Was ist bei Sonor los

  • Na okay... dann nehme ich meine Kritk zurück.

    Grundsätzlich stimme ich dir zu, nur ist genau das in modernen arbeitsteiligen Produktionsketten ziemlich verbreitet und daher eher nicht provinziell, sondern geradezu international.

    Vom Denken her ist es zutiefst provinziell. Pardon. Wir reden alle von Nachhaltigkeit, Ressourcen schonen, alle machen sie einen auf "Ich bin so ökologisch und verantwortungsvoll" und dann kommen solche Firmen damit, wegen Kinkerlitzchen ganze Komponenten auszutauschen, weil sie damit nämlich mehr verdienen und dann wollen die das noch verkaufen als was "positives". Nee, sorry, da gehe ich einfach nicht mit und sowas strafe ich auch ab, soweit wie möglich.

    Auch ich finde dieses Handeln nicht gut, ich kann nur nicht erkennen, warum es provinziell sein soll.

  • Weil es Kirchturmdenken ist, Nabelschau. Blick über den Tellerrand? In die Zukunft? Zusammenhänge erkennen und logische Folgewirkungen einplanen? Fehlanzeige. Da wird blind am Ast gesägt, auf dem man sitzt. Ist eine umfangreiche, komplexe Kiste (Könnte hier jetzt ein Buch schreiben...), aber ich versuche mal, knapp, pointiert, etwas dazu zu schreiben:


    Langfristig wird sich die Wirtschaft dahingehen umstellen müssen, mehr auf Reparaturfähigkeit/Austausch von Komponenten im Kleinen zu setzen, weil auch das Recycling auf ein Minimum reduziert werden muss mit Blick auf Ressourcen (Metalle, Öl, Wasser,...) und Energie - denn nachweislich wird nur ein Bruchteil dessen recycelt, was auf den Markt geschwemmt wird bei zugleich abnehmender Verfügbarkteit von Ressource aller Art. Jede Komponente, die größer ist als das, was reell ausgetauscht werden muss, ist de facto - stand jetzt - zu einem beträchtlichen Prozentsatz automatisch Restmüll und damit raus aus dem Wirtschaftskreislauf. Das kommt nicht zurück und verstärkt somit die Rohstoffknappheit (Und das betrifft auch den Instrumentensektor!). Angesichts also unabwendbar steigender Energiepreise und Rohstoffpreise muss ein Unternehmen ergo langfristig höchsteffizient die Ressourcen einsetzen, wenn es langfristig am Markt (=Profitabel) bleiben will, der auf Wachstum ausgerichtet ist (und das ist unser Wirtschaftssystem) und zugleich angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen zunehmend stärker umkämpft wird. Mehr Leute wollen/bauchen ein Stück der Torte. Das fürht unweigerlich zu Verteilungskämpfen

    . Darüber hinaus wird es aus volkswirtscahftlicher und arbeitsökonomischer Betrachtungsweise notwendig sein, mehr Menschen in den Bereichen von Service, Reparatur/nachhaltiger Nutzung von Komponenten einzubinden, wenn der Arbeitsmarkt und damit auch das Sozialsystem nicht langfristig zusammenbrechen sollen aufgrund des fortschreitenden Einsatzes von KI in vielen Arbeitsbereichen. Die Menschen die durch die KI ihre beruflichen Existenzen verlieren, brauchen andere Anlaufhäfen. Finden sie diese beruflichen Anlaufhäfen nicht, weil ihnen diese nicht geschaffen werden, bricht das Sozialsystem zusammen und in dessen Folge auch die komplette Stabilität des Wirtschaftssystem und des Staates. Es gibt zahlreiche Fachbeiträge/Abhandlungen/Studien inzwischen, die auf die enormen Gefahren für Volkswirtschaften durch dieses Provinzdenken (Ach, tauschen wir alles aus und fertig. Haben wir immer so gemacht) hinweisen, das seit dem 19. Jahrhundert die Wirtschaftskreisläufe im wesentlichen Bestimmt hat. Zudem findet in einer zunehmen umkämpften Wirtschaftslandschaft der Kampf um "treue Kunden", die das Überleben eines Unternehmens langfristig sichern, künftig noch stärker statt in Form von "Emotionaler Bindung" und dazu gehört auch Vertrauen in ein Unternehmen, in seinen Service. Stimmt der Service nicht, wird das Vertrauen erschüttert und der Kunde wandert ab. Kunden, die man verloren hat, kommen nicht zurück (Wer ein Drumset der Marke XY kauft und nicht gleich begeistert (emotional angetriggert) ist, und dann vielleicht noch pampig beim Kundenservice abgebügelt wird, der kauft sich definitiv NIE wieder ein Set dieser Marke - und er wird auch NIE als positiver Replikator für Marke XY in Erscheinung treten - ganz im Gegenteil!). Manche haben dies erkannt, weshalb sie massiv in Transparenzkampagnen investieren, einen großen PR- und Service-Stab aufbauen und auch massiv über Social Media und andere Kanäle Kunden an sich zu binden und in Kontakt zu bleiben versuchen. Andere Firmen haben das nicht verstanden - und krebsen herum oder verschwinden komplett vom Markt.


    Mehr schreibe ich dazu jetzt lieber nicht, weil das einfach zu weit ins Detail geht. Ich langweile vermutlich eh schon mit dem obigen...

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Aus einer Mail vom 23.3.22:



    Sehr geehrte Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner,

    wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass es am Abend des Dienstag, 22.03.2022 zu einem Schwelbrand in einem abgetrennten Bereich unseres Produktionsgebäudes gekommen ist.

    Zu allererst sind wir froh darüber, dass keine Personen verletzt worden sind. Durch das schnelle und effektive Eingreifen der Feuerwehr konnte der Schwelbrand sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden.

    Die haupsächlich betroffene Abteilung ist unser Lager für halbfertige Waren. Derzeit bewerten wir die Auswirkungen von Ruß und Rauch auf die eingelagerten Materialien.

    Sobald wir weitere Informationen vorliegen, werden wir Sie natürlich darüber informieren.

    Mit freundlichen Grüßen aus Aue

    Olrik Mrowka
    Sales Administration Manager
    o.mrowka@sonor.de
    Christian Figgen
    Sales Administration Manager
    c.figgen@sonor.de

  • Derzeit bewerten wir die Auswirkungen von Ruß und Rauch auf die eingelagerten Materialien.

    Ich würde mich für ein 10er Vintage Tom interessieren, gerne auch mit Ruß. :saint: "Carbon Red Oyster". :)

    Nein, das ist natürlich nicht schön...

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15"+16" HiHat; 18", 19", 20", 21", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 18" PSTX Medium Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash, 8" Alpha Splash, 18" 602ME China

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Guten Nachmittag,


    Enttäuschung für die Schnäppchenjäger, Krähen und Aasgeier:

    Rückstände aus solchen Bränden sind nicht verkehrsfähig.

    Entweder man reinigt das kostenintensiv oder wirft betroffene Teile weg und zwar auf den Sondermüll.


    Neben dem Schaden der Teile, die jetzt also entsorgt werden müssen, stellt sich die Frage, ob die Maschine irgendwann wieder eingesetzt werden kann. Wofür sie nötig ist, ergibt sich aus der Berichterstattung nicht. Daher ist es spekulativ, vorhersagen zu wollen, welche Auswirkungen das haben könnte.

    In der aktuellen Zeit, wo ja sowieso schon die Musikinstrumentewirtschaft nicht gerade Hochkonjunktur hat, dann Corona und Krieg, jetzt noch eins drauf, das ist alles überhaupt nicht schön.


    Ich hoffe, die Guten halten durch.


    Grüße

    Jürgen

    Mein Kinderglockenspiel wird nächste Woche bei der Probe ertönen. Made in Aue.

  • ...naja, als ich die Mail von Sonor gelesen habe, war das - sonst uninformiert und sicher etwas impulsiv - auch mein erster Gedanke. Schwelbrände haben recht häufig was mit Kippen im Papierkorb zu tun. Ich hab selbst lang genug in Werkstätten gearbeitet, um mir dazu die mutmaßlichen Verursacher für solch ein Szenario auch bildlich im Akte vorstellen zu können. Ich hoffe nicht, dass das die Ursache war, denn in deren Haut möchte ich nun lieber nicht stecken. Egal wie: Ehrenwerte Sonoren, wir lieben euch und wünschen uns und euch, dass ihr jetzt keine zu großen Probleme zu bewältigen habt! Wir wünschen uns vermutlich eh alle, dass ihr uns weiterhin mit ganz beglückendem Material versorgen könnt und das baldigst auch wieder tut!

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