HUTKASSE - JA - NEIN - ODER?

  • Bei recht unbekannen Bands, die selbst keine Leute ziehen, bieten einige die Möglichkeit, an einem Tag im Monat
    umsonst zu spielen.
    Da ist dann nur Essen und Trinken frei und der Hut geht rum. Das finde ich fair.

    So war das bei uns früher (90er Jahre und darüber hinaus) grundsätzlich.

    Im Laufe der Zeit hatte man dann deutlich gemerkt, wie jedes Mal weniger Geld pro Kopf im Hut war.

    Scheint ein Trend zu sein.

    :(

  • Besonders in Östereich ist auch das nicht möglich. Da zahlen die Bands an die Kneipe einen Kostenbeitrag.
    Bekommen keine Gage, keine Umsatzbeteiligung, dürfen dann aber mit dem Hut rumgehen.

    In Wien zumindest… der Kostenbeitrag ist meist „nur“ für den Tontechniker, da zahlt man da so zwischen 100 und 200€ im Schnitt.

    Es gibt aber auch ein bekanntes Auftritts-Lokal, wo es folgende Regel gibt:

    Bringt, wenn ihr Freitag oder Samstag spielt, mindestens 80 Leute Publikum, wenn ihr das nicht erreicht, müsst ihr 500€ Saalmiete zahlen; ist euer Auftritt an einem anderen Wochentag (Sonntag-Donnerstag), müsst ihr nur mind. 40 Leute bringen, andernfalls ist die Saalmiete 350€. Das steht dann genau so im Vertrag. War zumindest 2022 noch so. Aja, und obendrein 50€ Kosten für backline und nochmal 100€ für den Tontechniker (für 1 Band, 10€ zusätzlich für jede weitere Band, aber mehr als 3 Bands dürfen eh nicht am selben Abend). Entfällt der Auftritt, ist eine Konventionalstrafe von 600€ zu bezahlen (ausgenommen Naturkatastrophe o.ä.). Zu covidzeiten kamen nochmal 60€ hinzu für die Kontrolle am Eingang („3G“… genesen, geimpft… wer sich noch erinnert) 🙈 ob man Eintritt verlangt oder auf Hut spielt, ist der Band überlassen (und muss sich die Band natürlich auch selbst drum kümmern).


    So, und jetzt beschwert euch nochmal über die Zustände in DE 😝


    Ok, es gibt auch nettere Locations in Wien, wo man nur 30€ für backline zahlt und sonst nix, und noch 3 Getränke pro Musiker bekommt. Bei einer Location gab’s sogar Gage (wenn man mehr als 100 Leute bringt) UND Hut, und einen backstage Bereich mit ganz viel gratis Bier, da kam man sich schon vor wie Superstars 😅

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Bringt, wenn ihr Freitag oder Samstag spielt, mindestens 80 Leute Publikum, wenn ihr das nicht erreicht, müsst ihr 500€ Saalmiete zahlen; ist euer Auftritt an einem anderen Wochentag (Sonntag-Donnerstag), müsst ihr nur mind. 40 Leute bringen, andernfalls ist die Saalmiete 350€. Das steht dann genau so im Vertrag. War zumindest 2022 noch so. Aja, und obendrein 50€ Kosten für backline und nochmal 100€ für den Tontechniker (für 1 Band, 10€ zusätzlich für jede weitere Band, aber mehr als 3 Bands dürfen eh nicht am selben Abend). Entfällt der Auftritt, ist eine Konventionalstrafe von 600€ zu bezahlen (ausgenommen Naturkatastrophe o.ä.). Zu covidzeiten kamen nochmal 60€ hinzu für die Kontrolle am Eingang („3G“… genesen, geimpft… wer sich noch erinnert) 🙈 ob man Eintritt verlangt oder auf Hut spielt, ist der Band überlassen (und muss sich die Band natürlich auch selbst drum kümmern).

    Bevor ich mich auf so eine Scheiße einlasse, spiele ich lieber gar nicht.
    Man muss sich nicht auf Biegen und Brechen aufdrängen.

    Das ist fein beobachtet!

  • Scheint ein Thema mit vielen Facetten zu sein. Es kommt eben immer drauf an.


    Ich habe mit einer kleinen Akustik-Combo hin und wieder bei einer regelmäßigen Veranstaltung mit bis zu 10 wechselnden Acts am Abend gespielt. Ein Hut machte die Runde und es hieß von der Moderation, dass der später "unter allen Musikern" aufgeteilt wird - finde den Fehler.

    Am Ende haben die ein oder zwei Acts mit langer Anreise ihre Aufwandsentschädigung bekommen, der Rest nix. Kann man so machen, ist dann aber kagge und sorgt für allgemeinen Unmut.


    Mit der Coverband spielen wir bei gutem Wetter einen Hut-Gig an einem größeren Weinstand - zum Warmwerden vor dem eigentlichen Saisonstart. Das ist immer sehr entspannt für Band, Leutz und Veranstalter, weil der Gig keinen Dienstleistungscharakter hat.

    Den Rest der Saison gibt's uns nur mit Festgage. Ausnahme: Ein traditioneller Kneipengig. Wir diskutieren jährlich mit dem Wirt: Er will Eintritt nehmen, weil das bei ihm üblich ist, wir wollen das nicht, weil uns viele Leute bei den Festen in der Gegend sowieso ohne Eintritt sehen können. Der letzte Modus Operandi war Hut und Mindestgage. Soll heißen, wenn der Hut, den seine Leute sammeln, die Mindestgage nicht erreicht, füllt der Wirt auf.


    Ob der Zuschauer den "Hut" als Spende, Aufwandsentschädigung, milde Gabe, Frechheit oder Eintrittsersatz interpretiert, ist mir erstmal Wumpe. Ich bin wie andere auch im Team Wertschätzung. Was wir machen, darf nicht kostenlos oder sogar Pay2Play sein. Das muss in die Köpfe.


    Für Druffnix: ;)

    Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Text das generische Maskulinum verwendet. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

    Lärmfähig

  • Das Wort "Hutkasse" impliziert ja schon, dass es statt ner Kasse einen Hut gibt, in dem auf jeden Fall etwas reingelegt werden soll. Auf Hut spielen bedeutet ja hingegen, dass da was reingelegt werden darf, aber es diesbezüglich keinen Zwang gibt.


    700 Euro bei 100 Zuhörern für ne Big Band mit 19 Mitgliedern finde ich ehrlich gesagt nicht so dolle, wenn die Ansage gemacht wurde vorher bzgl. "Hutkasse".


    Ich habe schon oft auf Hut gespielt und wenn da hinterher nicht so viel drinnen war, dann hat das schon auch an uns gelegen.


    Für nen Gig bezahlen oder unter den Bedingungen spielen, wie von danyvet beschrieben? Ne, dann lasse ich das lieber und das sehr gerne.


    LG Ralf

  • ich hatte nicht den Eindruck, daß im Eingangspost eine Location beschrieben wurde, die auf Gewinn arbeitet.

    Das ist ein Wohnprojekt, das seinen Bewohnern etwas Abwechslung/Erbauung/... bieten will.


    Da wirken die "Veranstalter" wohl auch ehrenamtlich, bzw. in ihrer Arbeitszeit.



    Ich habe nie für umme gespielt, auch nicht auf Hut, ich hatte was zu bieten und bekam dafür Geld.Punkt!

    ..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

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