Größte Herausforderung am Schlagzeug

  • Da hätte ich mir etwas mehr "Mediation" meiner Schlagzeuglehrer gewünscht.

    Hi coda. :)

    Das ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Gründe, warum ein Lehrer hilfreich ist. Er sollte dir zeigen, wie du die Sachen, die du lernst in der Realität/Musik einsetzen kannst. Wie bist du denn dann darauf gekommen, doch die Rudiments in dein Spielen zu integrieren?

  • Es wird langsam, aber da ich autodidaktisch unterwegs bin und am Schlagzeug auch immer war, kam es mir die ersten paar Jahre unmöglich vor was anderes als Singles zu verwenden wenn ich Musik spielte. Irgendwann schummelten sich gelegentliche vereinzelte Doubles (präferiert mit rechts) rein, damit sich der Ablauf den ich im Kopf hatte noch irgendwie ausgeht.

    Hi :)

    Ich verstehe was du meinst. Nach so einer langen Zeit nur Singles spielen ist es bestimmt schwierig sich wieder auf so eine neue Herangehensweise einzustellen.

    Andererseits kann es ja auch deine Stärke sein, dass du dich mit Singles so Zuhause fühlst. Ich habe schon viel zu oft gesehen, dass Drummer nach 2 Monaten bereits anfangen paradiddles zu lernen. Das ist halt völliger Quatsch. Benny Greb hat mal gesagt, Singles wirklich zu beherrschen ist das Qualitätsmerkmal eines jeden wirklich guten Drummers.

    Es sollte immer im Vordergrund stehen, was du damit überhaupt erreichen willst. Erst das Warum, dann das Wie. :)


  • Ich hatte zwei Schlagzeuglehrer, die mir die abgebildete Schwarte ans Herz gelegt haben und fleißig Übungen ankreuzten. Rudiments rauf und runter. Jeden Tag üben! „Hökste“ Disziplin.


    Ein echter Motivationskiller der im Drummer-Hospitalismus endet.

    Der strenge Herr Stone! Pressrolls sind zB eine schlimme motorische Unart. -)


    Heute nutze ich das Heft zum Nachlesen bestimmter Figuren und zum Staunen, was es da so alles gibt.


    Manchmal ist die Herausforderung, das Empfohlene nicht als den einzig richtigen Weg anzunehmen.

  • Ich hatte zwei Schlagzeuglehrer, die mir die abgebildete Schwarte ans Herz gelegt haben

    Ich habe die Schwarte auch...habe mir die aber freiwillig gekauft...übe aus dem Buch aber auch speziell nur die Dinge, die ich brauche...

    ansonsten eben das Zeug was ich spielen möchte und mir selber ausdenke...solche Bücher sind für mich gute Ratgeber, wenn ich etwas nicht weiß oder etwas nicht genau verstanden habe.

  • Hi :)

    Ich verstehe was du meinst. Nach so einer langen Zeit nur Singles spielen ist es bestimmt schwierig sich wieder auf so eine neue Herangehensweise einzustellen.

    Andererseits kann es ja auch deine Stärke sein, dass du dich mit Singles so Zuhause fühlst. Ich habe schon viel zu oft gesehen, dass Drummer nach 2 Monaten bereits anfangen paradiddles zu lernen. Das ist halt völliger Quatsch. Benny Greb hat mal gesagt, Singles wirklich zu beherrschen ist das Qualitätsmerkmal eines jeden wirklich guten Drummers.

    Es sollte immer im Vordergrund stehen, was du damit überhaupt erreichen willst. Erst das Warum, dann das Wie. :)

    Hi,


    schön zusammengefasst, und du hast auch Recht damit. In der ersten Zeit kam ich ja nicht mal auf die Idee, das ich da sowas wie Rudiments verwenden könnte, da wars mir wichtiger die für den Song das richtige abzuliefern.

    Das nette Buch vom Herrn Stone habe ich auch, ich verwende es gern um das Hirn etwas aufzulockern und die Unabhängigkeit zu stärken. Am Set habe ich das Zeug noch nie eingesetzt.


    lg

  • Ich muss mal eine Lanze für die Schwarte brechen. Dieses dünne Heftchen kann einen 100 Jahre beschäftigten, wenn man es ausreizt. Ich bin gerade am Ende eines 10-wöchigen Stick Control Zoominars (haha, das Wort hab ich soeben selbst kreiert, falls es das noch nicht gibt, ich hab’s jedenfalls noch nie gehört). Davor hab ich die Seite 5 noch nie umgeblättert gehabt und in den letzten 10 Wochen haben wir im Prinzip so ziemlich alles mal durchgemacht, was dieses Buch hergibt. Letzte Stunde haben wir dann eine Variation der ersten 5 Übungen der Seite 5 (=erste Seite) gemacht, mit Akzenten und Füßen dazu. Schon alleine, wenn man die Übungen so abwandelt kann man sich schon Monate mit der ersten Seite beschäftigen und trainiert dabei Präzision und auch Koordination. Und alles ist brauchbar am Schlagzeug. Es ist da nix drinnen, was man nie einsetzen würde. Ich bin begeistert. 8)

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Haha, stimmt.

    Ich habe damit schon viel und intensiv gearbeitet, bin aber auch über Seite 1 nicht hinausgekommen.


    (... muss aber sagen, dass ich eher aus dem "Syncopation"-Lager bin, und das hängt durch den extremen Gebrauch in Fetzen am Notenständer)

  • Interessanter Aspekt: zu frühes Einsteigen mit der Rudiment-Artistik


    Das frühe Einsteigen mit Paradiddles & Co hatte bei mir den zweifelhaften Erfolg, dass ich erst sehr spät in der Lage war Luft zu lassen und dennoch fließend zu spielen. Das ist auch heute wohl noch mein Problem.


    Die jahrelange Stone-Rosskur führte bei mir dazu, dass ich glaubte, nur das Gespielte stützt sich und das unbespielte ist nicht existent.


    Nach meinem Wiedereinstig mit 50 Jahren hatte ich einen Lehrer, der genau die Lücke gesehen hat und mir half zu verstehen, dass wenige Schläge viel ausdrücken können und ein Groove dadurch nicht langweilig werden muss oder gar in sich zusammenbricht.

  • ich verwende es gern um das Hirn etwas aufzulockern und die Unabhängigkeit zu stärken. Am Set habe ich das Zeug noch nie eingesetzt.

    Hirn auflockern, ja so ist das bei mir auch. Ohne Witz, das macht den Kopf frei, weil/wenn man sich mal ne halbe Stunde konzentriert damit beschäftigt. Am Set findet es dann aber auch wenig Einsatz, weil meine Hände just in dem Moment nicht locker genug für Doubles sind. Wenn ich aus einem Rockbeat komme, gehen dann die unbetonten Doubles in einem applizierten Rudiment gerne mal unter. :)

    Ich muss mich daher vor dem Spiel immer "normalisieren", heißt: locker riden, sodass Ping und Wash gleichmäßig sind, daran das HiHat-Spiel ausrichten und Bass/Snare relativ dazu lauter. Wenn ich dazu Zeit bekomme beim Soundcheck, ist es gut. Wenn es aber nur einen Anspieler gibt oder womöglich nur einen Linecheck, dann ist gleich alles zu laut und ich meine Dynamik kollabiert direkt im ersten Song. Dann braucht es verdammt viel Konzentration, da wieder runter zu kommen.


    Schnell bin ich damit sowieso nicht. An guten Tagen bekomme ich Doubles in 16tel-Rate bei 130bpm Viertel halbwegs sauber hin.

    Wenn ich "Jazz spiele" (das ist kein Jazz, ich kann das nicht, aber ich tue so) und die Becken nur streichle, dann geht es schon besser, mal das ein oder andere "Rudiment" einzuwerfen. Das braucht aber immer einige Takte "Prozessorzeit". Ist aber wie mit allem, es geht nur nicht so gut, weil man es nicht so oft macht im Gegensatz zum bekannten "Tschakku-Du". :saint:

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Apropos "Stony"!


    Meines Erachtens nach muß man KONKRETE Zusammenhänge herstellen - ich bin sonst überfordert und winke ab. Weil ich auch keinen Sinn darin erkenne, dieses Notenmeer zu verinnerlichen. Nicht nur den Satz bringen.."mach das, das ist gut für Dich!"


    "Lieber Lehrer, nenn mir bitte einen vernünftigen, plausiblen Grund warum Ich dieses Zeug jetzt in diesem Moment, diesem Stadium meines Lernens üben soll?"


    Lernen ist individuell.

    "Kaffee, schwarz?"

  • Meines Erachtens nach muß man KONKRETE Zusammenhänge herstellen - ich bin sonst überfordert und winke ab. Weil ich auch keinen Sinn darin erkenne, dieses Notenmeer zu verinnerlichen. Nicht nur den Satz bringen.."mach das, das ist gut für Dich!"

    Den letzten Satz sollte ein Lehrer nie für sich alleine stehen lassen.

    Es gibt Dinge die man üben sollte,weil es durchaus etwas ist was man später braucht.Einiges baut auch aufeinander auf.

    Ein Beispiel: Warum ist es wichtig,dass ich beim üben von 8tel oder 16tel Triolen auch die "ganzen" Möglichkeiten der Akzentuierung durchzuarbeiten?

    Irgendwann läuft einem der Shuffle über den Weg oder etwas polyrhythmisches steht an.Da kann man es gut gebrauchen.

    Einiges übt man auch erst einzelnt und später ergibt die Zusammenführung erst den richtigen Sinn.

    Ein guter Lehrer wird genau an diesem Punkt die Zusammenhänge erläutern können und es auch tunlichst tun.Wenn nicht,dann ist das blöd bzw. es wird für den Schüler später schwer mit dem erlernten arbeiten zu können,weil er die Zusammenhänge bei komplexeren Sachen nicht erkennt oder sie nicht spielen kann,weil die Basis fehlt.

    Zu Beginn wirkt einiges langweilig und sinnlos. Damals hat mir mein Lehrer nie gesagt wozu ich das alles lernen soll..zum Glück habe ich es nie in Frage gestellt und brav meine Hausaufgaben gemacht.

    Auch wenn ich erst viele Jahre später den Sinn verstanden habe,kann ich heute darauf aufbauen.

  • Ich muss mal eine Lanze für die Schwarte brechen. Dieses dünne Heftchen kann einen 100 Jahre beschäftigten, wenn man es ausreizt. Ich bin gerade am Ende eines 10-wöchigen Stick Control Zoominars (haha, das Wort hab ich soeben selbst kreiert, falls es das noch nicht gibt, ich hab’s jedenfalls noch nie gehört). Davor hab ich die Seite 5 noch nie umgeblättert gehabt und in den letzten 10 Wochen haben wir im Prinzip so ziemlich alles mal durchgemacht, was dieses Buch hergibt. Letzte Stunde haben wir dann eine Variation der ersten 5 Übungen der Seite 5 (=erste Seite) gemacht, mit Akzenten und Füßen dazu. Schon alleine, wenn man die Übungen so abwandelt kann man sich schon Monate mit der ersten Seite beschäftigen und trainiert dabei Präzision und auch Koordination. Und alles ist brauchbar am Schlagzeug. Es ist da nix drinnen, was man nie einsetzen würde. Ich bin begeistert. 8)



    Beide Kommentare sehr sinnig und gut, aber wie man an den gegensätzlichen Aussagen sehen kann, ist die richtige Balance das Wichtigste!

    Danke nochmal für's "vor die Augen" halten.



    Ich war damals von Grund auf total verkrampft und konnte auch nie frei spielen, auch wenn ich zu der Zeit ja erstmal noch gar keinen Kontakt zu den Rudiments hatte.

    Irgendwann haben wir dann mit Paradiddles (einfache, doppelte und dreifache) angefangen, haben auch Flams und Doppelschläge gemacht...joah... das wars auch schon. Mehr kann ich im Grunde ja auch immer noch nicht, wofür ich mich ja erst etwas geschämt habe, dass ich damals nicht mehr gelernt habe (in 4 Jahren), aber vielleicht war das auch genau der richtige Weg :/


    Interessanter Beitrag/ Diskussion :thumbup:

  • Interessanter Aspekt: zu frühes Einsteigen mit der Rudiment-Artistik


    Das frühe Einsteigen mit Paradiddles & Co hatte bei mir den zweifelhaften Erfolg, dass ich erst sehr spät in der Lage war Luft zu lassen und dennoch fließend zu spielen. Das ist auch heute wohl noch mein Problem.


    Die jahrelange Stone-Rosskur führte bei mir dazu, dass ich glaubte, nur das Gespielte stützt sich und das unbespielte ist nicht existent.

    Bei mir war es eine Agostini-Rosskur, aber das Ergebnis war exakt das gleiche. Ich glaube aber dann - besser spät als nie - auch die Kurve gekriegt zu haben.

    M.

  • Die meisten von uns müssen leider mit anderem ihren Lebensunterhalt verdienen, als mit Trommeln. Daher gebietet es der Zeitfaktor schon, sich aus allem das rauszusuchen, was einem Spaß macht bzw. zielführend ist für die Mucke, die man bedienen will.

    Ich hab es vor ca. 30 Jahren mal für 4-5 Jahre auf die Spitze getrieben, von der Hand in den Mund gelebt und geübt, was das Zeug hält. Auch den Stoni, Ted Reed und ähnliche Kumpane. Bringt einen alles weiter, aber meine Double Bass ist dadurch nicht schneller geworden. Und das, wo ich doch Metaller von Herzen bin...

    Will sagen, dass man Prioritäten setzen muss, und daher ist auch nichts verwerfliches dran, bei solchen Büchern nach ein paar Seiten sie für nicht zielführend beiseite zu legen.


    Deshalb ist für mich die größte Herausforderung, sich bei allen Angeboten an Übematerial das für einen selbst am besten geeignete herauszufischen.


    (konkret arbeite ich mich gerade durch verschiedene Fußtechniken und versuche meine rechte Shuffle-Hand auf die Geschwindigkeit von Pete Townsends "Face the face" zu bringen...)

    Einmal editiert, zuletzt von yenzee ()

  • Moin,


    Ich spiel jetzt seit 8 Jahren Schlagzeug. Das größte Problem das ich je hatte, war, dass ich nicht von durchgängigen Schlägen auf der Hihat oder aufm Ride weggekommen bin…

  • Singles wirklich zu beherrschen ist das Qualitätsmerkmal eines jeden wirklich guten Drummers.

    Den Satz merke ich mir. Könnte mein Wahlspruch sein. Ich benutze zwar auch ein paar Rudiments, aber Singles sind mein wichtigstes Werkzeug.


    Mit 37 Jahren Trommelerfahrung passe ich zwar nicht wirklich in deine Zielgruppe, aber Schwächen habe ich genug :-D

    Nr.1 Herausforderung: Geschwindigkeit. Was sich wiederum auf technische Mängel zurückführen lässt, also: Technik.

    Nr.2 Herausforderung: Bewegungsabläufe in hohem Tempo denken. Also, z.B. ein Paradiddle ist für mich in langsamem Tempo spielbar, in höherem Tempo hakt es irgendwie, obwohl es technisch noch funktionieren müsste. In Singles kann ich manches noch, in anderen Handsätzen nicht unbedingt.


    P.S.: Mit den meisten Schlagzeug-Büchern kann ich sehr wenig anfangen, weil nur Noten drin sind. Das hilft mir nicht, ich brauche Erklärungen und Hörbeispiele.

  • Mit den meisten Schlagzeug-Büchern kann ich sehr wenig anfangen, weil nur Noten drin sind. Das hilft mir nicht, ich brauche Erklärungen und Hörbeispiele.

    Dann wäre es doch eine Herausforderung, sich mit Notenlesen zu befassen. ;) So schwer ist das nicht und ich denke, dass das auch beim "Denken in hohem Tempo" hilft, das du angesprochen hast.

    Nicht falsch verstehen. Ich habe ständig mit "alten" Musikern zu tun (weiß nicht, wie alt du bist mit 37 Jahren Trommelerfahrung :S ), die behaupten, sie können keine Noten lesen und Zählen finden sie doof. Und lernen würden sie das in ihrem Leben sowieso nicht mehr. Das Problem ist, dass es immer dann helfen würde, wenn man eigentlich keine Zeit dazu hat. Aber jetzt wäre doch Zeit. Keine Proben und keine Auftritte!

    Four on the floor sind zwei zu viel.
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    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

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    >> Mein Vorstellungsthread

  • Obwohl ich nicht zur gefragten Zielgruppe gehöre (und daher auch die Fragen nicht beantworte), mische ich mich trotzdem kurz ein ...


    Interessanter Aspekt: zu frühes Einsteigen mit der Rudiment-Artistik


    Das frühe Einsteigen mit Paradiddles & Co hatte bei mir den zweifelhaften Erfolg, dass ich erst sehr spät in der Lage war Luft zu lassen und dennoch fließend zu spielen. Das ist auch heute wohl noch mein Problem.

    Sehr interessanter Aspekt! Ich halte einige "Dogmen" nämlich auch für fragwürdig und sehe mich nun insofern bestätigt, dass ich nach insgesamt ca. 17 Jahren Spielpraxis (erste Spielerfahrung mit 7-10) auf mittlerweile "professionellem" Niveau (so sagt man zumindest ...) mich erst seit Ende letzten Jahres ab und zu mit allen Rudiments beschäftigt habe.


    Zwei Dinge fand ich dabei besonders interessant:


    So "schlimm", wie ich immer dachte, sind die gar nicht und nach ein bisschen Üben konnte ich alle problemlos in höheren Tempi sauber runter spielen. Für mich sind die jetzt vor allem zum Aufwärmen und Trainieren des linken Arms hilfreich bzw. um auch mal abseits des Drumsets zumindest die Arme und Hände im Spieltraining zu halten.


    Noch interessanter finde ich dabei allerdings, dass ich die komplizierteren Rudiments bis dahin nicht gebraucht habe, um mich am Drumset auszudrücken. Aber nicht nur das: Nach meiner Auffassung hört man das in der populären, z.T. auch spielerisch anspruchsvolleren Musik kaum. Hier und da mal etwas dergleichen einzubauen werde ich sicher noch machen, aber das wird wenn dann Nebenschauplatz bleiben.



    Mit den meisten Schlagzeug-Büchern kann ich sehr wenig anfangen, weil nur Noten drin sind. Das hilft mir nicht, ich brauche Erklärungen und Hörbeispiele.

    Dann wäre es doch eine Herausforderung, sich mit Notenlesen zu befassen. ;) So schwer ist das nicht und ich denke, dass das auch beim "Denken in hohem Tempo" hilft, das du angesprochen hast.

    Nicht falsch verstehen. Ich habe ständig mit "alten" Musikern zu tun (weiß nicht, wie alt du bist mit 37 Jahren Trommelerfahrung :S ), die behaupten, sie können keine Noten lesen und Zählen finden sie doof. Und lernen würden sie das in ihrem Leben sowieso nicht mehr. Das Problem ist, dass es immer dann helfen würde, wenn man eigentlich keine Zeit dazu hat. Aber jetzt wäre doch Zeit. Keine Proben und keine Auftritte!

    Da musste ich jetzt ein wenig schmunzeln ...


    Das hat m.E. nichts mit dem Alter zu tun und auch nicht unbedingt mit dem spielerischen Level oder gar damit, ob man damit seine Brötchen verdient. Ich brauch dabei nur an den Gitarristen zu denken, für den ich gerade "arbeite".


    Außerdem lässt es sich nicht pauschalisieren - z.B. bzgl. Timing: Der innere Puls kann durchaus stark genug sein, um frei, flüssig und banddienlich spielen zu können - aber das laut Zählen geht dann trotzdem nicht dabei. Tut das in der Praxis aber letztendlich wirklich was zur Sache? Nein. Zumindest, wenn man anderen nicht beibringen will, wie es denn nun "richtig" gemacht wird.


    Mit dem Notenlesen m.E. ähnlich:

    Schlagzeug-Noten zu lesen ist an sich nicht schwierig. Aber direkt vom Blatt zu spielen schon. Und hier stellt sich mir die nächste Grundsatzfrage: Wo ist vom Blatt spielen wirklich sinnvoll, wenn man nicht gerade auf Weltklasse-Niveau spielt? Gute Performances abzuliefern, wirklich bei der Sache bzw. der Musik und den Mitmusikern zu sein, macht vom Blatt spielen nur viel schwieriger. Letztendlich hat das keinen Mehrwert ... höchstens für einen selbst: "Seht her, ich kann das und das simultan auf diesem oder jenen Niveau".


    Mal von den klassischen Szenarien abgesehen, geht es doch letztendlich vor allem darum, sich selbst über sein Instrument auszudrücken. Wie man dahin kommt, steht auf einem anderen Blatt - aber fakt ist meines Erachtens jedenfalls, dass man nur mit intrinsischer Motivation und Spielfreude da hin kommt. Ist zu viel "Pflicht" und "Schema F" dabei, rückt der künstlerische Aspekt nur in weitere Ferne, statt näher zu rücken.

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