Vorband ohne Gage bei Topseller?

  • Bei mir ebenso: Hängt von einigen Faktoren (Erreichbarkeit Zielgruppe, Fuß in der Tür beim Veranstalter, Logistik zum Spielort) ab .

    Aber Tendenz zu ja, da ich mit meiner Band sicher nicht vor so vielen Leuten spielen werde UND nicht auf die Kohle angewiesen bin.

    Es gibt so viel gute Musik auf der Welt.. ..da muss ich doch nicht Musik hören, die "gar nicht so schlecht" ist. - Hennes M. aus C


    Ich

  • Ich habe das schon gehabt und bereue es nicht. Hat zwar auch nicht den großen Durchbruch gebracht ;) dafür aber viel Spaß und Freude. Das steht für mich ohnehin im Vordergrund, da ich damit nicht meinen Lebensunterhalt verdienen muss.

    Ich glaube mit großem Plus bin ich noch nie aus einem Engagement rausgegangen, wenn man wirklich ehrlich ist mit allen (Fahrt-)kosten etc. Selbst bei Covergigs nicht. Da gab es mal einen Umschlag mit 100-200€ und zieh davon dann mal alles ab…

  • Was Chuck sagt.

    Been there, done that, wenn auch in etwas kleiner.

    Der Sound in der Location war eine Katastrophe (ohne IEM), das Schlagzeug furchtbar zu spielen, weil sehr individuell und für Kleinstlebewesen aufgebaut, der Rest der Band stand sich auf den Füßen und der Hauptact war ein kleines bisschen sehr arrogant.

    Keine Gage, aber den Großteil der Getränkebestände des Hauptacts. ;)

    Wir denken immer noch sehr gerne daran zurück. Das Erlebnis zählt.


    Edith fragt, ob ich es in dieser Konstellation nochmal machen würde. Nope, nicht mit diesen Schnöseln und in dieser Location! Einmal reicht.

    Lärmfähig

  • Ich würde immer vor 4000 Leuten meine eigene Musik präsentieren wollen.

    Nur nochmal zur Einordnung meiner Gedanken. Die Stadthalle in Offenbach hat eine Kapazität von 4000 Menschen. Ich habe da schon viele tolle Konzerte erlebt und konnte anschließend mit dem Stadtbus in 10 Minuten heimfahren und ganz früher sogar in 5 Minuten heimlaufen (z. B. 1985, U2 Unforgettable Fire Tour). 4000 Leutchen sind also durchaus ne Hausnummer für nen Top-Act, oder Fast-Top-Act.


    Obba-Geschichten:


    Mit meiner damaligen Band durfte ich 1988 Vor-, vor-, vorband von Gianna Nannini in der Festhalle Frankfurt sein und wir haben in den 20 Minuten nur hochgehaltene Tickets gesehen, aber hey, Catering war doll und Curt Cress hat mit mir gebabbelt. Ja, die Erinnerungen und die Erlebnisse sind es...nicht die Kohle oder sonstwas. Inzwischen sind zwei von fünf der damaligen Band gestorben und ich bin froh, dass wir das seinerzeit erlebt haben.


    Aber heute wollte ich zumindest auch keine 400 km für so was fahren wollen und auf Arschgeigen habe ich auch keine Lust. Zumindest heute nicht mehr, aber ansonsten immer.


    LG Ralf


    Edith: Oh Mann, ich war damals 18 Jahre alt. Mimimimimimimimimimi.....

  • Alles schon gesagt. Ich finde es spannend, dass die Bereitschaft das im vorliegenden Fall zu machen gerade bei denen am höchsten ist, die auch sonst (ziemlich) professionell unterwegs sind - obwohl es natürlich "drauf an kommt".

    Wir haben in der Band auch teilweise die "no f* way" Einstellung. Aber man muss einfach schauen, wie sich das für einen kurz- wie langfristig lohnt. Mache ich das Ganze trotz Profi-Attüden am Ende doch irgendwie auch, weil es mir verdammt noch mal Spaß macht, oder nur, damit ich irgendwie durchs Leben komm?

    Von daher hab ich die "Chance mitnehmen" angekreuzt, wenn auch mit großem Fragezeichen.

    4000 Leute sind relativ gesehen tatsächlich nicht sooo viel. Es kann auch sein, dass es sich um eine Vorglühparty im Festzelt mittags um 15 Uhr handelt, wo das Publikum hauptsächlich Augen für die Maß und Handykamera hat. Die wissen am Abend schon nicht mehr, wer da was gespielt hat.

    Four on the floor sind zwei zu viel.

    SONOR Vintage Series: 20", 22" BD; 14" Snare-Drum; 10", 12", 13" TT; 14", 16" FT

    PAISTE 2002, 2002 Big Beat, 602 ME, PstX

    Gigs: 23.01.26 Markthalle Freiburg, 21.03.26 Heimathafen Lörrach, 09.05.26 KiK Offenburg, 19.06.26 Haferkasten Kenzingen, 05. & 27.06.26 Wilder Michel Furtwangen, 19.09.26 Mehlsack Emmendingen, 21.11.26 Bierakademie VS, 28.11.26 Heimathafen Lörrach, 06.03.27 Durbacher Hof Offenburg mit >> Blackwood Mary

    >> Mein Vorstellungsthread

  • Da gibts doch eigentlich nix zu diskutieren - so etwas ist eine riesen Chance, man darf vor einem Publikum spielen, das man sonst vielleicht nie erreicht hätte - die Bekanntheit steigt und es ergeben sich neue Möglichkeiten. Wer da noch meint, auf eine Gage bestehen zu müssen, hat etwas Grundlegendes überhaupt nicht verstanden.

    If you think, you are too old to Rock'n'Roll - then you are! Lemmy

  • frei nach der Franck-Band aus Kölln im letzten Jahrtausend:

    "Geld, wieso Geld, wieso das

    ich denk Musik macht Spaß....

    That's Jazz"

    Musik machen war/ist häufig dank des Konkurrenzangebots vieler, die es für lau machen weil ihnen die rosigen Zukunftschancen versprochen werden, nach wie vor unterbezahlt.

    Dashalb bin ich eher zurückhaltend sowas zu unterstützen, auch wenn ich in 10 Jahren meinen möglichen Enkeln gerne was vom vorm Kriech erzählen möchte.


    zu den Zahlen:

    ein richtiger Act mit 4000 Leuten hat durchschnittliche Eintrittspreise von geschätzt 40-75€, sagen wir also 50€... pro Person

    macht 4000 x 50€ = 200k€ alleine an Eintritt ohne überteuerten Getränkeverkauf vor Ort...

    Davon sollten doch irgendwie Sprit/Anfahrt/Verpflegung/Anerkennungsbonus drin sein, ohne dass einer der Geldverteiler danach am Hungertuch leidet?

  • Da gibts doch eigentlich nix zu diskutieren - so etwas ist eine riesen Chance, man darf vor einem Publikum spielen, das man sonst vielleicht nie erreicht hätte - die Bekanntheit steigt und es ergeben sich neue Möglichkeiten. Wer da noch meint, auf eine Gage bestehen zu müssen, hat etwas Grundlegendes überhaupt nicht verstanden.

    Naja, so argumentiert jeder Barbetreiber beim Hütchenspiel. :P So pauschal kann man das nicht sagen. Aber "bekannt aus Funk und Fernsehen" und "4000 Leute" klingt mindestens nach ner Gaudi. Ich hab das schon vor den derzeit im süddeutschen/alpenländischen Topsellern Fäaschtbänkler, Troglauer und Stubetä Gäng gemacht. Es gab zwar jedesmal eine angemessene Gage, aber Spaß und Erfahrung hat es definitiv gebracht. Für die Vita der Band war es super, wenn ich auch nicht mehr dabei sind. Mittlerweile werden sie als Mainact gebucht und haben neben Reisekosten auch noch was für die Kasse übrig.

    Four on the floor sind zwei zu viel.

    SONOR Vintage Series: 20", 22" BD; 14" Snare-Drum; 10", 12", 13" TT; 14", 16" FT

    PAISTE 2002, 2002 Big Beat, 602 ME, PstX

    Gigs: 23.01.26 Markthalle Freiburg, 21.03.26 Heimathafen Lörrach, 09.05.26 KiK Offenburg, 19.06.26 Haferkasten Kenzingen, 05. & 27.06.26 Wilder Michel Furtwangen, 19.09.26 Mehlsack Emmendingen, 21.11.26 Bierakademie VS, 28.11.26 Heimathafen Lörrach, 06.03.27 Durbacher Hof Offenburg mit >> Blackwood Mary

    >> Mein Vorstellungsthread

  • 4000 Leute sind relativ gesehen tatsächlich nicht sooo viel.

    Als ich das erste (und einzige) Mal in der Stadthalle Offenbach auf der Bühne stand, war ich ziemlich beeindruckt, nach wie vielen Leuten sich das angefühlt hat. Ist was anderes als Open Air oder Festzelt, wo das Auditorium nie völlig dunkel ist wie in Hallen.

    die Bekanntheit steigt und es ergeben sich neue Möglichkeiten (...) Wer da noch meint, auf eine Gage bestehen zu müssen, hat etwas Grundlegendes überhaupt nicht verstanden

    Sorry, für mich hat das was von typischen Filmkomparsen, die darauf hoffen, auf dem Weg entdeckt zu werden. Und da weiß ich sicher, wie es läuft. Für Komparsen interessiert sich am Set kein Mensch, die stören eigentlich nur, aber man braucht sie halt fürs Bild.


    Ich fürchte, bei lokalen Vorbands könnte es ähnlich gelagert sein. Man braucht sie irgendwie, um dem Main Act die Bühne zu bereiten, aber sie sollen ihm nicht die Show stehlen, und das alles darf natürlich nichts kosten. Als fester Support Act auf der gesamten Tour sieht das anders aus, aber dem "Local Lückenfüller" gebe ich eher geringe Chancen. Auf wessen Seite die Verständnisprobleme liegen, ist imho nicht so eindeutig zu beantworten 😉

  • Musik machen war/ist häufig dank des Konkurrenzangebots vieler, die es für lau machen weil ihnen die rosigen Zukunftschancen versprochen werden, nach wie vor unterbezahlt.


    oder überbezahlt. Das Angebot regelt die Nachfrage. Wenn man nach einem finanziellen Auskommen im Leben sucht, gibt es Im Prinzip nichts dümmeres als sich in einem Bereich zu professionalisieren, in dem sich Millionen von Konkurrenten tummeln, die den Job gern umsonst machen. Und das schon immer,


    Musiker, die es aus nur Leidenschaft machen und die nicht irgendwann auf die Schnapsidee gekommen sind, das Hobby zum Beruf zu machen, sind nicht dafür verantwortlich, dass Berufsmusiker fast immer am Existenzminium rumkraxeln, sofern sie nicht dabei irgendwann berühmt geworden sind.


    Herausragende Musiker gibt es viele, dazu braucht es kein Diplom. Das ist kein Privileg von Berufsmusikern. Und dieses Framing "weil ihnen die rosigen Zukunftschancen versprochen werden" ist doch quatsch. Sorry. Soviel Leichtgläubigkeit findest du vielleicht bei Schülerbands, die naiv von einer Rockstarkarriere träumen...


    Man macht es für lau, weil man als Musiker seine Musik normalerweise auch vor Publikum präsentieren möchte und warum auch nicht, wenn Profis das oft nicht besser können als man selbst. Die Ureigenschaft von Musik ist, dass sie eine Leidenschaft erzeugt, die niemand kontrollieren kann. Und nur weil einer da von leben möchte, leitet sich daraus kein moralischer Anspruch ab, anderen den Zugang zum Publikum einzuschränken.


    Den Rest, also z. B. Amateurbands anzubieten für lau als Vorgruppe eines Topacts zu spielen, regelt allein der Kapitalismus im Musikgeschäft, für den sich jeder Profi irgendwann mal frei entschieden hat.


    Wir spielen umsonst oder gegen Gage. Was man uns so anbietet

  • warum auch nicht, wenn Profis das oft nicht besser können als man selbst.

    Oha, dann hatte ich wohl das Pech, immer ausgerechnet die wenigen schlechten Hobbybands erwischt zu haben 😉

    Natürlich gibt es Amateure, die ähnlich professionell drangehen wie Profis. Und es gibt erstaunlich unprofessionelle Berufsmusiker.


    Aber ohne Profimusiker mit fairer Bezahlung gäbe es vieles nicht, was wir tagtäglich an Kultur konsumieren. Berufsmusiker machen nämlich nicht nur Rock und Metal wie so mancher Hobbyist, sondern sorgen durch ihre Skills für Opern-, Theater- und Musicalgenuss, spielen Soundtracks ein, begleiten die Stars auf Tourneen und bilden unsere Kinder aus. Dir fällt sicher noch mehr ein.


    Du hast natürlich Recht, niemand wird gezwungen, von der Musik zu leben. Aber wenn ein Großteil aller Musiker kapieren würde, dass von einer "Veranstaltung mit Gewinnerzielungsabsicht" auch die Musiker nen Teil vom Kuchen abbekommen müssen, hätten die Profis ein besseres Leben.


    Analog könnte man der Brauerei XY ja mal vorschlagen, ihr Bier bei Rock Im Park gratis anzubieten, weil damit ihre Bekanntheit zunimmt. Begründung z.B. "Das Bier habt ihr doch eh schon gebraut, und ihr zahlt keine Standgebühren, ist ne riesen Chance!"

    Ach ja, ich hab schon leckeres Bier von Hobbybrauern probiert, die können's durchaus auch 😉

  • warum auch nicht, wenn Profis das oft nicht besser können als man selbst.



    Analog könnte man der Brauerei XY ja mal vorschlagen, ihr Bier bei Rock Im Park gratis anzubieten, weil damit ihre Bekanntheit zunimmt. Begründung z.B. "Das Bier habt ihr doch eh schon gebraut, und ihr zahlt keine Standgebühren, ist ne riesen Chance!"

    Ach ja, ich hab schon leckeres Bier von Hobbybrauern probiert, die können's durchaus auch 😉

    Da irrst Du Dich! Aus einer glaubwürdigen Quelle weiss ich, dass Festivals für Brauereien Nullnummern sind, gerade wenn das Wetter nicht mitspielt. Ist reines Marketing, an einem Festival dabei zu sein.


    Hier habt vergessen warum man für Lau spielt!

    TROMMELN, TROMMELN, TROMMELN! frei nach the Animal

  • Wenn ihr jetzt in der Stadt selbst 1000 Leute zieht, die einen Ticketpreis auf dem gleichen Level bezahlen, würde ich es nicht umsonst machen. Also wenn eure Bekanntheit einen signifikanten Ausschlag dafür hat, dass die 4000 Besucher kommen.

    Ansonsten gibt es doch nichts besseres, wenn die Zielgruppe passt. Wenn ihr gut seid, könnt ihr bestimmt um die 1000€ mit Merch umsetzen, wenn's richtig gut läuft ist da auch viel mehr drin. (eine Merch Fee ist übrigens auch nicht unüblich).

    Und danach selbst ein Konzert in der Region organisieren. Am Besten schon vorher planen und beim Konzert auf der Bühne ansagen.

    Ist nicht unüblich dass Bands dafür zahlen, um Vorband sein zu dürfen.

    So ist eben das Business, entweder ihr macht es, oder eine andere Band freut sich, spielen zu dürfen.

  • Ist reines Marketing, an einem Festival dabei zu sein.

    Das ist kein Widerspruch. Wenn ich als Musiker aber in Gear investiere, meinen Proberaum zahlen muss, und dann noch Konzerte für Lau und ohne Spesen spiele, ist das keine Nullnummer, sondern ich zahle deutlich drauf. Ehrenamtlich bzw aus Leidenschaft sind Proben und anderer Zeitaufwand, so ist das nun mal, und das machen wir alle gerne.

    Wenn eine Brauerei so entscheiden würde, könnte sie zusperren. Kostendeckung ist die Mindestanforderung, das sollte für Caterer wie Musiker so gesehen werden.

    So ist eben das Business

    So argumentieren in einigen Branchen mittlerweile sogar Arbeitgeber, um Arbeitsrecht auszuhöhlen und ihre Gewinne zu maximieren. Ist das dann für dich auch ok?

  • Ist reines Marketing, an einem Festival dabei zu sein.

    Das ist kein Widerspruch. Wenn ich als Musiker aber in Gear investiere, meinen Proberaum zahlen muss, und dann noch Konzerte für Lau und ohne Spesen spiele, ist das keine Nullnummer, sondern ich zahle deutlich drauf. Ehrenamtlich bzw aus Leidenschaft sind Proben und anderer Zeitaufwand, so ist das nun mal, und das machen wir alle gerne.

    Wenn eine Brauerei so entscheiden würde, könnte sie zusperren. Kostendeckung ist die Mindestanforderung, das sollte für Caterer wie Musiker so gesehen werden.

    So ist eben das Business

    So argumentieren in einigen Branchen mittlerweile sogar Arbeitgeber, um Arbeitsrecht auszuhöhlen und ihre Gewinne zu maximieren. Ist das dann für dich auch ok?

    Der Hauptact ist ja kein Arbeitgeber. Als Band bist du selbst ein Unternehmen. Und da musst du eben abwägen ob dir das was bringt oder nicht. Ich war immer dankbar Vorband spielen zu dürfen, und wenn das Zielpublikum passt, bringt das einen richtig weiter.

  • sehr großen Einfluss hat auch hier das Verhältnis von Amateurmusiker und Profimusiker, so dass man garantiert immer jemand guten findet, der auch für lau spielt. Um z. B. die Kostenrisiken der Veranstalter zu senken


    Zitat

    21 % der deutschen Bevölkerung ab 6 Jahre musizieren in ihrer Freizeit – das sind rund 16,3 Millionen Menschen und etwa 2 Millionen mehr als noch vor vier Jahren.

    Das Zitat stammt aus einem wirklich informativen Artikel zur statistischen Entwicklung der Amateurmusikszene in Deutschland.


    Quelle: https://miz.org/de/statistiken…musizieren-in-deutschland


    Stelle man dieser Zahl die 20.000 selbstständigen Musikerinnen und Musiker in Deutschland gegenüber, die es aktuell etwa in Deutschland gibt, kommt man auf einen Anteil von 0,12%.


    Quelle: https://de.statista.com/statis…-musiker-und-komponisten/


    Das ist eine wirklich sehr kleine Gruppe im Vergleich zu den Amateuren, aber immer ganz schön laut, wenn es um die Verteilung des Geldes und bezahlter Auftritte geht. Obwohl Musik ein Kulturgut der Menschheit ist und nicht nur für Eliten.

  • Das ist eine wirklich sehr kleine Gruppe im Vergleich zu den Amateuren, aber immer ganz schön laut, wenn es um die Verteilung des Geldes und bezahlter Auftritte geht. Obwohl Musik ein Kulturgut der Menschheit ist und nicht nur für Eliten.

    Mhm. Was willst Du damit aussagen? Klar muss diese

    kleine Gruppe laut werden, wenn es um die Verteilung

    des Geldes geht. Sie muss im Gegensatz zu den Hobby-

    musikern davon leben.


    Was das jetzt mit Musik als Kulturgut zu tun hat, verstehe

    ich nicht. Genauso wenig, wie den Hinweis auf die Eliten.

    Meinst Du, dass Musik kostengünstig oder für lau sein

    muss, weil es ein "Kulturgut der Menschheit" ist? Muss

    ein solches Kulturgut per se für umme sein?


    Zwei Zeilen und für mich mehr Fragen als Antworten.

    Kann aber auch an mir liegen, schließlich ist heute Donnerstag.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Obwohl Musik ein Kulturgut der Menschheit ist und nicht nur für Eliten.

    Das sollte bildende Kunst eigentlich auch sein, und trotzdem haben wir eben auch sowas: https://nltimes.nl/2025/11/21/…-million-new-york-auction - selbst Museen sind nicht für alle zugänglich, genausowenig wie es Konzerte mit hohen Ticketpreisen sind (mal abgesehen davon, dass aktives Musikmachen in Deutschland ohnehin schon ein "Eliten"ding ist, steht ja sogar in deiner Quelle)

    Am Ende fügt sich der Großteil unserem kapitalistischen System, mit all den Vor- und Nachteilen, denen man sich (als Profi) notgdrungen mangels zentraler Gewerkschaft anpassen muss.

    Und in der Regel geht es Profis auch nicht darum, dass Amateure ihnen die Gigs wegnehmen. Diese Diskussion erlebe ich allenfalls in Bookingruppen auf Facebook, wenn der Hundesportverein Ückheim für sein Sommerfest eine Band aus der Region für nen Kasten Bier und nen Fuffi Fahrtgeld sucht, und sich der 500km entfernte Sessionmusiker, der in den 80ern mal aushilfsweise eine große Tour gespielt hat angegriffen fühlt und meint, die Konditionen dadurch ändern zu können, dass er da jetzt einen ganz bösen Kommentar dem ausbeuterischen Veranstalter oder den sich bewerbenden Bands gegenüber hinterlässt.

    Dass es perspektivisch immer schwieriger wird, als Musiker:in den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten hat vielfältige Gründe, und ich glaube die wenigsten sind so naiv und begründen das mit Amateuren, die die Preise drücken. Im Gegenteil denke ich sogar, dass viele Veranstalter (aber eher im Dienstleistungssektor) durchaus Wert auf eine professionelle Ausbildung/Einstellung der gebuchten Musiker:innen legen. Dass Supports oft keine oder mickrige Gagen angeboten bekommen (nicht, dass es das besser macht), ist letztendlich ja auch nur Symptom des allgemeinen Zustands der Industrie, in der die Schere zwischen extrem reichen Topacts und der immer ärmer werdenden Basis rasant wächst. Aber ich glaube, hier schweife ich langsam etwas zu sehr vom Thema ab ^^

    Nur als kleine, wertfreie Anmerkung zu den von dir zitierten Zahlen:
    Das kann man nicht 1:1 gegenüberstellen. Von den 16,3 Millionen dürftest du ja effektiv nur die heranziehen, die über ein paar Grundlagen in der Musikschule hinaus auch aktiv in Band spielen und entsprechend in "Konkurrenz" zu den Berufsmusiker:innen stehen. Auf der anderen Seite beziehen sich die 20.000 auf Komponist:innen. Über die KSK sind derzeit fast 50.000 Menschen in der Sparte "Musik" versichert, die meisten davon vermutlich auch aktive Live-Musiker:innen: https://miz.org/de/statistiken/ksk-musik -
    Schwer, das herauszudifferenzieren, da vieles überlappt und man als Profimusiker oft ja nicht zu 100% nur einer Tätigkeit nachgeht.
    Darüber hinaus sind das ja auch nur die Selbstständigen, genauso gibt es aber auch zehntausende Angestellte (in Orchestern, in Bands und Produktionen, Theatern, Schauspielen, aber eben auch an Schulen/Musikschulen, die dort nur ein kleines Deputat erfüllen) die viel live spielen, aber eben offiziell nicht explizit als Livemusiker:in erfasst werden).


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