set ist in einem ordentlichen Zustand, und das nach nunmehr 25 Jahren.

  • Ich habe nur gute Sets, kann also nur "das Gute"
    mitnehmen. Und warum habe ich den ganzen
    Kram? Damit ich mir eine dolle Kellerausstellug
    gebe? Pfft. Zudem ist, bei aller Liebe zum Objekt,
    für mich ein Schlagzeug in erster Linie ein
    Gebrauchsgegenstand. Wenn da mal eine Macke
    reinkommt... Who cares? Der Wiederverkaufswert
    ist für mich im Großen und Ganzen uninteressant,
    weil ich Trommeln eher selten verkaufe. Das bedeutet
    keinesfalls, daß ich auf meinen Kram nicht aufpasse.
    Und wenn ein Kollege, der über mein Set spielt, es
    am gebotenen Umgang mangeln läßt, teile ich ihm
    das auch freundlich aber bestimmt mit. Glück-
    licherweise sind fast alle Kollegen so gut erzogen,
    daß sie wissen, was sich gehört. Fakt: Ich nehme
    das Set mit, was mir für den Gig den größten Spaß
    verspricht. Und daß man live oft den Unterschied
    zwischen einem 500 €-Set und einem für 5.000
    nicht raushören kann, ist mir auch klar. Aber das
    steht in einem anderem Thread, ähh "auf" und
    "Blatt" muß es heißen.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • ich habe mein "gutes" Set mikrofoniert und millimetergenau passend in meinem Studio sozusagen stationär aufgebaut, da der Aufwand des Auf- und Abbauens einfach zu nervig wäre. Ein altes Yamaha Stage Custom ist für Auftritte eingelagert.
    Und: So lange ich die Sachen ohne Endorsement selber zahlen muss, schleppe ich bestimmt kein teures Drumset auf die Bühnen dieser Welt...ist einfach zu schade.
    Der Sound ist live sowieso nur gefühlte 10% vom Drumset das auf der Bühne steht. 90% sind Raum und der Soundmann!

    "Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."



    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

  • Auftritte sind für mich das "Ziel" meines Hobbys, also benutze ich das gute Set nur fürs Studio und für die Auftritte.
    Weiterhin kann ich fwdrums nur zustimmen, eine Macke ist kein Beinbruch und verkaufen tue ich nix, ich möchte mich bei einem Auftritt gut fühlen und den max. Spaß haben, überträgt sich bestimmt auch aufs Publikum... :)

  • Servus,


    meine Band und ich proben wochen- oder monatelang, um einen möglichst guten Gig hinzulegen. Dabei ist es mir wichtig, nicht nur "richtig" zu spielen, zusammen zu spielen, sondern auch, gut zu klingen.
    Das Publikum zahlt (mal mehr mal weniger), um eine gute Show zu sehen - und da gebe ich doch nicht nur 50 oder 75%!
    Das Beste aus mir und meinem Kit herauszuholen, bin ich mir und jedem Publikum schuldig! Da kenne ich keine Kompromisse.

  • Ich nehme für Auftritte immer das beste Material mit - schon aus Prinzip :D
    das Ganze ist aber natürlich Musikrichtungs- und Publikumsabhängig. Bei einem Jazzkonzert während einer Vernissage ist das Risiko dass Dir jemand Dein Set zerstört natürlich um ein vielfacher geringer als bei einem Punk-Konzert im Jugendzentrum... von daher würde ich mir schon überlegen welches Set ich aufstelle :whistling:
    es gibt ja nichts schlimmeres als wenn Dir irgendein besoffener Heini beim Tanzen übers Set fällt :pinch:

  • Also ich habe bisher nur ein Set, ein Tama Superstar. Sollte je was richtig hochwertiges dazukommen wird das Superstar das Tour/Gig-Kit, da ich es i. d. R. teilen muss. Sollte ich einen Gig alleine spielen, dann würde ich es mir evtl. noch einmal überlegen.



    Wenn ich mir vorstelle wie ein sehr hochwertiges Kit nach 5 Jahren Konzerte, Umbauen etc.. so aussieht (wie mein Tama Superstar jetzt), dann könnte ich keine Sekunde ruhig im Publikum stehen, wenn da oben einer mein Set umbaut.

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • Also einen 'fremden' Drummer würde ich ja gerade noch auf meinen Trommeln trommeln lassen.
    Aber an meine Becken lass ich nur LetsRock!
    Wer weiß, was ich für einen Heavy Hitter da an meine Schießbude lasse?


    Let's Rock!

    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer - Antoine de Saint-Exupéry
    ------------------------------------------------------------------
    Base-Drum klingt einfach viel cooler als Bass-Drum :D
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  • Ich habe bisher eher ein "gutes" Set für Gigs benutzt, bin dann aber seit dem letzten (in nem kleinen Doppelcontainer-JUZ) etwas nachdenklich geworden.
    Ohne etwas erhöhte oder vom Publikum sonstwie leicht getrennte Bühne ist mir das fast zu riskant (es sind auch Leute auf meine Monitore gefallen und ich hatte auch schon welche, die mir Stative umgepogt haben).
    Hinuz kommt, dass ich als Drummer auch immer der Depp der am meisten schleppen muss bin (PA etc ist auch "mein" Job...), daher hab ich mir jetzt mal testweise ein Traveller-Set gekauft und schaue, was da mit ordentlichen Fellen an Sound rauszuholen ist.
    Wenn das reicht, wird für kleinere Gigs, wo es eng ist und alles schnell gehen muss, das Traveller genommen, sollten wir je "bessere" Locations beschallen dürfen, wird auch das große mal wieder auf die Bühne kommen.

    Wenn es nicht so ist, wie man`s will, muss man es wollen, wie es ist.

  • Die gleiche Frage stellte sich mir auch immer. Ist auch Location abhängig. Aber obwohl das Starclassic gegen alles versichert ist, nehme ich es doch nur selten mit. Ansonsten muss mein altes Rockstar herhalten. Nur Becken und BD FuMa bleiben immer gleich. Snare (+ 1 Ersatz) wird auch nach Lust und Laune mitgenommen.

  • Ein "schlechtes" Set würde ich nicht mit zum Auftritt nehmen. Ich habe dafür immer ein ordentliches Mittelklasse-Set genommen. Wenn die Kiste mikrofoniert wird, kann ich den Preisunterschied zu meinem "höherklssigen" Schlagzeug in einem Festzelt sowieso nicht wirklich raushören. Wichtig ist für mich,
    - dass die Kiste roadtauglich ist, man sich also darauf verlassen kann.
    - dass sie so klingt, dass das Spielen darauf Spaß macht
    - und dass es auf der Bühne gut aussieht.


    Demenstprechend hatte ich mein "gutes" Set zu Hause, mein ordentliches Set im Bandbus und mein erstes Set im Proberaum.


    Ich habe keine Lust, ständig auf mein Liveset aufpassen zu müssen. Ich selbst Sorge schon für ausreichend Macken, wenn dann auch noch die Bandkollegen meine Sachen im Bus verstauen, bleiben über die Jahre Blessuren einfach nicht aus. Bei dem Set, das ich extra dafür nutze, komme ich damit klar. Da ist der Wertverlust einfach geringer (habe es auch schon als Vorführmodell gekauft). Und ein wirklicher Kompromiss ist es eigentlich auch nicht.

  • Mei, wenn ich nen Gig hab, wo nur ich das Set nutze, nehme ich natürlich das Feine ;-) Wenn nicht, mei, ich habe eigentlich schon auch nur gute Sets, sicher auch manche mit Macken, dennoch würde es mich ankotzen, wenn ein Fremder da eine reinhaut... Also wohl is mir selten, wenn ich da einen Mitnutzer gar nicht kenne... Für solche Punk-JUZ-Gigs sollte man vllt. wirklich ne alte Mühle haben, die halbwegs klingt... aber wie gesagt, selbst wenn ich mit nem Export aufkreuze, hab ich keine Lust, da 3-4 Bier drin zu haben im Set...

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Hi Primal_Scream,

    Der Sound vom Yamaha ist natürlich besser, aber ich frage mich, ob das das Laien-Publikum überhaupt heraushört und ob sich das Risiko lohnt, dafür Macken und Kratzer durch Transport etc. einzugehen.

    Die Violinistin nimmt ihre Nobelgeige auch nicht aus dem Koffer, weil das Publikum den Unterschied zur Mittelklasse hört. Sie wählt das beste Instrument, weil sie den Unterschied hört/spürt.

    Andererseits: Es ist ein Schlagzeug, also ein Gebrauchsgegenstand, der dafür gedacht ist, es intensiv zu nutzen.

    Für mich ist das Schlagzeug eben kein Gebrauchs*gegenstand*, sondern ein Instrument. Und genau deshalb nehme ich es, so oft es eben geht, mit auf die Bühne. Dafür habe ich es mir gekauft. Ich möchte auf einem schönen und klanglich feinen Instrument spielen. Bei Gemeinschaftsauftritten schaue ich allerdings noch mal genauer hin und da kann es in Ausnahmefällen sein, dass ich das Zweitset nehme.


    Ich bin schon ziemlich pingelig und ärgere mich über Macken am Set. Aber noch mehr ärgert mich, wenn so ein Instrument nicht zu seiner Bestimmung kommt. Wozu dann soviel Geld ausgeben? Erinnert mich ein bisschen an die Leute, die in Ihrem Mercedes Schonbezüge aufziehen, damit sie dann 10 Jahre später, wenn die Karre schön alt aussieht, neue Bezüge haben. Dann lieber 3 Jahre auf schönem Polster sitzen und danach halt die Schondinger drauf. Enjoy it while it lasts. Das Leben ist zu kurz, um mit der zweiten Wahl auf der Bühne zu stehen.


    Gruß
    Hajo K


    P.S.: Korki hat's gut, der hat gleich drei Sets. :-)

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